Kreuzwertheim

Kopfschütteln über Rechnungsprüfer Reisecoupon stieß bei der Aufsicht auf Bedenken

Künftig gibt es für ausscheidende Ratsmitglieder keinen Gutschein mehr

Kreuzwertheim.Unverständnis und Verärgerung waren ihnen anzusehen und entsprechend fielen auch die Beschlüsse am Ende aus. Künftig wird es für ausscheidende Gemeinderatsmitglieder in Kreuzwertheim nur noch eine Urkunde und ein Weinpräsent „und einen warmen, von Herzen kommenden Händedruck des Bürgermeisters“ geben, aber kein weiteres Abschiedsgeschenk als Anerkennung.

Darauf verzichteten die Kommunalpolitiker auf Anregung von Isolde Franz (CSU), nachdem von Seiten des Rechnungsprüfers des Landratsamtes beim Abschlussgespräch zur jüngsten überörtlichen Rechnungsprüfung entsprechende Bedenken gegen die bisherige Praxis erhoben worden waren.

Die sah, rekapitulierte Bürgermeister Klaus Thoma in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, bislang vor, dass neben Urkunde und Weinpräsent pro Jahr der Mitgliedschaft im Gremium ein bestimmter Betrag in Form eines Reisegutscheines überreicht wurden. Der Rechnungsprüfer habe nun darauf hingewiesen, „dass sonstige Entschädigungen außerhalb von Pauschalbetrag und/oder Sitzungsgeld nicht vorgesehen werden sollten“.

Die Gemeinde habe hier zwar einen gewissen Handlungsspielraum. Der Rechnungsprüfer empfahl allerdings, einen Höchstbetrag von 400 bis 450 Euro nicht zu überschreiten. „Dies soll und darf keine zusätzliche Entschädigung darstellen, sondern eine reine Anerkennung“, hieß es nun in der Vorlage für die Sitzung.

Alle verzichten

Der Vorschlag der Verwaltung lautete daher, einen Betrag von 15 Euro pro Jahr Mitgliedschaft im Gemeinderat vorzusehen, der maximale Höchstbetrag von 450 Euro – der festgeschrieben werden sollte – würde damit nach fünf vollen Wahlperioden, oder 30 Jahren, erreicht. „Ne, ich sags net“, machte Günter Kohrmann (CSU) auch ohne viele Worte deutlich, was er von der Angelegenheit hielt und auch Silvia Klee (SPDPlus) hatte zwar Kopfschütteln, aber „keinen Kommentar mehr“ für die Bedenken übrig.

Bürgermeister Thoma fand „so etwas“ ebenfalls „nicht gut“. Isolde Franz wollte schließlich im Protokoll festgehalten wissen, dass sie bei ihrem Ausscheiden auf ein entsprechendes Präsent verzichte.

Eine Haltung, der sich alle anschlossen. Klee meinte noch leicht sarkastisch, „am Ende kommt noch mal jemand und fordert wegen einer vermeintlichen Fehlentscheidung die 15 Euro zurück“. ek