Kreuzwertheim

„Lebensräume auf Kalkstandorten“ Offenlandflächen statt Verbuschung

Spezielle Landschaftspfleger im Einsatz

Archivartikel

Oberwittbach.Für das BayernnetzNatur-Projekt „Lebensräume auf Kalkstandorten im Landkreis Main-Spessart“ des Landschaftspflegeverbands werden aktuell die Kalkmagerrasen der Stadt Marktheidenfeld auf dem Bocksberg in der Gemarkung Oberwittbach gepflegt. Das Pflegepersonal besteht aus einer kleinen Herde Skudden und Heidschnucken eines lokalen Weidetierhalters. Die Schafe fressen die kraut- und strauchreiche Vegetation ab und beugen somit einer Verbuschung vor. Skudden sind eine alte und seltene Landschafrasse, die ihren Ursprung in Ostpreußen hat.

Besonders geeignet

Genauso wie Heidschnucken eignen sie sich besonders gut zur Landschaftspflege, da sie stark wüchsige Pflanzen und Sträucher wie Brombeeren oder Schlehen fressen. Durch den Verbiss bleiben hochwertige Offenlandflächen mit ihren typischen Arten wie Küchenschelle oder Fransen-Enzian erhalten.

Die Beweidung hat den Vorteil, dass die Tiere immer an verschiedenen Stellen fressen, wodurch ein kleinflächiges Mosaik von kurzer, halbwüchsiger und hoher Vegetation entsteht.

Solche Strukturen sind für den Naturschutz von hoher Bedeutung, da Insekten wie Käfer oder Schmetterlinge von den verschiedenen Vegetationsphasen profitieren. Mit ihrer dichten Wolle tragen die Tiere zudem zur Saatgutverteilung bei.

Aufgelassener Steinbruch

Der Bocksberg, ein aufgelassener Steinbruch, ist als sogenannter „Zeugenberg“ ein Relikt der Erdgeschichte. Dort kann der Besucher erkennen, dass der Buntsandstein einst vom Muschelkalk überdeckt war.

Durch natürliche Erosion ist über Jahrmillionen der Muschelkalk rings um den Bocksberg verschwunden. Durch diesen Status ist er auch ein wichtiger Trittstein für den Biotopverbund im Muschelkalk.

Das Bayernnetz-Natur-Projekt des Landschaftspflegeverbands läuft seit Juni 2019.

Das Projekt setzt in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde und anderen Kooperationspartnern Naturschutzmaßnahmen um, damit Magerstandorte durch geeignete Pflege und Bewirtschaftung offengehalten und weiter optimiert werden. lra