Kreuzwertheim

Bildung Schulverbandsversammlung Kreuzwertheim zieht positive Bilanz für 2019 / Kosten für Personal, Bauunterhalt und Bewirtschaftung gesunken

Fast 30 000 Euro in den Standort investiert

In der ersten Sitzung der Schulverbandsversammlung Kreuzwertheim in der neuen Legislaturperiode gab es einen positiven Rückblick und Neuwahlen der Vorsitzenden.

Kreuzwertheim. Auf ein finanziell gutes Jahr 2019 für den Schulverband blickte der bisherige Vorsitzende der Schulverbandsversammlung, Karl-Heinz Schöffer, am Montag im Sitzungssaal des Kreuzwertheimer Rathauses zurück.

Die Einnahmen des Verwaltungshaushalts übertrafen die Haushaltsansätze von 610 500 Euro leicht um 295 Euro. Bei den Ausgaben des Verwaltungshaushalts wurden Einsparungen von insgesamt 83 546 Euro erzielt. Sie resultierten aus weniger Personalausgaben, dem Bauunterhalt (etwa 13 000 Euro weniger als veranschlagt) und den Bewirtschaftungskosten (rund 7 000 Euro weniger). Die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt beläuft sich auf 180 142 Euro. Der Schulverband ist schuldenfrei.

Für Investitionen wurden insgesamt 29 082 Euro ausgegeben. Davon entfielen beispielsweise 8068 Euro auf neue Möbel und 1060 Euro auf einen PC. Für Maßnahmen des Digitalpakts hinsichtlich Ausstattung der Schule mit e-Screens und Weiterem wurden 6 243 aufgewandt. In Lärmschutzmaßnahmen investierte der Verband 9080 Euro, weitere 4370 Euro entfielen auf die Planungsarbeiten für die EDV-Verkabelung des Schulgebäude. Der Rücklage konnten 135 142 Euro zugeführt werden. Sie umfasst nun 568 261 Euro.

„Wir könnten überlegen die Verbandsumlage für die Gemeinden etwas zu senken“, sagte Schöffer mit Verweis auf die Schuldenfreiheit und die Rücklagenhöhe. Diese Rücklagen wären wichtig für eine zukünftig irgendwann anstehende Generalsanierung, so Schöffer.

In Sachen „Digitale Bildungsinfrastruktur an bayrischen Schulen“ profitiert auch die Grundschule in Kreuzwertheim vom bundesweiten Digitalpakt für Schulen. Die Schule erhält in Kreuzwertheim aus diesem Programm 79 563 Euro.

Das Konzept

Das im März 2019 von der Schulverbandsversammlung beschlossene Konzept umfasst den Anschluss der Schule an das Glasfasernetz, die EDV-Verkabelung des Schulgebäudes und die Digitalisierung der Klassenzimmer nach einem von der Schule zu erarbeitenden Konzept.

Im Mai 2019 hatte man die Deutsche Telekom für 25 544 Euro beauftragt, einen Glasfaseranschluss zu installieren. Die Regierung von Unterfranken fördert die Maßnahme mit 22 990 Euro. Inzwischen ist der Anschluss realisiert. Ebenso im Mai erhielt die Firma Poscimur den Planungsauftrag für die EDV-Verkabelung. Die Maßnahme umfasst auch die Digitalisierung der Klassenzimmer und wird von der Regierung Unterfranken mit 79 563 Euro gefördert. Vergeben wurde der Auftrag für die Maßnahme an die Firma OFM Netzwerk & Systemtechnik Alzenau. Die Verkabelung soll in den kommenden Sommerferien erfolgen, weil die nötigen Kernbohrungen den Schulbetrieb massiv beeinträchtigen würden. Die Angebotsanforderung für die E-Screens ist noch offen, sie können aber sowieso erst nach der Verkabelung genutzt werden. Die Notebooks mit Dockingstation für den Computerraum sollen in Kürze geliefert werden.

Im Mai 2020 informierte das Bayrische Staatsministerium für Kultus und Unterricht, dass für die Grundschule ein Sonderbudget für Leihgeräte in Höhe von 8369 Euro bis 31. Juli 2020 reserviert sei. Die Geräte sollen Familien ohne eigene Technik das Fernlernen erleichtern. Rektor Peter Erdmann sah bisher kein Bedarf an solchen Leihgeräten. Schöffer stellte fest: „Ich hoffe, dass der normale Schulbetrieb bald wieder losgeht.“

Erdmann ging auf die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Grundschule in Kreuzwertheim ein. Mit nur drei Tagen Vorlauf sei es im März zur Schließung der Schule gekommen. „Wir wussten viele Details noch nicht und mussten neue Vorgaben herausfinden und Spielräume vor Ort ausloten.“ Eine große Herausforderung sei die Organisation des Fernlernen gewesen. Als erster Schritt wurde allen Schülern Material bereitgestellt. Da er befürchtete, dass die bayernweite staatliche Lernplattform dem Ansturm nicht standhalten würde, entwickelte er eine eigene Lösung um Material und Medien online bereitzustellen. Es funktioniere gut. Auch die schrittweise Öffnung habe die Schule vor Herausforderungen gestellt. Zwei Lehrkräfte seien vom Präsenzunterricht befreit, eine Lehrkraft sei als Referendarin nicht jeden Tag da. „Es ist alles auf Kante genäht.“ Wegen des knappen Personals hoffe er auf Unterstützung durch das Schulamts.

Die Schule habe aktuell vier Aufgaben zu meistern: Die Notbetreuung, der Präsenzunterricht für Teile der Klassen, das Fernlernen für den anderen Teil und der Aufbau pädagogischer Begleit- und Unterstützungsangebote für die Schüler. Trotz aller Herausforderungen spiele es sich inzwischen gut ein. „Im Moment planen wir ein ganz normales kommendes Schuljahr.“ Erdmann sah in der Krise auch eine Chance für die Digitalisierung. Vom Land forderte er: „Weniger Kontrolle und mehr Vertrauen für Lösungen vor Ort.“