Külsheim

Museum „Külsheimer Höhe“ Ausstellung „Keine Angst vor der Verwandtschaft“ zum „Tag des offenen Denkmals“ eröffnet

Külsheim ist mit der halben Welt verbunden

Archivartikel

Der „Tag des offenen Denkmals“ hat das Jahresthema „. . . was uns verbindet“. In Külsheim erwuchs daraus die Schau „Keine Angst vor der Verwandtschaft – . . . entdecken, was uns verbindet“.

Külsheim. Die Ausstellung zum „Tag des offenen Denkmals“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist im Alten Rathaus zu sehen. Verantwortlich zeichnet der Arbeitskreis Museum „Külsheimer Höhe“. Vernissage war am Dienstagabend. Die reichhaltige Dokumentation zeigt viele Verbindungen Külsheims über die Jahrhunderte hinweg betrachtet auf.

Michael Zorn vom Arbeitskreis „Museum Külsheimer Höhe“ meinte bei der Eröffnung schmunzelnd, das Motto für das sehr spannende Thema sei vielleicht etwas flapsig formuliert. Mit der Verwandtschaft seien nicht aktuelle Onkeln und Tanten gemeint, sondern alle, die „schon lange vor uns da waren und uns auf irgendeine Weise geprägt und beeinflusst haben“.

Durch das Beschäftigen mit der Vergangenheit, so der Redner, seien schon viele Vorstellungen zersprungen. Man stellt fest, „niemand ist eine Insel“. Jeder Mensch unterliege Strömungen und Beeinflussungen, Moden und dergleichen mehr. Was für den Einzelnen gelte, treffe auch für ganze Völker und Nationen zu. Hier seien die Verwandtschaftsbeziehungen intensiver und weit gesponnener als man es gemeinhin annehme.

Deutschland ist Musterbeispiel

Deutschland, zentral gelegen, so Zorn, sei dafür ein Musterbeispiel. Durch dieses Land seien Bernsteinhändler der Pharaonen zur Ostsee gezogen, römische Legionen, selbst ein buntes Völkergemisch. Große Bewegungen habe es während der Völkerwanderungszeit gegeben. Als nach dem 30-jährigen Krieg ganze Landstriche entvölkert gewesen seien, wurden von überall her Zuwanderer angeworben. Dadurch habe die deutsche Kultur ihre Lebendigkeit bekommen.

Dies werde häufig vergessen oder gar bewusst negiert, meinte Zorn. Das Land – und darauf könne man stolz sein – sei Herz, Motor und wesentlicher Impulsgeber für Wissenschaft, Technik und Kunst. Es sei sehr spannend nachzuforschen, inwieweit dieser Makrokosmos Spuren im hiesigen regionalen Mikrokosmos hinterlassen habe.

Wie der Ausstellungsmacher erklärte, habe man sich auf die Themenfelder Kulte und Riten, Symbole, Kunst, Künstler und Handel beschränkt. Denn dazu sei garantiert etwas zu finden gewesen. Manchmal hätten Themen immer größere Kreise gezogen, bekannte Zorn. Die Ausstellung könne nur ein kleines Schlaglicht sein, ein Gedankenanstoß, um weiter nachzuforschen, etwa woher der Kattenberg seinen Namen hat oder warum es in Külsheim relativ wenige Funde gibt.

Zorn verwies auf einen zweiten Teil der Ausstellung ein Stockwerk höher: „Unsere Musikalien-Abteilung“. Es gebe wohl auf keinem künstlerischen Sektor so viele internationale Verbindungen wie in der Musik. Instrumente seien in ihrer Vielfalt ein Beispiel von ständigem Austausch und Weiterentwicklung. Die Ausstellung biete am Sonntag, 9. September, beim Großen Markt Gelegenheit, einem Gitarrenbauer über die Schulter zu schauen.

Bürgermeister Thomas Schreglmann sprach das Jubiläum „25 Jahre Tag des offenen Denkmals“ an. Külsheim sei von Anfang an dabei gewesen. Er bezeichnete es als „immer spannend“, was es zu den jeweiligen Themen zu finden gebe., und dankte Michael Zorn, Roswitha Bausback und dem ganzen Team, die diese Ausstellung zusammengetragen und aufgebaut haben.

Bei der Schau, gehe es um die Frage, was Külsheim mit der halben Welt verbinde: Wolferstetten mit London, den Träublesbildstock mit der Würzburger Residenz, den doppelköpfigen Reichsadler mit einem Gartenzwerg. Die Präsentation sei insgesamt „eine kleine feine Ausstellung“ und zugleich eine wunderbare Werbung für Külsheim, so der Bürgermeister.

Die Besucher der Vernissage lobten die Konzeption von „Keine Angst vor der Verwandtschaft – . . . . entdecken, was uns verbindet“.