Külsheim

Gemeinderat tagte Fachplanungsleistungen zur Sanierung und Erweiterung des evangelischen Kindergartens „Arche Noah“ vergeben

Hohe Kosten ließen Rufe nach „Obergrenze“ laut werden

Külsheim.Über die Vergabe von Fachplanungsleistungen im Zuge der Sanierung und Erweiterung des evangelischen Kindergartens in Külsheim beriet der Külsheimer Gemeinderat am Montagabend in öffentlicher Sitzung in der Festhalle. Das Gremium erteilte bei sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung seine Zustimmung.

Bürgermeister Thomas Schreglmann stellte fest, der evangelische Kindergarten „Arche Noah“ sei kein Standardgebäude, sondern etwas komplizierter. Der bisherige Kindergarten und das Pfarrhaus müssten zusammengeführt werden.

Wie Heiko Wolpert vom Bauamt erläuterte, sollen 2021 nach der Fertigstellung des Kindergartens in der Bgm.-Kuhn-Straße 9 die Mädchen und Jungen der „Arche Noah“ dort einziehen. Dann können das bisher genutzte Gebäude sowie das Pfarrhaus zu einer Kindertagesstätte umgebaut und modernisiert werden.

Damit das Projekt nahtlos mit dem Umzug beginnen könne, soll noch in diesem Jahr die Ausschreibung vorbereitet werden. Das erhöhe die Chance für günstige Angebote, so Wolpert. Für die Vergabe der Fachplanungsleistungen im Bereich Heizung, Lüftung, Sanitär sei das Büro Zinßer (Marktheidenfeld) gewonnen, zur Vergabe der Elektro-Fachplanungsleistungen Kontakt mit dem Büro Schätzlein (Uettingen) aufgenommen worden.

Kostenaufstellung

Der Verwaltungsmitarbeiter erläuterte die jeweiligen Honorare: Die Kosten für die Arbeiten im Bereich Heizung, Lüftung, Sanitär betragen nach der ersten Kostenschätzung bei anrechenbaren Netto-Baukosten rund 187 450 Euro. Das Gesamthonorar summiert sich auf brutto 63 786 Euro (einschließlich Nebenkosten).

Bei den Elektroarbeiten liegen die Kosten bei etwa 109 250 Euro. Das Gesamthonorar beträgt brutto 41 886 Euro (inklusive Nebenkosten). Die Mittel für die Planungsleistungen in Höhe von brutto 105 672 Euro sind im Rahmen der Gesamtmaßnahme finanziert.

Angesichts der Kosten bekannte Jürgen Goldschmitt, er sei „mehr als erschrocken“. Stefan Grimm kam das „extrem teuer vor“. Michael Adelmann zeigte sich „verwundert über hohe Beträge“.

Wolpert erwiderte, Fachplanungsleistungen müssten fundiert sein. Die Kostensätze entsprächen der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Der Bürgermeister ergänzte, er gebe schweren Herzens die entsprechende Empfehlung. „Hausintern können wir es nicht“, also schlage man Fachbüros vor.

Katja Firmbach brachte den Gedanken einer Kostenobergrenze ein. Schreglmann erläuterte, man müsse öffentlich ausschreiben und das günstigste Angebot nehmen: „Wir haben den kürzeren Arm“. Alfred Bauch meinte, bei einer Suche nach Alternativen werde das Projekt hinausgeschoben, man sei zeitlich eh schon hinten dran. Stefan Sack schlug für die Honorare einen Festpreis vor. Dann müsse nochmals verhandelt werden, erklärte Wolpert. Man wolle die Monate zur Vorbereitung nutzen und im Januar ausschreiben. Im Mai soll der Umzug erfolgen. Schreglmann versicherte, der Gedanke „Obergrenze“ werde mitgenommen.

Das Gremium stimmte der Vergabe der Fachplanungsleistungen zu. Außerdem wurde die Verwaltung ermächtigt, Festbetragshonorare zu vereinbaren. Dabei enthielt sich Annette Ries der Stimme, dagegen votierten Michael Adelmann, Stefan Adelmann, Matthias Berberich, Eric Bohnet, Jürgen Goldschmitt und Lars Wölfelschneider.

Einstimmig befürwortete das Gremium dagegen die Änderung beziehungsweise Erweiterung des Bebauungsplans „Seeflürle“ in Külsheim im vereinfachten Verfahren. Der Bürgermeister hatte vorab erklärt, Bewerber für Bauplätze seien vorhanden. Irene Trabold vom Bauamt sprach von 16 Interessenten auf der Warteliste, so dass nun der letzte Bauabschnitt kurzfristig erschlossen werden solle. Damit sechs Grundstücke im östlichen Bereich bebaut werden können, so Trabold weiter, sei eine Berichtigung der Abgrenzung des Bebauungsplangebiets erforderlich. Das diene der Arrondierung der Grundstücke.

Der Erweiterungsbereich hat eine Fläche von 0,21 Hektar. Grundzüge der Planung werden nicht berührt. Somit könne das Bebauungsplan-Verfahren im vereinfachten Verfahren erfolgen. Heiko Wolpert ergänzte, dass hinsichtlich des Grunderwerbs bei den Eigentümern grundsätzlich Verkaufsbereitschaft bestehe. hpw