Krautheim

Jahrespressekonferenz Auch die Krautheimer Speditionsfirma Rüdinger spürt die ersten Auswirkungen der Corona-Krise / Keine Kurzarbeit geplant

Umsatzplus von 8,6 Prozent erreicht

In der Jahrespressekonferenz stellte das Logistikunternehmen Rüdinger die Ergebnisse des Jahres 2019 vor und wagte einen Ausblick. Die Marktstellung konnte weiter ausgebaut werden.

Krautheim. Das Krautheimer Speditionsunternehmen Rüdinger schloss das Geschäftsjahr 2019 mit einem Gesamtumsatz von 50,5 Millionen Euro ab, was einem Umsatzplus von 8,6 Prozent entspricht.

Damit konnte die Firma ihre Marktstellung weiter ausbauen. Nicht zuletzt dafür gab es die Auszeichnung „Bester Logistiker für den Maschinen- und Anlagenbau“. Rund 11,7 Millionen Euro wurden in neue Lagerlogistik und die Erweiterung des Fuhrparks auf jetzt 190 Fahrzeuge investiert. Diese Zahlen wurden am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz bekanntgegeben.

Die Mitarbeiterzahl stieg auf rund 500 – davon sind 225 Berufskraftfahrer, 120 Lageristen, 30 Busfahrer und 56 Auszubildende. Zahlen, die Unternehmer Roland Rüdinger gerne auch wieder für das Jahr 2020 erreichen möchte, denn in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres spürte auch der Spediteur aus dem Jagsttal den Rückgang der Wirtschaft im Inland und auch global.

Einstellungsstopp beschlossen

Seine Devise für 2020 lautet daher: Das Erreichte halten, nichts durch unüberlegte Entscheidungen gefährden und in Optimierung und neue Techniken investieren. Dafür sind wie im Vorjahr wieder rund 11,7 Millionen Euro vorgesehen.

Derzeit gibt es bei Rüdinger einen Einstellungsstopp bis auf die Auszubildenden, von denen 15 übernommen werden, und die Lohnerhöhungen für das laufende Jahr fallen aus, wie Rüdinger informierte. Kurzarbeit will man in der Spedition nicht einführen, dafür können negative Arbeitszeitkonten angelegt werden.

Damit, so Roland Rüdinger in der Konferenz, sieht er das Unternehmen, das in diesem Jahr auch sein 90-jähriges Bestehen feiert, auf gutem Weg in die Konsolidierungsphase.

Kooperationen verstärken

Große Vorteile sieht der Unternehmer vor allem auch durch den Einsatz der neuen transformierten 15-Meter-Aufliegerfahrzeuge. Dazu kommen die Lang-LKW Typ 3, die neuen Jumbo-Plus Fahrzeuge mit Nutzlasten zwischen 17 und 24 Tonnen, die 2020 verstärkt zum Einsatz kommen werden und der Ausbau des Stückgutgeschäftes mit verschiedenen Kooperationspartnern im Raum Schwäbisch Hall und Crailsheim.

Außerdem konnte Rüdinger als neuen Großkunden die Firma Wittenstein in Igersheim-Harthausen gewinnen.

Auch die Bautätigkeiten und die damit angestrebte Erweiterung der Lagerkapazitäten in den Standorten Dörzbach, Boxberg, Osterburken, Weikersheim und Waldenburg werden weiter fortgesetzt.

Die Einweihung des neuen Lagers in Waldenburg ist für den 5. Juli geplant, die neue Halle in Dörzbach soll nach vor Weihnachten fertig werden und die Feier zum 90-jährigen Firmenjubiläum soll am 9. Oktober stattfinden.

Digitale Entwicklung geht weiter

Bei all diesen Planungen steht auch die digitale Weiterentwicklung des Unternehmens und die dadurch transparenteren Abläufe der Prozesskette auf der Agenda des Firmeninhabers. Er ging auch auf die positive Entwicklung der CO2-Bilanz der gesamten Fahrzeugflotte ein, die man in den zurückliegenden Jahren, trotz steigender Fahrzeugzahlen, vorlegen kann.

Immerhin ging bei einer Zunahme der Fahrzeuge zwischen 2009 und 2019 um 18 Prozent der CO2-Ausstoß um 3,4 Prozent zurück.

Auch auf das Thema Corona ging Roland Rüdinger ein. Für ihn habe trotz aller Einschränkungen und Auflagen oberste Priorität, dass sein Unternehmen und seine Mitarbeiter selbstverständlich alle Hygienevorschriften strikt einhalten. Auch wenn das für die Fahrer manchmal nicht ganz einfach sei.

Unerschütterlich den Job gemacht

Besonders erfreulich sei für ihn die Beobachtung, dass die Fahrer, die während des gesamten Lockdowns unerschütterlich ihren Job erledigten, im öffentlichen Bewusstsein eine große Wertschätzung erfahren hätten.