Kreuzwertheim

Schneider Electric Stellen sollen verlegt werden

80 Mitarbeiter sind betroffen

Archivartikel

Altfeld.Die Geschäftsführung der Schneider Electric Automation mit Standort Marktheidenfeld-Altfeld hatte die Belegschaft Anfang der Woche informiert, dass Produktion und produktionsnahe Bereiche wie Reparatur und Kundenservice an andere Standorte verlegt werden sollen. Darüber hatte die Gewerkschaft IG Metall am Donnerstag in einer Pressemitteilung informiert.

Auf Nachfrage der FN äußerte sich Thomas Martis, Mitglied der Geschäftsführung, wie folgt: Hintergrund für die Verlagerung sei die Vereinfachung von komplexen Lieferketten, um steigenden Kundenanforderungen hinsichtlich Lieferzeit und Liefertreue gerecht zu werden. „Mit einer Verringerung der Akteure innerhalb der Lieferkette und der Anzahl der Schneider-Fertigungsstätten können die Prozesse besser beherrscht und nachhaltiger organisiert werden“, so Martis. Im Fall Marktheidenfeld würden drei Fertigungsstätten auf zwei verbleibende Fertigungswerke reduziert. Europäisch betrachtet finde eine Verlagerung der Fertigung nach Lahr und Frankreich statt. „In der Gesamtbilanz gehen keine Arbeitsplätze verloren“, betont Martis.

Sorge und Ärger bei Gewerkschaft

Von der geplanten Maßnahme sind rund 80 Mitarbeiter betroffen. Insgesamt arbeiten im Schneider Electronic Entwicklungszentrum in Marktheidenfeld etwa 420 Mitarbeiter. „Auch wenn das für die betroffenen Mitarbeiter leider kein wirklicher Trost ist, hat Schneider diese Maßnahme mit größtmöglicher sozialer Verantwortung für seine Mitarbeiter und die Region getroffen“, so Martis.

Sorge und Ärger über die Verlegung herrscht bei den Vertretern der Arbeitnehmer. Sabine Witte, Betriebsbetreuerin des Altfelder Unternehmens bei der IG Metall, erklärte im Gespräch mit den FN: „Die Gewerkschaft fürchtet perspektivisch auch negative Auswirkungen auf andere Bereiche des Standorts wie Konstruktion und Entwicklung.“ So ist es aus Sicht von Witte nicht optimal, wenn es keinen direkten Vorortkontakt von Kundenservice und Reparatur zur Konstruktion gebe.

Betriebsversammlung zum Thema

Am Donnerstagnachmittag verhandelten der Standortbetriebsrat und der Gesamtbetriebsrat des Konzerns mit der Geschäftsleitung. Am Vormittag hatte eine Betriebsversammlung zum Thema stattgefunden. In deren Rahmen hatte die IG Metall vor dem Werksgelände einen Infostand aufgestellt.

Dort informierten sie über ihren Appell an die Geschäftsleitung vor Ort und die Führung des Schneider Electric Konzerns. „Wir appellieren an deren soziale Verantwortung der Geschäftsführung in der aktuellen Coronazeit und einer Zeit weiterer wirtschaftlicher Problemstellungen für die Menschen.“ Der Standort Marktheidenfeld arbeite nicht defizitär, so Witte. Man appelliere an die Verantwortlichen, die Entscheidung zu überdenken und die Beschäftigung vor Ort zu erhalten.

Mit Betroffenen solidarisch zeigen

Die Schneider Electric Automation GmbH sei nicht tarifgebunden sei. Die Gewerkschaft habe jedoch zahlreiche Mitglieder unter den Arbeitnehmern des Standorts. „Wir wollen uns mit den von der Verlegung betroffenen Mitarbeitern solidarisch zeigen“, so Sabine Witte.

Hinsichtlich der Arbeitsplätze erklärte Martis am Freitagvormittag: „Derzeit befinden sich die Verantwortlichen bei Schneider mit dem Gesamtbetriebsrat in Verhandlungen. Dabei geht es um Interessenausgleich und einen Sozialplan.“ Das Ergebnis dieser Verhandlungen könne nicht vorweggenommen werden. „Selbstverständlich werden dabei aber alle Möglichkeiten geprüft, beispielsweise Vorruhestandsregelungen, Weiterbeschäftigung am neuen Fertigungsstandort oder Weiterbeschäftigung in anderen Funktionen in Marktheidenfeld.“ bdg