Kreuzwertheim

Versorgung Bei Routineuntersuchung Verunreinigung mit coliformen Keimen festgestellt

Trinkwasser abkochen

Archivartikel

Hasloch.Bei einer Routineuntersuchung im Trinkwasser wurde laut der Gemeindeverwaltung eine Verunreinigung mit coliformen Keimen festgestellt. Das Trinkwasser entspreche nicht mehr den Anforderungen der Trinkwasserverordnung, hieß es.

Keine Erreger

Aus Vorsorgegründen müsse das entnommene Trinkwasser abgekocht werden. Dabei ist zu beachten, dass das Wasser kurz aufsprudeln muss. Das gleiche gelte für solches Wasser, das zwar nicht zum Trinken bestimmt ist, aber bei der Herstellung, Bearbeitung, Abfüllung oder Verpackung von Lebensmitteln unmittelbar oder mittelbar mit diesen in Berührung kommt (zum Beispiel Salatputzen, Zähneputzen), sei es auch nur infolge der Reinigung von Geräten oder Gefäßen.

Bei den festgestellten Keimen handelt es sich nicht um Krankheitserreger, sondern um sogenannte Indikatorkeime. Da die Untersuchung auf Krankheitserreger wegen der zu großen Anzahl der in Frage kommenden Erreger nicht möglich ist, wurden vom Gesetzgeber Indikatorkeime festgelegt, die routinemäßig nachgewiesen werden können.

Werden diese Keime nachgewiesen, muss davon ausgegangen werden, dass verunreinigtes Oberflächenwasser in die Versorgungsanlage gelangt ist.

Es kann somit nicht ausgeschlossen werden, dass auch Krankheitserreger mit eingedrungen sind, deshalb werde aus Vorsorgegründen das Abkochgebot erlassen, so die Gemeindeverwaltung.

Geringe Chlorkonzentration

Da es sehr schwierig ist, sämtliches Trinkwasser abzukochen, das zum täglichen Bedarf benötigt wird, habe die Gemeinde beschlossen, das Trinkwasser mit Chlor zu desinfizieren.

Dem Trinkwasser werde dabei die nach der Trinkwasserverordnung zulässige Menge an Chlor zugegeben. Ein leichter Chlorgeruch sei daher nicht auszuschließen. Mit Chlor desinfiziertes Wasser ist für Aquarien ungeeignet.

Die Chlorung des Trinkwassers hat am Donnerstag begonnen. Nach der Installation einer Chloranlage werde das gesamte Leitungsnetz gespült.

Desinfektion

Durch diese Maßnahme solle erreicht werden, dass das gesamte Versorgungsnetz und die dazugehörigen Hochbehälter desinfiziert werden. Die Gemeinde empfiehlt die Hausinstallation durch Öffnen einiger Entnahmestellen ebenfalls durchzuspülen.

Das bestehende Abkochgebot müsse solange eingehalten werden, bis eine einwandfreie bakteriologische Wasseruntersuchung vorliegt. Die Aufhebung des Abkochgebotes wird den Haslochern mitgeteilt. Die eingesetzte Chlorkonzentration führe zu keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung führen kann. Die Beendigung der Chlorung werde ebenfalls bekanntgegeben, so die Gemeindeverwaltung.