Külsheim

Jahresrechnung 2018 Zahlenwerk fiel überaus positiv aus / Letzter Haushalt in der Systematik der Kameralistik / Gute Entwicklung der allgemeinen Rücklagen

Mehr Einnahmen ermöglichten weiteren Schuldenabbau

Külsheim.Der Gemeinderat der Stadt Külsheim kam am Montagabend zu einer öffentlichen Sitzung im Rathaus zusammen. Im Mittelpunkt stand die Feststellung der Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2018. Bürgermeister Thomas Schreglmann kommentierte mit „hervorragender Abschluss, wird nicht so bleiben“. Zehn Bürger hörten den Beratungen zu.

Ende der Kameralistik

Christoph Kraft vom Rechnungsamt stellte die Zahlen im Detail vor. Er informierte vorab, das Haushaltsjahr 2018 sei das letzte gewesen, das in der Systematik der Kameralistik gebucht werde. Anfang 2019 sei auf kommunale Doppik umgestellt worden, was zu einigen Besonderheiten führe. So könnten keine Haushaltsreste mehr gebildet werden. Zudem fange die Konjunktur an zu lahmen.

Kraft benannte für den Verwaltungshaushalt 13,9 Millionen Euro, für den Vermögenshaushalt 2,4 Mil-lionen Euro. Bei den Steuereinnahmen gebe es ein Plus von etwa 390 000 Euro auf den höchsten Wert von 8,155 Millionen Euro, wozu auch die Gewerbesteuer mit einem Anstieg um mehr als 366 000 Euro gegenüber 2017 auf 1,547 Millionen Euro beitrage. Gestiegen seien jedoch auch die Umlagen auf einen Rekordwert von 3,71 Millionen Euro. Unterm Strich bleibe ein kleines Plus von 50 000 Euro.

Gute Zahlen beim Forstbetrieb

Der Mann vom Rechnungsamt bezeichnete die Ausgaben für Unterhaltung von mehr als 600 000 Euro in 2018 als auf einem ordentlichen Niveau befindlich. Beim Blick auf Unterabschnitte falle das Ergebnis des forstwirtschaftlichen Unternehmens sehr gut aus, bei der Abwasserbeseitigung gebe es einen Kostendeckungsgrad von 102 Prozent.

Im Bestattungswesen betrage der Zuschuss 80 000 Euro. Es habe viele Bauhofeinsätze gegeben, eine Gebührenanpassung stehe wohl an. Beim Hallenbad liege der Fehlbetrag bei etwa 60 000 Euro, wobei dieses jährliche Defizit seit 2008 Stück für Stück eingedämmt worden sei. Bei der Jugendmusikschule sei der Kostendeckungsgrad nun auf erstmals unter 50 Prozent gesunken, das Defizit 2018 liege bei etwa 56 000 Euro, die Gebühren müssten also überprüft werden.

Kraft gab erschöpfende Überblicke zu Einnahmen und Ausgaben sowohl für den Verwaltungshaushalt als auch für den Vermögenshaushalt, nannte vielfach die Änderungen zum Vorjahr. Er verwies darauf, dass die Schwerpunkte bei den wichtigsten Maßnahmen wiederum die Schule und die Sanierungsgebiete seien. Die Kredittilgung liege bei 830 000 Euro, die Zuführungsrate 2018 bei über 1,7 Millionen Euro, die Netto-Investitionsrate bei 1,4 Millionen Euro. Der Kassenbestand sei stetig im positiven Bereich gewesen, Ende 2018 betrage dieser über zwei Millionen Euro.

Pro-Kopf-Verschuldung gesunken

Kraft sagte, die allgemeine Rücklage habe sich sehr positiv entwickelt hin zu 1,768 Millionen Euro in 2018, die freie Rücklage betrage 1,5 Millionen Euro. Die Verschuldung der Stadt Külsheim habe sich von etwa 5,5 Millionen Euro Ende 2017 hin zu etwa 5,1 Millionen Euro im Kernhaushalt Ende 2018 entwickelt. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 998 Euro liege man erstmals seit vielen Jahren unter 1000 Euro, was auch mit der Einwohnerzahl zusammenhänge. Kraft ergänzte, in den vergangenen zehn Jahren seien 3,55 Millionen Euro Schulden abgebaut worden.

Einstimmige Feststellung

Der Bürgermeister unterstrich, dies sei „ein sehr positives Jahresergebnis“. In der Doppik gebe es andere Rahmenbedingungen, der Gürtel werde deutlich enger geschnallt. Claudia Rösser fragte zu dem Kassenstand von zwei Millionen Euro, ob dieser nicht für Sondertilgungen eingesetzt werden könne. Stadtkämmerin Elke Geiger-Schmitt antwortete, genau dies solle in der anschließenden nicht-öffentlichen Sitzung besprochen werden.

Der Gemeinderat der Stadt Külsheim stellte den Jahresabschluss 2018 wie vorgetragen und einstim-mig fest. hpw