Külsheim

Gemeinderat Gremium beschäftigte sich mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen / Ja zum neuen Feuerwehrauto / Vergaben für Aussichtsturm

Grünes Licht für Bau einer Freiflächenphotovoltaik-Anlage

Külsheim.Der Külsheimer Gemeindera vergab am Montag drei Aufträge hinsichtlich der Errichtung eines Aussichtsturmes sowie einer Schutzhütte auf dem Stahlberg in Uissigheim. Heiko Wolpert vom Bauamt erläuterte zum Sachverhalt, bei der Gestaltung der Zukunft der Stadt Külsheim sei auch die touristische Stärkung und Weiterentwicklung ein Thema.

Alleinstellungsmerkmal

Einige Projekte wie die Wanderwelt Külsheim oder der zertifizierte Wanderweg „LT 6“ seien umgesetzt, so Wolpert, indes fehle ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Die Höhenlage der Stadt Külsheim sei auch eine Chance, die nun für den Bau eines Aussichtsturmes genutzt werden solle. Neben dem Ausbau des touristischen Angebotes solle auch das kulturelle Leben gestärkt werden. Der Bewilligungsbescheid ist am 29. Juni 2020 eingegangen, sodass nun die Aufträge vergeben werden könnten.

Das Gremium vergab den Auftrag für die Stahlkonstruktion zur Erstellung eines Aussichtsturmes an die Firma „TS Fassadenbau“ (Tauberbischofsheim) für brutto 202 257 Euro, den Auftrag für die Holzbau- und Dachdeckerarbeiten an die Firma „Grein Holzbau“ (Böttigheim) für brutto 23 500 Euro sowie den Auftrag für die Maurer-, Beton- und Fundamentierungsarbeiten an die Firma Boller (Distelhausen) für brutto 56 266 Euro ohne Gegenstimmen bei jeweiliger Enthaltung von Theodora Ulrich.

Wolpert erläuterte, das Projekt solle komplett im Haushaltsjahr 2020 abgerechnet werden. Die heutigen Auftragsvergaben summierten sich auf 282 025 Euro, hinzu kämen Ingenieurleistungen für die Statik von 19 068 Euro. Die gesamte Auftragssumme komme also auf 301 093 Euro, im Haushaltsansatz 2020 seien 275 000 Euro eingestellt. Die Mehrausgaben würden aus den liquiden Mittenl 2020 finanziert.

Uissigheims Ortsvorsteher Klaus Kuß meinte, man solle den Mut haben, etwas Besonderes zu machen. Dort, wo es hohe Zuschüsse gebe, seien auch die Vorschriften hoch und die Kosten würden überschritten. Kuß: „Wir freuen uns in Uissigheim“. Bürgermeister Thomas Schreglmann ergänzte, dies sei „ein Projekt für Külsheim und für die gesamte Region“.

Fahrzeug für die Feuerwehr

Heiko Wolpert, bei der Verwaltung der Stadt Külsheim zuständig für die Belange der Feuerwehr, zeigte dem Gremium die Notwendigkeit der Beschaffung eines Hilfeleistungslöschfahrzeugs HLF 20 als Ersatz für das vorhandene Löschgruppenfahrzeug LF 16 auf. Das vorhandene Fahrzeug sei 1985 beschafft worden und nun an seine technische und wirtschaftliche Grenze gerückt. Im vergangenen Jahr sei ein Antrag auf Feuerwehrfachförderung gestellt worden, der Zuwendungsbescheid über 92 000 Euro liege bereits vor.

Wolpert stellte die Ergebnisse der Ausschreibung zu „Los 1“ (Fahrgestell), „Los 2“ (Aufbau) und „Los 3“ (feuerwehrtechnische Beladung) vor. Im Haushalt 2020 seien als erste Rate 100 000 Euro eingestellt, der Restbetrag müsse in den Haushalten 2021 und 2022 finanziert werden. Der Gemeinderat beschloss die entsprechenden Aufträge jeweils einstimmig. Die Firma Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge (Niederlassung Würzburg) liefert das Fahrgestell für brutto 98 770 Euro, die Firma Magirus Brandschutztechnik (Ulm) den feuerwehrtechnischen Auf- und Ausbau für brutto 232 411 Euro sowie die Firma Barth (Fellbach) die feuerwehrtechnische Beladung für brutto 152 688 Euro. Die Auslieferung wird laut Wolpert wohl Ende 2021, Anfang 2022 erfolgen.

Neuer Mobilfunkmast

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Verbesserung des Mobilfunknetzes in Külsheim. Hier ent-schied das Gremium in gleich zwei Teilaspekten. Heiko Wolpert trug vor, die Mobilfunkabdeckung in den Stadtteilen Uissigheim und Eiersheim sei nach wie vor nicht zufriedenstellend. Die Deutsche Telekom wolle nun dauerhaft eine Funkübertragungsstelle auf einem städtischen Flurstück im Distrikt Hard zwischen Uissigheim und Eiersheim errichten.

Es werde, so Wolpert, eine Fläche von zirka 15 Meter mal 15 Meter benötigt, mit entsprechender Zuwe-gung. Der Funkmast werde eine Höhe von etwa 40 Metern haben, damit 15 Meter über den Baumkronen sein und mit LTE-Technik ausgestattet. Vor weiteren Planungen und Messungen müsse ein Mietvertrag abgeschlossen werden. Dieser beinhalte als Eckpunkte die Errichtung einer Funkübertragungsstelle, die Berechtigung, die Infrastruktur Dritten zu überlassen, eine Vertragsdauer von 15 Jahre mit der Verlängerungsoption von drei mal fünf Jahren, anschließend sei eine Verlängerung um jeweils zwei Jahre möglich. Inhalte des Vertrags seien auch Mieten und eine Rückbauverpflichtung bei Vertragsbeendigung.

Nach kurzer Debatte über eine Ausgleichsfläche und mögliche gesundheitliche Auswirkungen be-schloss der Gemeinderat bei einer Enthaltung von Matthias Berberich, die Fläche für die Errichtung einer Funkübertragungsstelle zur Verfügung zu stellen.

Zur geplanten Mitbenutzung des vorhandenen Mobilfunkmastes auf Gemarkung Steinbach durch die Vodafone wurde bekannt, diese plane die Errichtung einer Mobilfunksendeanlage, um die Telekommunikationsinfrastruktur in Külsheim entsprechend den Kundenanforderungen zu verbessern. Die Anlage solle mit LTE ausgestattet werden.

Das Gremium bekundete bei einer Enthaltung von Matthias Berberich, die Stadt Külsheim habe grundsätzlich keine Einwände gegen die Mitbenutzung des bestehenden Mobilfunkmastes und stimmte der Untervermietung zu.

Freiflächenvoltaikanlage

Der Gemeinderat befasste sich mit der Änderung des Bebauungsplanes für das Sondergebiet „Gickelfeld/Photovoltaikanlage“ auf der Gemarkung Steinbach. In den Jahren 2009/2010 wurde ein solcher Bebauungsplan aufgestellt, damit dort eine großflächige Photovoltaikanlage errichtet werden kann. Das Projekt wurde letztendlich nicht realisiert, weil die Einspeisevergütung drastisch verringert worden war und die Investoren sich zurückgezogen hatten.

Irene Trabold vom Bauamt erläuterte, die Rahmenbedingungen hätten sich zwischenzeitlich positiv so geändert, dass Photovoltaik-Freiflächenanlagen unter bestimmten Bedingungen wirtschaftlich realisiert und betrieben werden könnten. Nun wollen die Investoren EnBW Solarpark Gickelfeld und Solarpark Gickelfeld, hinter der die Thüga und das Stadtwerk Tauberfranken stehe, eine großflächige Freiflächenanlage auf dem Gickelfeld errichten. Vorgesehen sei auf der Fläche von 66 Hektar die Errichtung einer zirka 70 MWp-Anlage mit unbefristeter Laufzeit.

Trabold sagte, nun seien Änderungen im bestehenden Bebauungsplan nötig. Sie nannte eine geringfügige Änderung der Abgrenzung im östlichen Bereich, Änderungen bezüglich der Zulässigkeit baulicher Anlagen, der Grundflächenzahl und der Zaunanlage sowie die Verlegung der Wildwechselübergänge und des Grabens. Die gesamten Kosten für die Erstellung des Bebauungsplans sowie die anfallenden Verwaltungskosten würden vom Vorhabenträger getragen.

Der Gemeinderat beschloss bei einer Enthaltung von Matthias Berberich und einer Gegenstimme von Stefan Sack, den Bebauungsplan für das Sondergebiet „Gickelfeld/Photovoltaikanlage“ mit den dazugehörigen örtlichen Bauvorschriften zu ändern. hpw