Külsheim

Hier hat der Leser das Wort Zu „Einerseits nötig, andererseits störend“ (FN, 8. August)

„Basta-Mentalität“ passt nicht

Ein Dank an die FN, im Besonderen an Frau Marinelli und Danke Herr Ries, dass sich endlich mal jemand traut, dieses Problem öffentlich zu machen.

Auch wir in Königheim sind seit Monaten und in zunehmendem Maße von der Lärmbelästigung durch Kampfhubschrauber betroffen. Die Antworten von Herrn Bürgermeister Schleglmann und der Bundeswehr sind nicht nur in der Sache an einigen Stellen nicht richtig, sondern vor allem im Ton nicht akzeptabel.

In der Sache: Auch in Königheim haben wir immer häufiger Lärmbelästigungen wegen Überflüge von Wohnbebauung, bis dahin, dass ich jetzt im Hochsommer im Homeoffice zum Telefonieren schon mal die Fenster schließen muss. Im Haigertal (Naturschutzgebiet) sind auch mitten in der Nacht nach 24 Uhr Hubschrauber geflogen. Zur Aussage/Ausrede des Bürgermeisters, „dass militärische Aufgaben zu erfüllen sind“: Es ist hier nicht die Frage, ob oder wann Kampftruppen trainieren müssen. Die Frage ist schlicht wo. Und dann warum hier? Es gibt in Deutschland ausreichend geeignetes Gelände dafür. Das liebliche Taubertal mit seinen Seitentälern als Natur- Lebensraum und beliebte Tourismusregion ist es auf alle Fälle nicht.

Zum Ton: Einen, wie auch immer gearteten, Vergleich eines Übungsplatzes von Kampftruppen mit einem Kinderspielplatz zu ziehen, ist mehr als zynisch.

Zur Aussage/Ausrede des Bürgermeisters, „dass militärische Aufgaben zu erfüllen sind“: Diese „Basta-Mentalität“ ist völlig aus der Zeit gefallen. Übersetzt heißt das: „Die betroffene Bevölkerung hat nichts zu sagen und soll am besten auch keine Fragen stellen.“ Wegen zum Beispiel jeder Gestaltung eines doofen Verkehrskreisels wird die Bevölkerung großzügig aufgefordert, sich zu beteiligen. In diesem Fall, der wirklich wichtig ist, wird völlig abgewiegelt. Und das ausgerechnet in Baden-Württemberg. Siehe dazu die Homepage der Landesregierung: “. . . das Musterland für lebendige Demokratie und Bürgerbeteiligung . . .“.

Deswegen hier drei eindringliche Fragen an die Bundeswehr und die politisch Verantwortlichen: „Wird die Belästigung mit Fluglärm und Abgasen so weitergehen?“ „Warum fliegt man so viel und tief außerhalb des Übungsplatzes?“ und „Ob und wie gedenkt man, in Zukunft die Belastung für Mensch und Natur zu verringern?“