Kreuzwertheim

Geburtstag Langjähriger Kreuzwertheimer Gemeinderat Gerhard Lusiardi wird am Mittwoch 80 Jahre alt

„Langeweile gibt es nicht“

Wiebelbach.An und für sich habe sich ja nicht viel geändert, sagt der Jubilar mit Blick auf einen älteren biografischen Artikel über ihn. Um dann gleich anzufügen: „Außer, dass ich nicht mehr im Gemeinderat bin“. Und noch etwas ist anders, als in dem Bericht, der zu seinem 70. Geburtstag erschien, beschrieben. „Vor sechs Jahren haben wir geheiratet“, erzählen Gerhard Lusiardi und seine Frau Irene mit einem Lächeln. Heute feiert er seinen 80. Geburtstag.

Geboren in Wertheim

Geboren wurde Lusiardi am 11. September 1939 auf der anderen Mainseite, in Wertheim. Der Vater starb früh und so musste die Mutter die vier Kinder alleine erziehen. Auch wenn man nicht viel gehabt habe, so sei die Kindheit doch eine schöne gewesen, erinnert sich der Jubilar noch heute mit leuchtenden Augen.

Nach dem Schulbesuch lernte Lusiardi bei der Firma Graf im Hofgarten den Beruf des Glasbläsers. So wie er sich seine Lehrstelle selbstständig gesucht hatte, arbeitete er nach der Ausbildung auch einige Jahre Akkord, um sich das Geld für die Weiterbildung zum Glastechniker selbst zu verdienen.

1962 wurde er Meister und kehrte 1964 als solcher in den früheren Ausbildungsbetrieb zurück, nachdem er zuvor einige Jahre als Selbstständiger gearbeitet hatte. Vor die Entscheidung gestellt, in den eigenen Betrieb zu investieren, oder ein Haus zu bauen, gaben frühere schlechte Erfahrungen als Mieter den Ausschlag für das Eigenheim.

Aus einer ersten Ehe, die 1974 geschieden wurde, gingen drei Töchter hervor, von denen eine früh starb. Ab 1976 war Gerhard Lusiardi mit Gerlind Kabza verheiratet, seiner Jugendliebe, wie er sagt. Ein Sohn und eine Tochter wurden geboren. 1978 übernahm der Jubilar den Betrieb seines Schwiegervaters, der im Metallgewerbe tätig war.

Unweit der Firma kaufte die Familie in Wiebelbach ein „vollkommen vergammeltes Anwesen“ und verwandelte es in ein wahres Schmuckstück. 1998 wurde der eigene Betrieb verkauft. Drei Jahre später starb Lusiardis Ehefrau nach schwerer Krankheit.

Vielseitig engagiert

Einige Jahre lang war der Jubilar Mitglied des Kirchenvorstandes. 1972 wurde er erstmals in den Gemeinderat gewählt, dem er zunächst bis April 1984, dann wieder ab Januar 1985 bis April 1990 und schließlich von 2002 bis 2014 insgesamt fast drei Jahrzehnte lang angehörte, zuletzt als Sprecher der CSU-Fraktion.

Sein eigentlicher Traumberuf sei ja Schreiner gewesen, erzählte der Jubilar einmal. Als Hobby hat er sich diesen Traum erfüllt, sehr zur Freude der vier Enkel und drei Urenkel. Denn Opa baut Pferdeställe und Puppenhäuser – und für seine Frau Irene entstand ein Pavillon im Garten. „Ich habe alles, was ich brauche, alle Geräte und Maschinen“, berichtet er stolz. Die meisten seien Geburtstagsgeschenke gewesen.

Beim Studium des VHS-Programms habe er einmal vor sich hingemurmelt, so ein Schnitzkurs, wie er darin angeboten wurde, würde ihn auch interessieren, schmunzelt der Jubilar. „Die Kinder haben das mitgehört und mir den Kurs dann zum Geburtstag geschenkt.“ Kein Wunder, dass er und seine Frau übereinstimmend feststellen: „Langeweile gibt es nicht.“ Sicher auch nicht heute, an seinem Ehrentag. Den Glückwünschen schließen sich die Fränkischen Nachrichten an.