Kreuzwertheim

Bürgerversammlung Kein Bevölkerungsrückgang / 1,2 Millionen Euro weniger Steuereinnahmen und seit Jahren schuldenfrei

„Bäume wachsen nicht in den Himmel“

Auf ein arbeitsreiches Jahr blickte Kreuzwertheims Bürgermeister Klaus Thoma am Mittwoch bei der ersten Bürgerversammlung des Jahres im gut besuchten Fürstin-Wanda-Haus zurück.

Kreuzwertheim. „Der Gemeinderat war 2019 wieder sehr arbeitsintensiv“, lautete das Fazit von Bürgermeister Klaus Thoma zum vergangenen Jahr. Mit was sich die Gemeindevertreter im vergangenen Jahr so alles beschäftigt haben, das berichtete der Rathauschef seinen Bürgern bei der ersten Bürgerversammlung des Jahres in einem rund 70-minütigen Vortrag.

Dabei hatte das Gemeindeoberhaupt auch allerhand Zahlen und Fakten mitgebracht. Zum Beispiel zur Bevölkerungsentwicklung. Hier gab es eine gute Nachricht: Die Einwohnerzahl ist mit 3979 im Vergleich zu 2018 konstant geblieben. „Wir haben uns gehalten, weil wir Zuzüge hatten“, merkte Thoma dazu an. Um zugleich zu betonen, dass dies dafür spreche, dass Kreuzwertheim eine attraktive Gemeinde sei.

Rückgang der Einnahmen

Auch zur finanziellen Lage der Marktgemeinde hatte der Bürgermeister einige Zahlen mitgebracht. Etwa zu den Steuereinnahmen. Während die Einnahmen aus Grundsteuer A und B im vergangenen Jahr in etwa auf Vorjahresniveau geblieben sind, gab es bei der Gewerbesteuer einen erheblichen Rückgang. Flossen 2018 noch rund 2,7 Millionen Euro an Steuern von den Unternehmen in die Stadtkasse, waren es 2019 nur noch 1,5 Millionen Euro. „Die Bäume wachsen nicht in den Himmel“, kommentierte Thoma die Zahlen lakonisch.

Auf der Ausgabenseite hat die Gemeinde vor allem für ihre Kindergärten deutlich mehr Geld in die Hand genommen, nämlich rund 1,23 Millionen Euro. Das sind rund 220 000 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Viel Geld hat die Kommune ebenso für die Feuerwehr ausgegeben, wie Thoma ausführte. So ist unter anderem der Beschluss zur Anschaffung zwei neuer Fahrzeuge für rund 1,1 Millionen Euro gefällt worden. Der Eigenanteil der Gemeinde liegt bei rund 500 000 Euro.

Mit Blick auf die Finanzen verwies der Bürgermeister abschließend darauf, dass die Marktgemeinde bereits seit 2015 schuldenfrei sei. „Das ist eine enorme Leistung“, hob er hervor.

Im Anschluss an die Ausführungen des Gemeindeoberhaupts durften dann auch die Kreuzwertheimer mit ihren Anliegen zu Wort kommen. Und davon gab es einige. So wollte etwa ein Bürger wissen, wann denn die holprigen Straßen im Bereich Kirchplatz auf Vordermann gebracht würden. Die Antwort: „Sobald das integrierte Städtebaukonzept fertig ist, können wir damit loslegen“. Wann das Konzept fertig sein wird, das konnte Thoma allerdings noch nicht konkret sagen. Auch die geplante Aufwertung der Ehrlichsgärten sorgte für Fragen, nämlich was genau das Ziel der Maßnahme sei. „Wir setzen hier in Eigeninitiative mehr und bessere Maßnahmen um, als dies der Fall wäre, wenn wir Landesvorgaben zu einem Naturschutzgebiet hätten“, erklärte Thoma.

Das Areal als Naturschutzgebiet auszuweisen, sei dementsprechend nicht vorgesehen.

Zur Sprache kam daneben ebenso der Kreuzwertheimer Gnadenhof. „Die Gemeinde hat den Betreibern zwei Ersatzstandorte angeboten, aber sie können sich den Umzug nicht leisten“, sagte Thoma und kündigte an, eine neue Lösung für das Problem zu entwickeln.

Vollzug melden konnte der Rathauschef hingegen bei der Aufhebung des Parkverbots in der Straße „Im Steiggraben“ auf die entsprechende Frage aus dem Publikum.