Krautheim

Jahresrückblick in Krautheim Bürgermeister Andreas Köhler hebt die wichtigsten Maßnahmen hervor / Kindergärten und Schulen ausgestattet

Trotz Pandemie viel auf den Weg gebracht

Archivartikel

Wie Bürgermeister Andreas Köhler in seinem Jahresrückblick aufzeigt, haben Stadtverwaltung und Gemeinderat trotz Pandemie an der Weiterentwicklung des Jagsttalstädtchens gearbeitet.

Krautheim. Zusammen ist es gelungen, Steine aus dem Weg zu räumen und wieder Wegweisendes für die Stadt Krautheim auf den Weg zu bringen. Sehr viel habe sich im Jahr 2020 beim Thema Kindertagesbetreuung und Weiterentwicklung des Kindergartenkonzeptes getan. Im Sommer konnte der Krippenanbau an den bestehenden Kindergarten St. Elisabeth in Gommersdorf eingeweiht werden. Tatkräftig wurde diese Maßnahme durch ehrenamtliches Engagement der Gommersdorfer Bürger sowie von Gewerbetreibenden unterstützt. Die Baumaßnahme hat Kosten in Höhe von 322 000 Euro verursacht.

Ein weiterer Baustein des Kindergartenkonzepts war die Entschei-dung des Gemeinderates, die notwendigen Investitionen zur Sanierung des katholischen Kindergartens St. Josef in Krautheim auf den Weg zu bringen. Auch die Verwirklichung des Neubaus der Kindertagesstätte Ginsbachtal schreitet voran. Die umfangreichen Sanierungen im Schulzentrum waren in den letzten Jahren ein Kraftakt für die Stadt Krautheim. Nach dem Brandfall im November 2017 musste zuerst die Sanierung des Grund- und Werkrealschulgebäudes angegangen werden. Fast alle Gebäude mitsamt dem Lehrschwimmbecken sind mittlerweile grundlegend saniert und mit neuester digitaler Technik, auch Dank des Digitalpaktes Schule des Landes Baden-Württemberg, ausgestattet.

Neue Herausforderungen

Von Seiten des Realschul-Rektors Thomas Weniger ist zu bemerken, dass die Corona-Pandemie, sowie der dadurch erforderliche Fernunterricht neue Herausforderungen mit sich brachten. Vor allem iPads und Notebooks wurden für den Einsatz im Unterricht angeschafft, die das digitale und mobile Arbeiten im und außerhalb des Unterrichts unterstützen. Die wichtigsten Schritte auf diesem Weg sind hierfür der bereits geplante Breitbandausbau durch die Stadt Krautheim und eine Modernisierung des schuleigenen WLAN-Netzes.

Erfreulicherweise konnte im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen im Schulzentrum auch das Lehrschwimmbecken saniert und im Keller der Realschule ein neues Blockheizkraftwerk zur Nahwärmeversorgung des gesamten Schulzentrums eingebaut werden. Die Gesamtkosten für die Sanierung der Schulgebäude belaufen sich auf 5,1 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg unterstütze die Stadt mit einer Förderung von insgesamt 3,43 Millionen Euro. Auf den Dächern der Grund- und Werkrealschule, der Sporthalle und des Eugen-Seitz- Bürgerhauses wurde 2020 eine Photovoltaikanlage montiert. Die Gesamtleistung der Anlagen liegt bei 550 kWp. Zusammen mit der Erstellung der drei Windkraftanlagen im Gewann Eckigbreit, die inzwischen immissionsrechtlich genehmigt sind, ist dies ein enormer Beitrag der Stadt Krautheim zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe – der Energiewende. Die elektrische Nennleistung der drei genehmigten Windenergieanlagen beträgt jeweils 4200 Kilowatt. Damit können jährlich etwa 20 000 Tonnen CO2 eingespart sowie 7500 deutsche Durchschnittshaushalte á vier Personen mit umweltfreundlichem Strom versorgt werden.

Straßenbeleuchtung umgestellt

Auch die Bürgerenergiegenossenschaft mit Beteiligungsmöglichkeit von Bürgern kann deshalb auch 2021 gegründet werden. Zu diesem Thema passt auch, dass ein weiterer Teil der Straßenbeleuchtung durch städtische Mitarbeiter im Laufe des Jahres auf die LED-Technik umgestellt wurde.

Im Spätherbst wurde der Auftrag an die Firma Schuler aus Mosbach zur Verbesserung der Breitbandversorgung im Stadtgebiet Krautheim in Auftrag gegeben werden. Im Haushalt des Jahres 2020 war hierfür ein Betrag von 1,4 Millionen Euro bereits eingeplant. Gefördert wird diese Maßnahme mit einem Zuschuss von 818 163 Euro. Die Umstellung soll zum größten Teil in 2021 erfolgen. Ein wichtiges Thema für Gemeinderat und Verwaltung war die Weiterentwicklung der Wohnbaukonzeption. Die Planungen für weitere Neubaugebiete in Altkrautheim (Brückleinsäcker) und im Rahmen der Fortschreibung des Flächennutzungsplans in Klepsau (Erweiterung Berglein- West), sowie in Gommerdorf (Untere Au V) und in Oberginsbach (Erweiterung Schanze) konnten angegangen werden.

Neben der Ausweisung von Neubaugebieten ist dem Gemeinderat und der Verwaltung auch die Innenentwicklung ein wichtiges Anliegen. Ein Meilenstein hierzu war im Jahr 2020 die Anordnung der Dorfflurbereinigung in Gommersdorf. Weitere Flächen sollen für zentralörtliche Wohn- und gewerbliche Nutzungen umgestaltet werden.

Einige Straßen- und Wegebaumaßnahmen wurden 2020 zum Abschluss gebracht. Dies waren vor allem die beiden Gemeindeverbindungswege von Alt-krautheim nach Meßbach und von Klepsau nach Assamstadt. Beide Maßnahmen kosteten die Stadt 490 500 Euro. Das Land gewährte hierzu Zuschüsse aus dem Ausgleichstock von 375 000 Euro. Neben der Verbesserung von verschiedenen Landesstraßen wurde auch an die Weiterentwicklung des Radwegenetzes gedacht. Gemeinsam mit der Nachbargemeinde Assamstadt wird ein neuer Radweg von Assamstadt über Horrenbach in das schöne Jagsttal geplant. Beide Gemeinden teilen sich die Planungskosten.

Die geschätzten Kosten von einer Million Euro für den Bau dieses landschaftlich äußerst reizvollen Radweges übernimmt, vertraglich bereits geregelt, das Land Baden-Württemberg. Erfreulicherweise, so Bürgermeister Köhler, ist die Stadt Krautheim von großen finanziellen Verwerfungen durch die Corona-Krise im Jahr 2020 verschont geblieben.

Trotz der enormen Investitionen in die Pflichtaufgaben einer Kommune im Jahr 2020 und Dank der Förderung des Landes kann die Stadt Krautheim das Jahr 2020 voraussichtlich mit einem positiven Jahresergebnis abschließen.

„Auch 2021 werden wir nicht locker lassen und im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeit, die leider etwas enger ausfallen wird, wieder Sinnvolles, Notwendiges und Leistbares schaffen“, so Andreas Köhler am Ende seines Rückblicks.