Kreuzwertheim

20-jährige Tradition Männergesangverein Kreuzwertheim und Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Röttbach gaben am Silvestertag kleines Konzert

Zeit der Dankbarkeit im Dreivierteltakt

Archivartikel

Der Männergesangverein Kreuzwertheim und die Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Röttbach betrieben am Silvesternachmittag eine ganz besonderere Art der Nachwuchswerbung.

Kreuzwertheim. Am Silvesternachmittag hatten sich auf Einladung des Männergesangvereins 1881 Kreuzwertheim (MGV) viele Einwohner der Marktgemeinde am Fürstin-Wanda-Haus eingefunden, um ein besonderes Jubiläum zu begehen: Vor genau 20 Jahren, zum Jahreswechsel 1999/2000, hatte der MGV (unter der Leitung von Otto Vogel) die Idee, gemeinsam mit der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Röttbach (Leitung: Reinhard Kaufmann) die notwendige Nachwuchswerbung ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.

Aus dieser Idee wurde eine feststehende kulturelle Veranstaltung zum Jahresende, an der viele Kreuzwertheimer Bürger teilnehmen. Neue Sänger und neue Musiker werden nach wie vor gebraucht, gerade auch in den kommenden Jahren.

„Wir sind wir“

„Schon wieder ist ein Jahr vergangen“, mit diesem von Dirigent Otto Vogel arrangierten Lied und der Polka „Wir sind wir“ der Musikkapelle wurde die Feierstunde musikalisch eröffnet. Der Vorsitzende des MGV, Andreas Schmidt, appellierte mit humorvollen Worten „traditionell und beharrlich“, nicht zu lange zu überlegen, sondern sich für eine Mitgliedschaft im Gesangverein bewusst zu entscheiden, anstatt auf eine zufällige Entscheidung vergeblich zu warten.

Beim folgenden „Blumenwalzer“, den die Musikkapelle dezent und mit wohligen Klangfarben der Klarinetten, Trompeten und Tenorhörner genussvoll präsentierte, konnten sich die Zuhörer im Takt mitwiegen.

Bürgermeister Klaus Thoma stellte seinen Rückblick unter das Wilhem-Busch-Zitat „Ein, zwei, drei, im Sauseschritt läuft die Zeit – wir laufen mit“.

Politische Ereignisse auf internationaler wie nationaler Ebene erwähnte Thoma stichpunktartig und stellte die Frage nach Offenheit, Respekt und Toleranz, die von jedem Einzelnen ausgehen sollen.

Interessant war die Erinnerung an bedeutende Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Kultur. Berühmte Namen wie Jacques Chirac und Erhard Eppler waren zu hören, aber auch weniger bekannte, trotzdem bedeutende Persönlichkeiten wurden genannt, so Lisbeth Werhahne, Tochter von Konrad Adenauer. An den erst am 30. Dezember verstorbenen sympathischen Schauspieler Jan Fedder denken viele derzeit besonders.

Auch aus der Mitte der Kreuzwertheimer Gemeinde mussten Angehörige, Weggefährten und Freunde verabschiedet werden, die in der Erinnerung weiterleben.

Viel erreicht

Auf gemeindlicher Ebene sei viel erreicht worden und man könne auf ein gutes Jahr zurückschauen. Die offizielle Ernennung zur „coolsten Gemeinde Mainfrankens“ sei natürlich ein herausragendes Ereignis gewesen.

Wichtige Meilensteine waren auch Kindergartenerweiterung, Generalsanierung der Turnhalle Röttbach, der Quätschichplatz, „Medi-Center“ und Medizinisches Versorgungszentrum sowie die Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen. Thoma lobte das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger, ohne das vieles nicht möglich gewesen wäre. Der Bürgermeister schloss mit einem Silvestergedicht von Johann Peter Hebel: „Das alte Jahr hat’s schlau gemacht, fort ist’s bei Nebel und bei Nacht. Zum großen Glück für fern und nah war auf der Stell’ ein andres da“.

Pfarrer Dieter Hammer von der katholischen Heilig-Kreuz-Kirche gab Anregungen für den persönlichen Lebensbereich anhand der Jahreszeiten: Was habe man im Frühjahr ausgesät? Welche schönen Erfahrungen habe man im Sommer gemacht? Was habe man im Herbst geerntet? Und schließlich komme die Natur und auch der Mensch im Winter zur Ruhe und habe Zeit zur Dankbarkeit. So solle man dankbar und mit Gottvertrauen in das neue Jahr gehen.

Das gemeinsam gesungene, von zwei Dirigenten geleitete Lied „Lasset uns das Leben genießen“ war die Überleitung zu einem Gläschen Sekt und zu angeregten Gesprächen, bevor ein Großteil der Zuhörer am Silvestergottesdienst mit Pfarrerin Stephanie Wegner in der evangelischen Kirche teilnahm.