Külsheim

Großer Markt Historisches Intermezzo am Brunnen eröffnet das Markttreiben / Von Jazz über Wein und Informationen haben die Verantwortlichen ein buntes Programm vorbereitet

Blick auf die Nachbarschaft sorgt für Beifall

Archivartikel

Mit einem umfangreichen und vielfältigen Programm haben die Külsheimer ihren Großen Markt gefeiert. Die Eröffnung der Fußgängerzone erfolgte wie immer traditionell.

Külsheim. Nach der Eröffnung des Großen Marktes am Donnerstag hatte sich das Marktgeschehen ab dem frühen Samstagnachmittag mit der Eröffnung der Fußgängerzone weiter vergrößert.

Der Festplatz am Schloss mitsamt Festhalle und Festzelt, die Fußgängerzone und Bereiche in der Peripherie lockten ob des vielfältigen Angebots am Samstag eine erkleckliche Zahl an Gästen in die Brunnenstadt.

Hubert Seitz, Vorsitzender des Gewerbe- und Verkehrsvereins Külsheim, begrüßte zur Eröffnung der Fußgängerzone am Dreischalenbrunnen, dem Wahrzeichen der Stadt, nicht nur viele Schaulustige, sondern auch den Herold hoch zu Ross. Dieser verlas wie seit Jahr und Tag jene Urkunde, die der Stadt Külsheim das Recht verbürgt, einen solchen großen Markt überhaupt durchführen zu dürfen.

Bezüge zur Gegenwart

Marktmeister und Bauer, Kaufmann und Pater versetzten die anwesende Menge mittels eines historischen Intermezzos in das Mittelalter zurück. Bei „Eine näue Zeit in Cullesheym“ schimmerten Bezüge zur Gegenwart durchaus vernehmlich durch. So ward auch in dem Stück der so genannte Hebesatz „wie der Nome scho´ saicht“ angehoben. Die vier Schauspieler ereiferten sich über die elende Trockenheit und Dürre, stellten fest, „oach uns hot der Hoachel des Wasser nei’ de’ Keller gedrück und „ohne Gewinn kann kein Kaufmann leben und keine Marktwirtschaft gelingen“. Angesichts der seiner Zeit immens gestiegenen Bedeutung des Buches hörte man orakelnd, „in ä boor hunnert Johr, do kümmt widder äb’s näus“.

Ein besonderes Augenmerk hatte man in der mehrfach spontan mit Beifall bedachten Abhandlung da-rauf, „wenn doch ganz anneri absunderlichi’ Dinge in unnerer Nochborschaft geschehen“. Es ging um den Turmbau zu Uissigheym „uf’m Stahlbärch“. Der Marktmeister fasste dies so zusammen: „Sie welle’ vun dort oube’ weit hinaus ins Lande blicken, um so wohl ihren Horizont zu erweitern.“ Schließlich war sich das Quartett einig: „Nehmt Euer Glas und stimmt mit eyn, es lebe unser Cullesheym!“ Seitz nahm diesen Schwenk auf ein Lob auf Külsheim gerne auf, verdeutlichte an Hand diverser Beispiele die angebotene Vielfalt und sprach Worte des Dankes an alle, die ihren Teil zum Gelingen des Großereignisses beitragen. Bürgermeister Thomas Schreglmann hieß alle Gäste willkommen, speziell auch diejenigen, die einmal im Jahr in ihre Heimatstadt kommen, oft eben am Großen Markt. Er ging kurz auf Aspekte der Historie des Großen Marktes ein.

Külsheimer Weinkönigin Laura sagte, auch wenn der Umzug zum Großen Markt buchstäblich ins Wasser gefallen sei, so sei doch zu hoffen, dass es an den weiteren Tagen schöneres Wetter gebe.

Sie wünschte den vielen Besuchern frohe Stunden, den Händlern gute Geschäfte. Weinprinzessin Loretta stimmte die Gäste mit einem Weinspruch auf das Familienfest ein. Die Eröffnung sah sich musikalisch umrahmt durch das Jugendorchester des Musikvereins Külsheim mit dem Dirigenten Florian Wolpert.

Kinderflohmarkt und Singschule

Nach der gelungenen Eröffnung der Fußgängerzone des Großen Marktes gingen die Gäste ihrer Wege, in kleinen oder größeren Gruppen die Buntheit des Angebots nach jeweils eigenem Gusto erkundend. In der Festhalle ging es bei den dortigen Ausstellern sowohl um die Gesundheit und den Genuss.

Woanders lockten Kinderflohmarkt und Singschule mit Volksliedern, Puppentheater oder Weinlounge, eine Jazzband und/oder kulinarische Mannigfaltigkeit.

Wer wollte, schlenderte entspannt durch die Straßen und Gassen, ließ die Augen interessiert schweifen, verweilte auf dem Festplatz oder einer anderen Stelle im Gespräch mit Freunden und Bekannten. Abends traf man sich bei bester Stimmung und „Party pur“ im Festzelt.