Külsheim

Volkstrauertag Bei der Gedenkfeier am Kriegerdenkmal in Steinfurt wurden mahnende Worte gesprochen

„Frieden ist ein Geschenk Gottes“

Archivartikel

Steinfurt.Zum Volkstrauertag wurde in allen Stadtteilen Külsheims an den jeweiligen Ehrenmälern der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Die Redner nahmen Bezug sowohl auf die in der Vergangenheit wie auch auf Geschehnisse der Gegenwart. Die Feierlichkeiten fanden am Samstagabend in Steinbach statt und sonntags zu unterschiedlichen Tageszeiten in Eiersheim, Hundheim, Külsheim, Steinfurt und Uissigheim. Der Gedenkfeier am Kriegerdenkmal in Steinfurt ging eine Wortgottesfeier in der Kapelle „Heilig Kreuz“ mit Diakon Franz Greulich und Wortgottesdienstleiterin Sieglinde Böhrer voraus.

Die Jugendlichen Dominik Böhrer und Lukas Kupfer unterstrichen, „Frieden ist ein Geschenk Gottes“. Dieser aber falle nicht vom Himmel oder sei mit Geld zu kaufen, Frieden sei ein Geschenk an die Menschen. Diese müssten den Frieden in sich finden, den eigenen Egoismus überwinden, den Frieden verbreiten, „für den Frieden müssen wir alle etwas tun“. Es gelte zu zeigen, wie man in Frieden zusammen leben und eine neue Welt schaffen könne. Frieden könne nur wachsen, wenn die Menschen das Gute in sich wirken ließen, für Wärme im Miteinander sorgten, friedlich miteinander umgingen, anderen helfen und sich helfen ließen, miteinander sprächen, andere ausreden ließen, deren Meinung akzeptierten. Frieden in der Welt könne es geben, wenn viele Menschen so miteinander umgingen. „Wir wollen damit anfangen“, schlossen sie.

Bürgermeisterstellvertreter Jürgen Goldschmitt sagte in seiner Ansprache, am Volkstrauertag gedenke man bewusster als an allen anderen Tagen der Toten der beiden großen Weltkriege. Dieses Gedenken führe Menschen mit völlig unterschiedlichen Lebenserfahrungen, Erinnerungen und Schicksalen zusammen.

Goldschmitt unterstrich, ein ganzes Volk könne nicht gemeinsam trauern, Trauer sei etwas Persönliches. Trotzdem solle an dieser Art des Gedenkens festgehalten werden. Mit dieser Gedenkfeier solle von allen alle dazu beigetragen werden, dass die Erinnerung an die Zeiten von Krieg und Gewalt nicht verloren gingen und in Frieden miteinander gelebt werde. Der Bürgermeisterstellvertreter bezog in sein Gedenken alle mit ein, die auf unterschiedliche Weise Opfer von Gewalt und Krieg wurden oder werden. Er fasste zusammen mit „wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten und teilen ihren Schmerz“.

Goldschmitt zitierte Albert Schweitzer: „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens.“ Das Leben stehe im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, die gemeinsame Verantwortung gelte dem Frieden unter den Menschen, zu Hause und in der ganzen Welt. Oft werde erst dann bewusst, wie gut es einem gehe, wenn man in andere Länder schaue. Vor allem aber dürfe Unzufriedenheit kein Grund für Rassismus und dumpfen Fremdenhass sein, betonte der Bürgermeisterstellvertreter.

Jeder Einzelne sei aufgefordert, gegen Abgrenzung, Egoismus und Nationalismus und für Respekt, Menschlichkeit und Miteinander mutig einzutreten dafür, dass eine offene und wertschätzende Gesellschaft wichtig ist.

Am Volkstrauertag wolle man innehalten, sagte Goldschmitt, und an das Leiden und Sterben während des Krieges und unter einer Gewaltherrschaft erinnern. Das sei man den Opfern schuldig, die ein Bestandteil der eigenen Vergangenheit seien und zu den eigenen Wurzeln gehörten.

Menschliche Gemeinschaft, Friede unter Menschen, entstehe durch Gespräche, folgerte der Bürgermeisterstellvertreter. Echte Gespräche gebe es nur da, wo jeder wirklich dafür offen und bereit sei, dass der andere auch ihm etwas zu sagen habe. Friede und Miteinander beginne in den Herzen.

Anschließend verharrte Bürgermeisterstellvertreter Goldschmitt in Stille am Ehrenmal und dem zuvor dort abgelegten Kranz. Die Menschen um ihn herum taten dies in gleicher Weise dort, wo sie an der würdigen Gedenkfeier teilgenommen haben. stv