Külsheim

Real Innenausbau AG Alle wesentlichen Vermögenswerte an Erwerberkonsortium Betz/LMCF2 verkauft

Beide Standorte sowie 88 Arbeitsplätze sind gerettet

Archivartikel

Frohe Kunde für die Mitarbeiter der Real Innenausbau AG: Für das Külsheimer Unternehmen konnte eine so genannte Fortführungslösung gefunden werden.

Külsheim. Zur Rettung des Unternehmens hat Rechtsanwalt Marcus Winkler von der Kanzlei Winkler Gossak, Insolvenzverwalter der real Innenausbau AG, die wesentlichen Vermögenswerte des international tätigen Baudienstleisters im Rahmen eines Asset Deals an das Erwerberkonsortium Betz/LMCF2 verkauft. Darüber hinaus wurden die Geschäftsanteile der nicht vom Insolvenzverfahren betroffenen Möbelwerk hoch drei GmbH aus Lauda-Königshofen verkauft. „Durch die Transaktion sichert Winkler die Standorte Külsheim und Düsseldorf sowie 88 Arbeitsplätze“, heißt es in der Mitteilung der Verantwortlichen.

Die Real Innenausbau AG hatte am 16. März beim zuständigen Amtsgericht Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzantrags gestellt. Das Gericht bestellte Rechtsanwalt Marcus Winkler von der auf Restrukturierung und Sanierung spezialisierten Kanzlei Winkler Gossak am 1. Juni zum Insolvenzverwalter. Er war zuvor auch als vorläufiger Insolvenzverwalter im Unternehmen.

Vom Insolvenzantrag nicht betroffen waren die real Shopfitting S.a r.l. aus Flaxweiler (Luxemburg) sowie das Möbelwerk hoch drei GmbH aus Lauda-Königshofen.

„Wir freuen uns, mit dem bisherigen CEO Michael Betz und dem Mittelstandsinvestor LMCF2 ein starkes Erwerberkonsortium gefunden zu haben, welches das Unternehmen übernimmt und fortführt, betont Sanierungsexperte Winkler. Der wirtschaftliche Übergang erfolgte mit Wirkung zum 1. Juli. Über den Kaufpreis und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der übertragenden Sanierung wurde Stillschweigen vereinbart.

Das Amtsgericht Mosbach hatte das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Real Innenausbau AG am 1. Juni eröffnet. In seiner Funktion als vorläufiger Insolvenzverwalter hatte Winkler mit seinem Team und dem Management vor Ort die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen eingeleitet und einen geordneten Investorenprozess initiiert, um einen Käufer zu finden, der die Firma übernimmt und fortführt.

„Die wesentliche Aufgabe war es, den Geschäftsbetrieb trotz Insolvenz und der massiven Corona-Auswirkungen stabil zu halten“, so Winkler. „Nur dadurch haben wir uns die Chance erarbeitet, die Verhandlungen mit dem Investor auf Grundlage von dessen Erwerberkonzepts in einem zeitlich vernünftigen Rahmen ausverhandeln zu können.“

Trotz zeitlicher Brisanz konnten die Käufer ein tragbares Kaufangebot sowie ein unternehmerisches Gesamtkonzept aufzeigen. „Dies hat uns abschließend überzeugt. Äußerst wertvoll in diesem Zusammenhang ist die Kundennähe und das fachliche Know-how von Michael Betz, der das Unternehmen auch zukünftig leiten wird“, so Winkler weiter.

Der internationale Investorenprozess wurde vom M&A-Bereich der Unternehmensberatung Roland Berger unter Leitung von Senior Partner Dr. Jörg Eschmann umgesetzt, der auf den Verkauf von Unternehmen in Sondersituationen spezialisiert ist. Die Erstellung der Kaufverträge übernahm Rechtsanwalt Jost Rudersdorf von der Kanzlei Menold Bezler aus Stuttgart.

Winkler würdigte alle wesentlichen Beteiligten für ihre Unterstützung. Ohne das Engagement von Mitarbeitern, Betriebsrat, Kunden und Lieferanten wäre die übertragende Sanierung in dieser Form nicht möglich geweseng, ist der Rechtsanwalt überzeugt.

Die neuen Eigentümer ergänzen: „Wir wollen die Chance auf einen Neustart konsequent nutzen und können dabei auf ein bewährtes und solides Geschäftsmodell bauen. Marktstellung, Reputation, Innovationskraft sowie motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter sind die wesentlichen Komponenten für die langfristige Perspektive unseres Unternehmens.“

Die Mitarbeiter der beiden Standorte in Külsheim und Düsseldorf wurden nach Angaben der Verantwortlichen am 21. Juli unter Berücksichtigung der Corona bedingten Sicherheitsvorkehrungen über das jetzt erzielte Ergebnis informiert.