Kreuzwertheim

Historie Geschichts- und Heimatverein Kreuzwertheim legt umfangreiches Werk vor / Bilder und Anekdoten in Mundart erinnern an Gründung des Cafés „Zum Seppl“

Bisher umfangreichstes Jahrbuch veröffentlicht

Archivartikel

Kreuzwertheim.Zum 31. Mal in Folge publiziert der Geschichts- und Heimatverein Kreuzwertheim ein Jahrbuch. Es ist mit 432 Seiten das bislang umfangreichste und kann jetzt ausgeliefert werden. Nachdem die eigentlich schon im März angesetzte Jahreshauptversammlung, bei der üblicherweise das aktuelle Jahrbuch offiziell vorgestellt wird, ausfallen musste und auch der Ersatztermin am 29. Mai wegen der Corona-bedingten Einschränkungen wohl nicht wird stattfinden können, soll die neue Schrift jetzt auf anderem Weg ausgeliefert werden.

Unter dem Titel „In Kreuzwertheim durch das Jahr 2019“ beinhaltet das Werk einen Auszug aus der Ortschronik und hält in Wort und Bild die wichtigsten Ereignisse fest, die sich während des zurückliegenden Jahres in der Marktgemeinde ereignet haben, berichtet aber auch zu bedeutsamen historischen Vorgängen. Mit 432 Seiten und über 300 Abbildungen ist es das bislang umfangreichste Kreuzwertheimer Jahrbuch.

Mit dieser Schrift verbindet der Verein zugleich seinen Jahresbericht für die Mitglieder, indem sie auf alle Unternehmungen des Vorjahres zurückblickt und Ausblicke gibt auf das Veranstaltungsprogramm 2020.

Exkursionsziele

Die alljährliche Neuauflage des Buches ist dem Verein über drei Jahrzehnte zur Selbstverständlichkeit und Verpflichtung geworden. Es wird am Ort nicht nur von den Mitgliedern erwartet, sondern auch von vielen Interessenten in und außerhalb Kreuzwertheims. Außerdem hält der Verein über das Jahrbuch Verbindung zu seinen auswärtigen Mitgliedern, die er damit über die Geschehnisse in der angestammten Heimat auf dem Laufenden hält.

Die Titelseite des Buches ziert ein Foto vom umgebauten früheren Gasthaus „Zum Stern“ bei der Hauptstraße. Das traditionell einführende Gedicht „Die Schlehenhecke“ stammt von Peter Hofmann, dem früheren „Seppl-Wirt“ und Heimatforscher, dessen Todestag sich 2019 zum 30. Male jährte.

Erneut wurde in die Publikation ein „Kreuzwertheimer Bildkalender“ aufgenommen, der zu aktuellen Fotos Monat für Monat beschauliche Texte beisteuert und in dieser Form auch in künftigen Ausgaben beigehalten soll.

Breiten Raum in der Publikation nehmen die Berichte zu den Exkursionszielen ein, welche die Geschichts- und Heimatfreunde im vergangenen Jahr angesteuert haben. Dazu gehören die Betriebserkundung im Unterwittbacher Aussiedlerhof Huth, „Zum Mittelpunkt der EU“ bei Westerngrund, ein „Kulturspaziergang durch das alte Lohr“ oder eine Schiffsfahrt auf dem Main von Ochsenfurt nach Kitzingen, die Exkursion „Grüne Patriarchen im Tauberland“.

Studienreise

Zurückgeblickt wird auch auf die mehrtägige erlebnisreiche Studienreise nach Südböhmen sowie auf zwei vom Verein veranstaltete Vorträge im Fürstin-Wanda-Haus. Unter den historischen Artikeln berichtet einer zur „Heuschreckenplage 1749“, die ähnlich auch 2019 in anderen Erdteilen für Schrecken gesorgt hat.

Mit „Der künstliche Krüppel“ ist ein umfangreicher Beitrag über Matthias Buchinger betitelt, einen außergewöhnlichen, stark körperbehinderten Franken, der im 18. Jahrhundert gleichwohl durch höchste Körperbeherrschung und Kunstfertigkeit für weltweites Aufsehen sorgte. Heute ist er aber weitgehend in Vergessenheit geraten.

„Theodor Fontane am Main“ rückt den Besuch des bekannten Schriftstellers als Kriegsberichterstatter von 1866 in den Fokus. „Queen Victoria - ein Kind des Odenwaldes?“ fragt ein Beitrag nach der bedeutenden britischen Königin, die engste Verbindungen zu Franken besaß und deren Wurzeln unter anderem nach Amorbach verweisen.

Nostalgische Bilder

„Graf Wilhelm Heinrich – der Löwenstein’sche Herkules“ stellt einen wegen seiner außergewöhnlichen Körperkraft herausragenden Vertreter des hiesigen Adelshauses vor. Er war gewissermaßen ein Vorgänger von Jakob Herz, der 1929 durch einen denkwürdigen Ringkampf, „Herz vs. Olini“ von sich reden machte.

Nostalgische Bilder und mehrere Anekdoten in heimischer Mundart erinnern an die Gründung des legendären Cafés „Zum Seppl“ vor 70 Jahren. Breiten Raum nimmt der reich bebilderte Beitrag über Wilhelm Hofmann ein, einen „Globetrotter in kaiserlichen Diensten“, den wohl ersten Kreuzwertheimer, der auf drei Kontinenten Spuren hinterlassen hat.

Weitere Aufsätze thematisieren das „Entscheidungsjahr 1949“, „Streiflichter aus Kreuzwertheims Nachkriegsgeschichte“ und den ersten und einzigen Kreuzwertheimer Werbeprospekt von 1969.

Der umfangreichste Beitrag ist betitelt mit „Fenster – die Augen des Hauses“. Er stellt zahlreiche Fenster an Kreuzwertheimer Gebäuden vor, architektonische Besonderheiten, sehenswerte Schmuckstücke, aber auch häufig übersehene oder auch kuriose „Augen“ an Häusern, die in dieser Weise noch nicht zueinandergebracht worden sind.

Das Jahrbuch ist beim Verein, der Volksbankfiliale in Kreuzwertheim und in Schaefer´s Apotheke erhältlich.