Kreuzwertheim

BayernNetzNatur-Projekt Bedeutsame Magerkalkstandorte sollen als wertvolle Lebensräume erhalten bleiben

Biotope mit Trittsteinen verbinden

Archivartikel

Main-Spessart-Kreis.Am Saupurzel in Karlstadt, auf der Homburg in Gössenheim und an vielen anderen Orten sind sie im Landkreis Main-Spessart zu finden: Wertvolle und überregional bedeutsame Magerkalkstandorte, auf denen seltene und unter Naturschutz stehende Pflanzen und Tiere vorkommen. Schon seit den 1980er Jahren engagiert sich der Landkreis Main-Spessart für die Erhaltung und Wiederherstellung dieser Flächen im Kreisgebiet.

Nun gibt es mit dem BayernNetzNatur-Projekt unter der Trägerschaft des Landschaftspflegeverbandes Main-Spessart ein neues Programm. Mit ihm sollen nicht nur mehr Biotope gepflegt werden, wie mit dem inzwischen ausgelaufenem „Life+-Projekt“, das sich vorrangig auf Schutzgebiete beschränkte. Nun geht es darum, Biotope auch außerhalb der so genannten FFH-Gebiete zu entwickeln und die bestehenden Biotope über solche „Trittsteine“ miteinander zu verbinden.

Aus diesem Anlass hatte der Landschaftspflegeverband erstmals einen Runden Tisch veranstaltet, um gemeinsam mit Verantwortlichen aus Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus und Kommunen das Vorhaben zu erörtern und Möglichkeiten der Zusammenarbeit aufzuzeigen. Das Projekt bezieht sich auf die Muschelkalkstandorte im Landkreis, die sich über eine rund 400 Quadratkilometer große Fläche erstrecken. Hier finden sich viele Flächen, die aufgrund fehlender Nutzung inzwischen verbuscht oder bewaldet sind, womit im Laufe der Zeit wertvolle Lebensräume verloren gegangen sind.

Netzwerke knüpfen

Diese gilt es, durch geeignete Pflegemaßnahmen wieder als Magerrasenstandorte zurückzugewinnen. „Wir wollen mit dem neuen Projekt Netze ganz im Sinne des Natur- und Artenschutzes knüpfen“, erläuterte Julia Eberl, zuständige Projektbetreuerin beim Landschaftspflegeverband. „Zum einen gilt es, die bereits vorhandenen Magerrasenbiotope miteinander zu vernetzen. Zum anderen zielen wir auf eine Vernetzung der für die Realisierung des Projekts wichtigen Partner ab.“ Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der „Gebietsbetreuung Muschelkalk“, Christiane Brandt, stattfinden, die bereits seit 2003 im Landschaftspflegeverband Main-Spessart verortet ist. Insgesamt stehen rund 596 000 Euro aus dem Bayerischen Naturschutzfonds mit einem Zuschuss der Glücks-Spirale für die Realisierung des Projekts zur Verfügung.

Auch Landrat Thomas Schiebel unterstrich die Bedeutung des Vorhabens für das Main-Spessart-Gebiet und sagte die Unterstützung des Landkreises zu. Er zeigte sich über die Resonanz beim Runden Tisch erfreut. Schon beim ersten Treffen signalisierten die Anwesenden ihre Bereitschaft, das Vorhaben zu unterstützen. Dabei kann sich eine Mitarbeit hier durchaus positiv auswirken, wie die Projektbetreuerin erläuterte. Etwa für Landwirte, für die sich durch den Vertragsnaturschutz neue Fördermöglichkeiten auf ertragsarmen Böden auftun. Oder aber für die Gestaltung eines naturnahen Tourismus, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Offiziell startet das BayernNetzNatur-Projekt im Landkreis Main-Spessart am Sonntag, 13. Oktober. Ab 14 Uhr findet die Auftaktveranstaltung am Windrad zwischen Karbach und Urspringen statt. Die Besucher erwartet ein buntes Programm aus Marktständen mit regionalen Produkten, allerlei Wissenswertem rund um Landschaftspflege, eine Ausstellung verschiedener Weidetiere und vieles mehr.

Wer sich an dem Projekt schon jetzt beteiligen möchte, kann sich an Julia Eberls wenden. Sie ist beim Landschaftspflegverband am Landratsamt Main-Spessart unter Telefon 0 93 53 / 7 93 18 36 oder per Mail unter Julia.Eberl@Lramsp.de zu erreichen. pm