Kreuzwertheim

Corona-Pandemie Landratsamt ruft angesichts zu erwartendem Anstieg der Fallzahlen die Bevölkerung zum Einhalten der Vorsichtsmaßnahmen auf

Der Gang zum Amt ist nur in Ausnahmefällen möglich

Main-Spessart-Kreis.Mit elf bestätigten Corona-Fällen und knapp 180 Personen in häuslicher Quarantäne „ist die Lage im Landkreis Main-Spessart noch relativ ruhig“, gaben die Verantwortlichen des Landratsamts des Main-Spessart-Kreises am Wochenende bekannt. Doch sei, so Landrat Thomas Schiebel, mit einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen in den nächsten Tagen zu rechnen.

Viele Verdachtsfälle konnten noch nicht beprobt werden oder die Testergebnisse stehen noch aus. Daher sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

„Verhalten Sie sich so, als ob jede Person, der sie begegnen, potenziell positiv ist. Nur wenn jeder für sich alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen einhält, haben wir noch die Möglichkeit, den Anstieg der Fallzahlen zu verlangsamen“, appellierte Schiebel an die Menschen.

Im Klinikum Main-Spessart bereitet man sich intensiv auf eine große Anzahl von Corona-Patienten vor. Der normale Krankenhausbetrieb in Lohr wurde auf 100 Betten beschränkt. Die restlichen 100 Betten werden für schwere Verläufe der Viruserkrankung vorgehalten. Sollte diese Bettenkapazität nicht ausreichen, stehen in Marktheidenfeld noch 80 Betten bereit.

Der Katastrophenschutzstab ist in der Planung für ein Notkrankenhaus. Derzeit werden mögliche Standorte geprüft.

Kursierende Gerüchte über mögliche Medikamente, die zum Beispiel bei Ebola-Erkrankungen zum Einsatz kommen, und angeblich Covid19-Viren hemmen sollen, stehen die Verantwortlichen des Klinikums skeptisch gegenüber. „Wie es für einen Grund- und Regelversorger angemessen ist, werden keine Medikamente im experimentellen Einsatz angewendet“, betonen sie.

Wie der Landrat betont, könne die derzeitige Schließung des Landratsamts mit seinen Außenstellen für den Publikumsverkehr nicht über Wochen und Monate aufrecht erhalten werden. In der derzeitigen Situation gebe es jedoch keine Alternative, um Besucher und Personal zu schützen. Viele Anliegen lassen sich auch telefonisch, schriftlich oder per Mail erledigen. Denn trotz der Schließung werde im Landratsamt ganz normal weitergearbeitet.

Kfz-Zulassung

Darüber hinaus bietet das Landratsamt im Laufe der nächsten Woche in seinen Außenstellen in Lohr und Marktheidenfeld für begründete Einzelfälle die Möglichkeit, ein Fahrzeug zuzulassen. Die Zulassungsstellen sind allerdings nicht für den allgemeinen Publikumsverkehr geöffnet. Nach telefonischer Terminvergabe werden nur Einzelpersonen Zutritt zum Gebäude bekommen.

Von dieser Sonderreglung können folgende Personen- und Berufsgruppen Gebrauch machen: Gewerbe (insbesondere Speditionen, Busunternehmen), Blaulichtorganisationen und ihre Mitglieder, Mitarbeiter von systemrelevanten Einrichtungen (etwa Ärzte, Pflegepersonal, Telekommunikation) und Landwirtschaft im Vollerwerb. Diese Regelung gilt auch für Behindertenfahrzeuge.

In allen Fällen ist ein entsprechender Nachweis vorzulegen. Zudem muss durch den Kaufvertrag zu belegt werden, dass es sich um einen Privatkauf handelt, da der Kfz-Handel bereits seit Mittwoch geschlossen ist. Die Beschaffung möglicher erforderlicher Kfz-Schilder ist vom Antragsteller sicherzustellen. Hierbei ist zu beachten, dass die entsprechenden Ladengeschäfte geschlossen haben.

Terminabsprachen sind bei der Zulassungsstelle in Karlstadt unter folgenden Telefonnummern möglich: 09353/7931435, 7931434, 7931433, 7931432 oder 7931431.

Nicht zugelassen werden Motorräder und Wohnmobile. Außerdem erfolgt keine Zuteilung von Saisonkennzeichen.

„Es war uns ein dringendes Anliegen“, betont Andreas Hafenrichter, Sachgebietsleiter im Landratsamt, „unseren Kunden der Zulassungsstellen zumindest in wichtigen Einzelfällen eine praktikable Lösung anbieten zu können. Uns ist bewusst, dass auch diese Lösung viele Bürgerinnen und Bürger als unzureichend empfinden. Doch ich hoffe auf Verständnis, dass der Schutz aller Beteiligten oberste Priorität hat.“

Unabhängig hiervon werden in Karlstadt alle Vorgänge, die das Landratsamt postalisch erreichen, bearbeitet und auf dem Postweg wieder versendet, erklären die Verantwortlichen weiter. Dies gelte auch für alle im Zusammenhang mit der Fahrerlaubnis stehenden Vorgänge.

Müllabfuhr

Für die Müllabfuhr im Landkreis Main-Spessart gibt es (Stand Freitag, 12 Uhr) bislang keine Einschränkungen. Die Restmüll-, Bio- und Altpapiertonnen sowie die gelben Säcke werden weiter termingerecht abgeholt. Auch bei den Grüngut-, Sperrmüll- und Problemabfallsammlungen sind derzeit keine Einschränkungen erforderlich.

Die Verantwortlichen appellieren aber an alle Bürger, im Moment auf große Entrümpelungsaktionen zu verzichten, da es zu Engpässen und Überlastungen in den Wertstoffhöfen kommen kann. Ob diese Einrichtungen geöffnet oder geschlossen werden, entscheiden die Gemeinden eigenverantwortlich unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse. Geschlossen sind derzeit die Wertstoffhöfe in Kreuzwertheim, Lohr und Rieneck. Die Kreismülldeponie in Karlstadt hat regulär geöffnet. Zahlungen sollen vorrangig per r EC-Karte erfolgen. lra