Krautheim

Reit- und Fahrverein Krautheim Melissa Kleinhans ist neue Betriebsleiterin / Qualifizierter Reitunterricht für Kinder und Jugendliche

Sofort in die Anlage „schockverliebt“

Archivartikel

Kinder, deren Herzen höher schlagen, flauschige Ponynasen und dazwischen: Melissa Kleinhans und ihr Team von „Mellis Reitschule“.

Krautheim. Das erwartet nun die Besucher der Anlage des Reit- und Fahrvereins Krautheim. Denn seit Ende Mai ist Melissa, die von allen nur Melli genannt wird, eingezogen, um dort mit ihren zahlreichen Schulpferden den Kindern und Jugendlichen das Reiten beizubringen.

Genügend Erfahrung bringt die 26-Jährige mit. Sie betreibt bereits einen Standort in Öhringen-Untersöllbach. „Den bestehenden Betrieb habe ich quasi von Birgit Wörner, die etwas kürzer treten wollte, übernommen“, erzählt Melli.

Mit Tieren arbeiten

Die beiden arbeiten seit rund zehn Jahren zusammen. „Ich wollte nach meinem Schulabschluss unbedingt mit Tieren arbeiten. So bin ich über Umwege bei Birgit gelandet.“ Nachdem Kleinhans die Ausbildung zur Pferdepflegerin absolviert hatte, entschloss sich Birgit kurzerhand dazu Pferdewirtschaftsmeisterin zu werden, um der jungen Frau die staatlich anerkannte Ausbildung zur Pferdewirtin in der Öhringer Reitschule zu ermöglichen.

Dort, sowie an Wörners zweitem Standort in Meckesheim, lernte die 26-Jährige alles, was sie im Umgang, beim Reiten und Ausbilden der Pferde und Kinder wissen muss. „Wir hatten uns damals gesucht und gefunden – und sind bis heute nicht mehr voneinander losgekommen“, sagt sie lächelnd. Kein Wunder also, dass die junge Frau nun in die Fußstapfen ihrer Ausbilderin tritt und als Betriebsleiterin für gleich zwei Reitschulbetriebe verantwortlich ist. „Aber Birgit ist nach wie vor an meiner Seite und kümmert sich unter anderem um die Büro-Arbeiten“, erklärt die junge Frau.

Ohne sie und die beiden Pferdewirtinnen Annika Kobald und Hannah Hess, könnte sie ihr Konzept nicht so umsetzen, wie sie wolle. „Wir haben in Untersöllbach aktuell 16 Schulpferde und rund 200 Reitschüler.“ Besonders wichtig ist es ihr, dass die Ponys gut versorgt sind und trotz ihrer Aufgabe, den Kleinsten das Reiten zu lehren, weiter Spaß an der Arbeit haben. „Regelmäßige Hufschmied- und Tierarzt-Besuche, angepasste Sättel und ordentliches Equipment sind für mich selbstverständlich. Hinzu kommt noch eine auf jedes Pferd angepasste Ernährung.“ Nur so sei gewährleistet, dass ihre vierbeinigen Kollegen fit und gesund bleiben. Das möchte sie genauso in Krautheim umsetzen.

Vier Schulpferde sind schon Ende Mai eingezogen und warten auf die ersten Kinder. Das Angebot bei „Mellis Reitschule“ ist groß und pädagogisch hochaktuell: „Wir bilden Kinder ab drei Jahren mit dem Reitlernprogramm „Hippolini“ aus.“

Parcours absolvieren

Statt klassischem Longenunterricht arbeiten jeweils zwei Kinder mit einem Pony. Eines sitzt auf, das andere führt mit Gerte. Dabei gilt es verschiedene Parcours zu absolvieren. „Die Unterrichtseinheiten bauen aufeinander auf. So gibt es zum Beispiel eine Ritterstunde, bei der die Kinder von ‚Burg zu Burg‘ – also Pylone zu Pylone – gelangen müssen und sich dabei eine Fahne auf die Fußspitze stecken müssen. Die darf nicht runterfallen. So soll geübt werden, den Absatz tief zu halten“, erklärt die Expertin.

Sobald die Kleinen die verschiedenen Stufen des Konzeptes absolviert haben, nehmen sie am normalen Reitunterricht teil. „Die Hippolini-Kids sind im Vergleich deutlich fitter“, berichtet die Reitlehrerin.

Auch in Krautheim wird es neben den Hippolini-Gruppen noch Reitunterricht bis in die Klassen E und A geben. Außerdem Reitferien, Ponyreiten, Lehrgänge und Kindergeburtstage. „Wenn die Nachfrage da ist, folgen dann hoffentlich noch einige weitere Schulponys.“

Doch warum eigentlich genau Krautheim? „Ich habe die Fotos der Anlage gesehen und war schockverliebt. Wir haben hier alles, was wir brauchen – Reithalle, Dressur- und Springplatz, genügend Koppeln und ein wunderschönes Ausreitgelände.“

Außerdem habe die Kommunikation mit den Verantwortlichen des Vereins – allesamt junge reitsportbegeisterte Frauen – gestimmt. „Die Mädels unterstützen mich, wo sie nur können. Das hilft mir ungemein.“ Und auch der Reit- und Fahrverein Krautheim ist glücklich über die Zusammenarbeit.

Denn endlich richtet sich auf der direkt an der Jagst gelegenen Anlage nun wieder der Fokus auf die reiterliche Ausbildung von Kindern und Jugendlichen. Also genau das, wofür der Verein sich verantwortlich fühlt.

„Aber wir heißen natürlich auch Pensionspferde und ihre Besitzer herzlich willkommen bei uns“, versichert die Betriebsleiterin. „Die sorgen immerhin für den nötigen Ruhepol zu den ganzen Kiddies – und ausweichen können wir uns auf der riesigen Anlage allemal“, lacht sie.