Kreuzwertheim

Gemeinderat Markt ist nach wie vor schuldenfrei

In Wertpapiere investiert

Kreuzwertheim.Auch 2017 war finanziell wieder ein gutes Jahr für den Markt Kreuzwertheim. Das zeigt die Jahresrechnung, die der Gemeinderat am Dienstagabend zur Kenntnis nahm.

Was tun, wenn man über eine hohe Rücklage verfügt, für die man aber, wenn man sie herkömmlich anlegt, keine Zinsen mehr erhalten würde, sondern im Gegenteil sogar Verwahrentgelte bezahlen müsste. Die Verantwortlichen des Marktes Kreuzwertheim haben diese Frage so entschieden, dass für 1,8 Millionen Euro Wertpapiere erworben worden sind.

Das geht aus der Jahresrechnung 2017 hervor, die Bürgermeister Klaus Thoma in der Sitzung des Gemeinderates am Dienstag erläuterte. In dieser stehen dann auch überplanmäßige Ausgaben für entsprechende Bankgebühren. Die Geschäfte habe man nur mit den Kreditinstituten gemacht, mit denen man auch bisher und seit langen Jahren zusammenarbeite, so Thoma auf Nachfrage von Silvia Klee (SPD), die sich sorgte, wer in der Verwaltung über die notwendigen Fachkenntnisse für den Wertpapierhandel verfüge.

„Es sind sichere Papiere“, betonte der Bürgermeister und verteidigte die Entscheidung unter anderem mit dem Hinweis, dass Strafzinsen, so man diese hingenommen hätte, von der nun anstehenden Rechnungsprüfung eigentlich beanstandet werden müssten.

Mehr Gewerbesteuereinnahmen

Die allgemeine Rücklage des Marktes betrug zum Ende vorigen Jahres knapp 6,451 Millionen Euro. Entnommen worden waren ihr rund 231 054 Euro, nachdem im Haushaltsplan noch 301 300 Euro Entnahme vorgesehen war. Etwas höher als geplant fielen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer aus. In die Kasse des Marktes flossen rund 2,5 Millionen Euro. Das sind knapp 920 000 Euro weniger als 2016. Dies allerdings sei „ein Ausnahmejahr“ gewesen, so der Bürgermeister.

Er erläuterte diverse weitere Mehr- und Mindereinnahmen, respektive Mehr- und Minderausgaben des Verwaltungshaushaltes. Aus diesem allem folgte, dass dem Vermögenshaushalt beachtliche 1,382 Millionen Euro zugeführt werden konnten, bei einem Haushaltsansatz von 786 600 Euro.

Dass die Zuführung im Jahr zuvor sogar 1,829 Millionen Euro betrug, lag an dem schon erwähnten Ausnahmecharakter. Knapp übertroffen wurde im Vermögenshaushalt der Ansatz der Einnahmen für den Verkauf von Gewerbeflächen, der bei 1,1 Millionen Euro lag.

Für den Kauf von Grundstücken wurden 1,36 Millionen Euro ausgegeben, mehr als eine halbe Million Euro davon überplanmäßig, weil die vorgesehenen Haushaltsmittel und vorhandenen Ausgabereste nicht ausreichten. Apropos Haushaltsausgabereste: Deren Stand beträgt jetzt insgesamt 3,463 Millionen Euro.

Keine Kredite aufgenommen

Nach wie vor ist der Markt Kreuzwertheim schuldenfrei, während bayerische Gemeinden vergleichbarer Größe mit durchschnittlich mehr als 600 Euro in der Kreide stehen. Man habe hohe Investitionen getätigt ohne Kredite aufnehmen und „nur ein ganz kleines Schlückchen aus der Rücklagenpulle nehmen zu müssen“, vermerkte Thoma nicht ohne Stolz.

„Das Jahr 2017 war wieder außerordentlich positiv, die Erwartungen und hohen Ziele wurden mehr als erfüllt. Wenn jedes Jahr so laufen würde, wie 2017 - und auch 2016 - wäre es gut“, bilanzierte der Bürgermeister.