Külsheim

Sitzung des Külsheimer Gemeinderats Arbeiten sollen Abschnittsweise erfolgen / Drei Gegenstimmen

Ausbau der Rommelstraße kann starten

Archivartikel

Die Külsheimer Gemeinderäte vergaben am Montag bei drei Gegenstimmen die Arbeiten zum Ausbau eines Abschnitts der Rommelstraße und zur Erneuerung der dortigen Kanalisation.

Külsheim. Die öffentliche Sitzung des Gremiums in der Festhalle war zugleich die erste, welche unter Corona-Rahmenbedingungen stattfand.

Zum Ausbau der Rommelstraße erklärte Irene Trabold vom Bauamt, dass in diesem Jahr geplant sei, den ersten Abschnitt von der Haagstraße bis zur Metzgerei Zeh auf einer Länge von etwa 140 Meter auszubauen und die bestehenden Kanalhaltungen zu erneuern. Zudem werde die Straßenbeleuchtung erneuert und eine DSL-Leitung verlegt. Im Zuge der Maßnahme verlege das Stadtwerk Tauberfranken neue Stromkabel. Dieses erneuere auch die Wasser- und Gasversorgungsleitungen oder lege diese um.

Trabold sagte, die Firma Brandel-Bau GmbH aus Tauberbischofsheim habe mit einem Brutto-Preis von rund 510 887 Euro das günstigste Angebot abgegeben. Die Vergabesumme teile sich auf in den Straßenbau mit brutto 273 703 Euro (davon Anteil Oberfläche Leitungsgräben Stadtwerk: etwa 13 500 Euro), Abwasserbeseitigung in Höhe von brutto rund 178 855 Euro sowie Tiefbau für den Versorgungsträger Stadtwerk mit brutto rund 58 330 Euro. Diese Leistungen für Gas, Wasser, Strom seien für das Stadtwerk mit ausgeschrieben worden, die Abrechnung erfolge direkt mit diesem.

Matthias Sack vom Ingenieur-Büro „Sack & Partner“ (Tauberbischofsheim) erläuterte den gesamten Ausbauplan. Mit dem Kanalbau werde an der tiefsten Stelle begonnen. Die Kanalrohre müssen vom 300er-Rohr auf 400er-Rohre ausgedehnt werden. Er unterstrich die Notwendigkeit der Maßnahme. Vorgesehen seien ein Vollausbau der Straße, beidseitige Betonpflasterstreifen zur Wasserführung vor den Bordsteinen sowie ein einseitiger Gehweg mit Betonpflaster. Im Zuge des Straßenbaus würden DSL-Leitungen verlegt und die Straßenbeleuchtung erneuert.

Finanzierung

Zum Thema Finanzen meinte Irene Trabold, die Rommelstraße sei seit über zehn Jahren in der Mittelfrist-planung enthalten. Eine Finanzierung der Gesamtmaßnahme sei ohne Zuschüsse nicht darstellbar. In der Beratung über die Investitionen 2020 sei besprochen worden, die Straße in kleineren Abschnitten anzugehen.

Für den Straßenbau wurden aus dem Ausgleichstock Fördermittel in Höhe von 280 000 Euro für die gesamte Straße bewilligt. Förderanträge für den Bereich Abwasser seien in den vergangenen beiden Jahren abgelehnt worden. Im Oktober werde ein erneuter Antrag gestellt, so Trabold.

Im Haushalt 2020 sind 200 000 Euro für den Straßenbau finanziert. Die Mittel im Ergebnishaushalt für Kanalunterhaltungen betragen 100 000 Euro. Diese werden auf die Rommelstraße umgeschichtet. Außerdem können getätigte Ausgaben mit der Abwasserabgabe verrechnet werden, schätzungsweise 80 000 Euro bekommt die Kommune so zurück.

Im Straßenbau wird eine überplanmäßige Ausgabe von rund 92 000 Euro notwendig. Diese Mittel sollen aus Mehreinnahmen aus Verkaufserlösen im Gewerbepark II finanziert werden.

Jürgen Goldschmitt meinte, Ende Oktober 2019 sei die Maßnahme besprochen worden. Damals sei von 200 000 Euro für Straße und Kanal die Rede gewesen. Nun sei man bei 487 000 Euro ohne die Arbeiten für das Stadtwerk. Er wollte wissen, woher diese enorme Preissteigerung komme. Wenn der erste Abschnitt auf den Weg gebracht sei, könne mit den anderen Abschnitten nicht gewartet werden, meinte er weiter.

Martin Winkler schlug vor, aus optischen Gründen auf die Betonrinne zu verzichten. Er meinte, zehn Prozent günstiger zu fahren, wenn man die Ausschreibung nochmals aufhebe. Große Baufirmen würden sich derzeit auch um kleinere Projekte reißen.

Wenig Einsparmöglichkeiten

Planer Sack sagte, bei der Betonrinne liege das Einsparpotenzial bei 10 000 bis 12 000 Euro. Sonst sehe er wenig Einsparmöglichkeiten, der Aufbau sei nach den Vorschriften gewählt. Stadtkämmerin Elke Geiger-Schmitt erinnerte daran, dass in der damaligen Sitzung bereits darauf hingewiesen worden sei, dass 2021 ein „großer Brocken“ kommen werde.

Auch Stefan Grimm sah die Maßnahme als „sehr teuer“ an, eben bei Vor-Corona-Preisen. Er schlug vor, das Ganze komplett auszuschreiben. Dies sei vielleicht doch interessant für bestimmte Firmen. Er wolle die Maßnahme Rommelstraße nicht ohne Förderung angehen.

Bürgermeister Thomas Schreglmann argumentierte, Külsheim habe eine hohe Förderquote. Also sei aus Stuttgart der Vorschlag gekommen, die Maßnahme in kleinen Portionen anzugehen.

Matthias Ruff fragte, ob es realistisch sei, bei einer neuen Ausschreibung eine signifikante Minderung erreichen zu können. Sack sah wohl eventuelle Einsparungen, vom Vergaberecht her sei der Gedanke als kritisch anzusehen. Die Stadtkämmerin ergänzte, eine Ausschreibung könne nur aus schwerwiegenden Gründen aufgehoben werden. Der Bürgermeister sah die Preise nicht fallen, die Firmen seien ausgelastet.

Schließlich beschloss der Gemeinderat wie vorgeschlagen bei drei Gegenstimmen von Stefan Grimm, Lars Wölfelschneider und Martin Winkler. hpw