Külsheim

Baumfällarbeiten an der Landesstraße 509 Rund 250 geschädigte Bäume werden gefällt

Die Sicherheit im Wald steht im Fokus

Archivartikel

Auch ein Wald muss verkehrssicher sein. Deshalb finden momentan Baumfällarbeiten an der Landesstraße 509 zwischen Külsheim und Bronnbach statt.

Mülheim/Bronnbach. Die vom Landtag von Baden-Württemberg beschlossene Neuorganisation der Forstverwaltung wurde mit dem Beginn des Jahres 2020 vollzogen. Der Wald im Eigentum des Landes wird nun vom „Forst Baden-Württemberg“ (Forst B) als rechtlich selbstständiger Anstalt des öffentlichen Rechts betreut und entwickelt.

Der von der aktuellen Baumfällarbeiten betroffene Bereich im „Schöner“ an der L 509 liegt innerhalb des Forstbezirks Odenwald. Hier tragen Oberforstrat Georg Löffler, stellvertretender Leiter des Forstbezirks Odenwald, und Forstamtmann Klaus Hanke, Leiter des Forstreviers Bronnbach, die Verantwortung.

Wie die beiden Fachleute im Gespräch mit den FN erklären, umfasse der Forstbezirk Odenwald 13 000 Hektar im nördlichen Teil des Landes Baden-Württemberg von der Tauber bis an den Rhein. Diese Fläche Staatswald im Besitz des Landes mache etwa ein Fünftel des gesamten Waldes auf der benannten Fläche aus. Verkehrssicherungshiebe in der Größenordnung wie nun zwischen Külsheim und Bronnbach gebe es im Durchschnitt alle fünf bis sieben Jahre.

Die gesamte Maßnahme wurde lange vorbereitet. So kennzeichneten die Verantwortlichen in der zweiten Jahreshälfte 2019 auf einer Strecke von etwa einem Kilometer Länge entlang der Landesstraße im Wald rund 250 Bäume. Diese sind so beschädigt, dass sie aus Sicherheitsgründen entfernt werden müssen.

Im Vorfeld der Baumfällaktion erließ die Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt des Main-Tauber-Kreises eine verkehrsrechtliche Anordnung. Daraufhin stellten Mitarbeiter der Straßenmeisterei Wertheim etwa 50 Schilder auf, welche die Verkehrsteilnehmer auf die Straßensperrung und die damit verbundenen Umleitungen hinweist.

Trockenheit bereitet Probleme

Mit ausschlaggebend für den schlechten Zustand mancher Bäume ist nach Aussage der Experten der Mangel an Regen. Auch wenn die aktuelle Witterung anderes vermuten lasse, füllten Wasserreservoire sich erst über längere Zeiträume hinweg. Oft fließe der Niederschlag zu schnell ab. Die Wurzeln der Bäume reichen bis zu zweieinhalb Meter tief. Wurzelverfügbares Wasser verschwinde zügig: durch heiße Sommer, den Verbrauch des Baums und durch Verdunstung. Borkenkäfer zum Beispiel, so die Fachleute, gehörten zum Öko-System und würden erst durch die äußeren Umstände zum Schädling und so zum ernsten Problem. Die beiden vergangenen Sommer waren im langjährigen Vergleich sehr trocken und begünstigten somit Schädlinge wie den Borkenkäfer.

Solche Sicherungsmaßnahmen wie jene an der Landesstraße 509 gehörten zum normalen Ablauf in der Forstwirtschaft, betonen die Verantwortlichen. Die Aktion unterscheide sich von einer Holzerntemaßnahme im Wald durch eine andere Zielsetzung. Es gehe um eine präventive Schadensabwehr, damit bei starkem Wind oder Ähnlichem nicht zufällig Bäume auf der Straße landen und dabei Personen oder Autos treffen.

Zur Hangsicherung werden diesmal auch zwei Felsen entfernt. Das Gelände ist an vielen Stellen recht steil und reicht von der Straße aus gesehen bis zu 100 Meter hoch. Die Arbeiten gestalten sich entsprechend mühsam.

Mit den Arbeiten beauftragt sind die Unternehmen LKS-Forstarbeiten GmbH (Hardheim) und Forstdienstleistungen Reiner Stemmler (Uissigheim) für den Staatswald. Sechs Fäller und die Besatzungen zweier Rückemaschinen sind vor Ort.

Löffler und Hanke geben die Kosten mit etwa 35 000 Euro an. Man rechne mit 400 Kubikmetern Holz in Form von Stammholz, Industrieholz oder Reisig. Die Verkaufserlöse werden wohl geringer sein als die Kosten.

Förster Hans-Peter Weber, verantwortlicher Leiter im benachbarten Revier Külsheim-Ost, weist auf den an den Staatswald angrenzenden Kleinprivatwald. Die Straßenbauverwaltung habe im Vorfeld solche Bäume gezeichnet, die entfernt werden müssen, und die betroffenen Waldbesitzer angeschrieben. Danach müsse jeder in eigener Regie dafür zu sorgen, dass die gekennzeichneten Bäume entfernt werden. Dazu werden die Fäller und Rücker am Freitag und am Samstag Aktivitäten im Kleinprivatwald aktiv sein. Wie die Fachleute unterstreichen, funktioniere die Zusammenarbeit insgesamt hervorragend.

Sperrung

Die Sperrung der L 509 zwischen Külsheim und Bronnbach ist bis Freitag, 14. Februar, vorgesehen. Die Umleitung von Külsheim aus führt über Uissigheim, Eiersheim, Gamburg nach Bronnbach. Auch am zur L 509 parallel verlaufenden Taubertalradweg wird es Baumfällarbeiten geben. Deshalb ist dieser Weg vom 10. bis 21. Februar gesperrt.