Külsheim

Wintervortragsreihe 2020/21 Erstes Thema war „Was 1970 über Külsheim in der Zeitung stand“

Eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit

Külsheim.Die Wintervortragsreihe 2020/21 der Stadt startete mit dem Thema „Was 1970 über Külsheim in der Zeitung stand“. In der Festhalle begleitete Hans-Peter Wagner 25 Zeitreisende in den Mikrokosmos der Brunnenstadt vor fünf Jahrzehnten. Nach einem musikalischen Auftakt mit den bestplatzierten Hits vor exakt 50 Jahren wie „Lola“, „Song of Joy“ oder „Er hat ein knallrotes Gummiboot“ begrüßte Bürgermeister Thomas Schreglmann für Veranstalter Stadt Külsheim. Er sagte, solche Vorträge fänden üblicherweise im Alten Rathaus statt. Um den Corona-Rahmenbedingungen gerecht zu werden, weiche man in die Festhalle aus.

Wagner charakterisierte den Vortrag als Fortsetzung der Serie „Als Oma und Opa noch ganz jung waren“ innerhalb der Reihe „Külsheimer Geschichte – Külsheimer Geschichten“. Der Vortrag basierte auf Zeitungsausschnitten von 1970 unter anderem aus den Fränkischen Nachrichten, auf Scans von im Archiv in Bronnbach auf Mikrofilm aufbewahrten Zeitungen, auf Bildern zu Külsheim aus dem „Fundus Fritz Krug“ sowie auf Werbung aus dem Zeitschriftenfundus des Referenten.

Die Zuhörer ließen die vor 50 Jahren topaktuellen Nachrichten gerne auf sich wirken. Sie hörten vom 70. Geburtstag des vormaligen katholischen Külsheimer Pfarrers Ludwig Hofmann, von der Jahre langen Flurbereinigung, von mehreren Treffen unterschiedlicher Art der späteren Partnerstädte Moret (Frankreich) und Külsheim, von einem modernen Jugendgottesdienst, einem Schwimmkurs extra für Frauen, von Treffen von Briefmarkensammlern und dem erstmaligen Vereinspokalschießen beim Großen Markt mit dem Spielmannszug Külsheim als Sieger.

Die Gazetten ließen wissen, dass ein riesiger Betonmast für den künftigen Fernsehumsetzer montiert ward, das katholische Pfarramt zu einem Kochkurs für Frauen und Mädchen aufrief, Beiträge zur Ortsverschönerung mit Preisen belohnt wurden und man das Kapellenglöcklein renoviert hatte. Es gab manche ergänzenden Einwürfe aus der Zuhörerschaft sowie lebhafte Diskussionen um einzelne Fakten und an den damals grob gerasterten Bildern in der örtlichen Tagespresse ließ sich trefflich gemeinsam herum rätseln, wer denn dort alles zu sehen ist.

Überschriften verhießen, dass es ab 1971 keine Farrenhaltung mehr in Külsheim geben solle, verkündeten „Die Brunnenstadt ist ein beliebter Ferienort“, verwiesen auf „Keine Verwaltungsreform ohne Änderung der Gemeindestruktur“. Manche Überschriften auf den Titelseiten der Tageszeitungen wie „Elf Prozent mehr Lohn und Gehalt mit der IG Metall vereinbart“ sind heute undenkbar, andere wie „Schwierige Diskussion mit den USA“ schon.

Mit wissendem Schmunzeln nahmen die Zuhörer zur Kenntnis, was das abendliche Fernsehprogramm auf den Tag genau 50 Jahre zurück dies verhieß: „Ein Platz für Tiere“ und „Invasion von der Wega“. Hingegen wunderte man sich, unter der Überschrift „Planungen für Leichenhallenbau in Külsheim abgeschlossen“ per Modell zu sehen, dass die Külsheimer Leichenhalle an der nordöstlichen Ecke der Pfarrkirche gegenüber der Stadthalle erstellt werden soll. Die Realität kann dies nicht bestätigen. So präsentierte der Heimatforscher viele spannende und unterhaltsame Gegebenheiten aus dem Jahr 1970, zeigte Zusammenhänge auf, nannte reichlich Namen der öffentlich wichtigen Menschen in der Brunnenstadt vor einem halben Jahrhundert. Die Besucher des Vortrags nahmen sicherlich auch mit nach Hause mit, dass es damals genau 171 Halter von Hühnern in Külsheim gab.

Der Vortrag wird wiederholt am Donnerstag, 22. Oktober, um 19.30 Uhr an gleicher Stelle. stv