Kreuzwertheim

Marktgemeinderat Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses auf der Tagesordnung

Kreuzwertheim dreht vorerst nicht an der Steuerschraube

Kreuzwertheim.Die Marktgemeinde Kreuzwertheim wird vorerst nicht an der Steuerschraube drehen. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am Dienstag.

Auf die Agenda gekommen war das Thema durch einen Bericht über die überörtliche Rechnungsprüfung in Kreuzwertheim im Zeitraum 2005 bis 2016. In diesem wird unter anderem festgestellt, dass die Steuerkraft der Marktgemeinde im genannten Zeitraum deutlich über dem Landesdurchschnitt lag.

Sprich: die Gewerbesteuer und Grundsteuer lagen unter dem Durchschnitt. Zudem seien die Hebesätze für die Grundsteuer A und B schon seit 1994 nicht mehr angepasst worden, die für die Gewerbesteuer sogar bereits seit 1981 nicht mehr. Aktuell liegen alle drei Sätze bei 300 Prozent. Zum Vergleich: Die Grundsteuer A liegt im Landesschnitt (Stand 2018) bei 341,2 Prozent, die Grundsteuer B bei 334,8 Prozent und die Gewerbesteuer bei 333,0 Prozent. Angesichts dieser Ausgangslage haben die Prüfer in ihrem Bericht eine Überprüfung der Hebesätze angeraten.

Der Gemeinderat kam dieser Empfehlung nun nach und entschied sich gegen eine Anhebung. Die Gemeindevertreter waren sich einig, mit einem solchen Schritt abwarten zu wollen, da dieser momentan ein falsches Signal an die Wirtschaft vor Ort senden würde. Der gleichen Meinung war auch Bürgermeister Klaus Thoma. Der Ratshauschef betonte jedoch, dass eine Anhebung langfristig unvermeidbar sei. „Auf lange Sicht werden wir nicht darum herum kommen, spätestens wenn wir eine Fremdfinanzierung brauchen“, sagte Thoma.

„Jeder Euro schade“

Auf der Tagesordnung stand zudem die mögliche Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses. Architekt Stefan Zöller hatte nach Begutachtung des Gebäudes eine klare Meinung. Er riet dem Gemeinderat von einer Erweiterung ab. „Wenn man das erweitern will, ist jeder Euro schade“, so Zöller. Ursprünglich war der Marktheidenfelder Architekt beauftragt worden, eine Einschätzung zum Umfang eines möglichen Gutachtens zur Erweiterung des Gebäudes abzugeben. Anhand zahlreicher Bilder und Bauzeichnungen verdeutlichte er den Gemeindevertretern die gegenwärtige Beschaffenheit des Bauwerks und warum eine Erweiterung desselben seiner Meinung nach wenig Sinn ergebe.

Unter anderem bemängelt er, dass das Feuerwehrgerätehaus sehr beengt sei. Zudem gebe es dort sogenannten Kreuzungsverkehr zwischen ankommenden und ausrückenden Personen. Eigentlich sei es bei Feuerwehrgebäuden das A und O, dass es so etwas gerade nicht gebe. Der Gemeinderat folgte Zöllers Einschätzung und votierte dafür, kein Gutachten zum Ausbau des Feuerwehrgerätehauses erstellen zu lassen. Daneben beauftragte das Gremium die Stadtverwaltung, mit dem Kreisbrandmeister und der Regierung von Unterfranken Voraussetzungen und Höhe einer möglichen Förderung für den Neubau eines Gerätehauses für die Floriansjünger abzuklären. Und auch mögliche Grundstückd für einen Standort sollen bereits überprüft werden.

Aus den Reihen der Gemeinderäte gab es zahlreiche Fragen zu einem möglichen Neubau. Etwa hinsichtlich der Planungsdauer. Architekt Stefan Zöller verwies darauf, dass erst einmal eine passende Fläche gefunden werden müsse, bevor man überhaupt ins Planungsverfahren gehen könne. Ein geeignetes Grundstück müsste laut Zöller eine Fläche von mindestens 4000 Quadratmetern haben.