Kreuzwertheim

Wirtschaftsforum Gastromöbel-Hersteller Hoffmann und Autohaus Spindler waren Ziel interessanter Rundgänge / Thoma: „Denker und Lenker zusammenführen“

Empfehlungen sorgen für Neukunden

Archivartikel

Beim sechsten Kreuzwertheimer Wirtschaftsforum standen zwei Traditionsunternehmen auf dem Programm: der Möbel-Produzent Hoffmann und das Autohaus Spindler.

Kreuzwertheim. Das halbe Dutzend ist voll. Zum sechsten Mal bereits hat Kreuzwertheims Bürgermeister Klaus Thoma zum Wirtschaftsforum geladen, das, wie er sagte, unter anderem zum Ziel hat, „Denker und Lenker zusammenzuführen“ und Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer und zur Vernetzung bieten solle.

Blick hinter Kulissen

Wie schon im Vorjahr standen mit dem Möbelhersteller Hofmann und dem Autohaus Spindler zwei Firmen im Mittelpunkt, die nicht in einem Gewerbegebiet, sondern in der Marktgemeinde selbst angesiedelt sind. Neben den Gemeinderäten nutzten am Freitag auch wieder zahlreiche Interessierte die Gelegenheit, mehr als nur einen Blick hinter die Kulissen der Unternehmen zu werfen.

Geschäftsführerin Åsa Petersson stellte ihnen zudem die Region Mainfranken GmbH vor. Nicht zum ersten Mal, aber bestimmt genauso engagiert, eloquent und überzeugt wie damals und in den Folgejahren, beantwortete Bürgermeister Thoma zu Beginn die selbstgestellte Frage nach dem Sinn des Wirtschaftsforums unter anderem damit, dass es den Kommunalpolitikern die Chance biete, die ansässigen Unternehmen besser kennenzulernen.

„Das halte ich für ganz wichtig für künftige Entscheidungsprozesse“, betonte er. Ebenso leidenschaftlich warb er für Kreuzwertheim als Wirtschaftsstandort mit günstigen Steuerhebesätzen, guter Infrastruktur, leistungsfähigen Bürgern oder sogar einer „fantastisch guten Kinderbetreuung mit konkurrenzlos günstigen Gebühren“. Und der Bürgermeister ließ es sich auch nicht nehmen, die besuchten Firmen selbst kurz vorzustellen, ehe dann die Verantwortlichen dort das Wort erhielten.

Selbst Ruheständler arbeiten

„Wir sind im Prinzip eine Schreinerei, ein holzverarbeitender Betrieb“, leitete Geschäftsführer Michael Zimmermann seine Präsentation der Firma Hofmann ein, die vielen in Kreuzwertheim noch als „Stuhl-Hofmann“ geläufig ist. 22 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, darunter auch einige, die eigentlich bereits im Ruhestand sind.

Zimmermann wertete dies als „ein Zeichen für ein ganz gutes Betriebsklima“. Der Familienbetrieb in der fünften Generation – im vergangenen Jahr wurde der 90. Geburtstag gefeiert – hat sich in der Zwischenzeit vor allem auf die Einrichtung von gastronomischen Betrieben spezialisiert.

Die Bandbreite ist groß und reicht, wie der Geschäftsführer schmunzelnd vermerkte, „vom katholischen Pfarrheim bis zum Nachtclub und vom Sterne-Hotel bis zum Bahnhofskiosk“.

Klassische Gaststätten finden sich ebenso auf der Kundenliste, wie Cafés, Eis-Cafés oder Vinotheken. 70 Prozent der Neukunden finde man über Empfehlungen, vielfach von Brauereien. Ihnen ebenso wie den Bestandskunden biete man komplette Konzepte inklusive umfangreicher Beratung. Etwas überrascht waren die Anwesenden von Zimmermanns Information, dass man, zumindest derzeit, keine Nachwuchssorgen kennt.

„Ich bin sehr froh, gute junge Leute zu haben.“ Die Firma Hofmann sei ein gutes Beispiel dafür, Nischen zu entdecken, zu besetzen und rechtzeitig neue Wege zu gehen, lobte Åsa Petersson, Geschäftsführerin der Region Mainfranken. Diese wiederum bezeichnete sie als einen wichtigen Faktor in Nordbayern und als „Gallien zwischen zwei Metropolregionen“.

Wie bei Hofmann gab es auch im Autohaus Spindler einen Rundgang und die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu schauen. Verkaufsleiter Norbert Baumann und Serviceleiter Jürgen Kraus warfen einen Blick in die 100-jährige Geschichte des Hauses, die 1919 in Würzburg begann.

In Kreuzwertheim gründeten Hugo Spindler und Helmut Schon 1970 in der Lengfurter Straße das Autohaus Schon, aus dem dann 1985 das Autohaus Spindler wurde.

Viele Schulungen

Seit 2010 befindet man sich komplett in Neubauten an der Haslocher Straße, der alte Standort wurde aufgegeben. 77 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, davon 13 gewerbliche und drei kaufmännische Auszubildende. Man sei ein klassischer Handwerksbetrieb und das sei entsprechend personalintensiv.

Allein 61 Mitarbeiter seien im Service beschäftigt, 34 davon in der Werkstatt. Und die haben an rund 11 000 Fahrzeugen jährlich gut zu tun. Damit sie auf dem neuesten Stand der Technik bleiben, gibt es pro Jahr etwa 100 Schulungstage. Eher ungewöhnlich war, dass auch Verkaufszahlen genannt wurden. So fanden im vergangenen Jahr 533 Gebraucht- und 420 Neuwagen einen neuen Besitzer. 2019 waren es bis jetzt 437 gebrauchte und 314 neue Fahrzeuge der verschiedenen Marken.