Krautheim

Gemeinderat Krautheim Erneuerung der Forsteinrichtung für den Zeitraum von 2020 bis 2029 / Mehr Investitionen für Anbau und Kultursicherung nötig

„Es wird eine Herausforderung, das Ertragsniveau zu halten“

Archivartikel

Krautheim.Eines der Themen der jüngsten Gemeinderatssitzung der Stadt Krautheim war die Beschlussfassung über die Forsteinrichtungserneuerung für den Zeitraum von 2020 bis 2029.

Wie Bürgermeister Andreas Köhler erläuterte, wurden die Ergebnisse, der Vollzug und die Planungen dem Gemeinderat bei einer Waldbegehung und der anschließenden Sitzung am 29. Mai bereits vorgestellt. Kurz fasste er das Gesagte zusammen und betonte, dass man bei der Begehung deutlich sehen konnte, dass sich der Wald durch den Klimawandel in den nächsten Jahren deutlich verändern werde.

So würden bestimmte Baumarten, die heute noch das Waldbild bestimmen, verschwinden, der Wald müsse „umgebaut“ werden.

Nachhaltigkeit sicherstellen

Das Oberziel der Waldbewirtschaftung sei aber die Sicherstellung der Nachhaltigkeit aller Waldfunktionen.

Dabei sei die Produktionsfunktion des Waldes auszuschöpfen und im notwendigen Umfang Brennholz für die Bevölkerung sicherzustellen. Das Prinzip der Wirtschaftlichkeit sei in allen Aufgabenfeldern streng zu beachten.

„Wichtig ist darüber hinaus“, so der Bürgermeister, „die Einhaltung gesunder und vitaler Waldökosysteme, die mit einer breiten Baumartenpalette ausgestattet sind“. Es solle gezielt versucht werden, den Anteil der Eiche zu erhalten.

31 Distrikte

Der Stadtwald Krautheim umfasst 31 Distrikte mit 44 Abteilungen. Die Waldeinteilung wurde beibehalten, die Fläche ist gleichgeblieben. Der Wald ist ausgesprochen vielgestaltig und baumartenreich, so der Bericht. Dies drücke sich in der hohen Zahl von 32 erfassten Baumarten aus. Hauptbaumart ist die Buche mit einem Flächenanteil von 31 Prozent. In den vergangenen zwei Jahren litt die Buche verstärkt unter Trockenschäden.

Zweithäufigste Baumart ist die Eiche mit 16 Prozent. Über die Hälfte der Eichenbestände sind älter als 140 Jahre, etwa ein Viertel ist jünger als 61 Jahre. Der Anteil der Nadelbäume ist betriebswirtschaftlich besonders wichtig. Die Einschätzung des Zuwachses hat sich gegenüber der Voreinrichtung nicht verändert.

Der Holzvorrat um rund zehn Prozent von bisher 338 Vorratsfestmeter (Vfm) auf 306 Vfm je Hektar zurückgegangen, wurde berichtet. Der Borkenkäfer und die Dürre im Jahr 2019 haben zu einer hohen zufälligen Nutzung der Fichte geführt. Der Einschlag lag über der ursprünglichen Planung und dem Zuwachs.

Der Verjüngungsvorrat sei mit 40 Prozent unverändert und zufriedenstellend. Die Verjüngung werde weiterhin von Buche und Bergahorn dominiert. Nebenbaumarten wie Hainbuche, Kirsche und Linde fehlen weitestgehend in der Verjüngung. Die Nutzung wurde insgesamt knapp übererfüllt (plus 4000 Ernte festmeter (Efm). Dabei wurde in jüngeren Beständen („Vornutzung“) mehr gehauen als geplant (plus 5000 Efm). Grund ist die hohe zufällige Nutzung des Jahres 2019. Sie konnte, im Gegensatz zu den vorigen Jahren, kaum durch den Verzicht auf reguläre Eingriffe ausgeglichen werden. Die Jungbestandspflege und die Ästung wurden weitgehend planmäßig vollzogen. D as Betriebsergebnis war in jedem Einzeljahr positiv.

Über das Jahrzehnt hinweg ergab sich ein Überschuss von 807 000 Euro. In Abhängigkeit von Einschlag und Holzmarkt ergaben sich deutliche Fluktuationen zwischen 21 000 Euro und 167 000 Euro in den letzten Jahren.

Hiebsatz wird abgesenkt

Die weitere Planung sieht vor, dass der Hiebsatz insgesamt leicht von 33 000 auf 31 600 Efm abgesenkt wird, was als Reaktion auf die Übernutzung im Jahr 2019 geschieht. Der Hiebsatz in der Vornutzung sinkt stark von 19 000 auf 10 000 Efm, da die Fläche der Durchforstungsbestände ebenso stark abgenommen hat und zwar von 324 auf 166 Hektar.

Hochwertiges Laubstammholz

Durchforstungen werden auf rund 220 Hektar und Hauptnutzungen auf rund 300 Hektar durchgeführt. Hervorgehoben wurde, dass es mehr starkes und qualitativ hochwertiges Laubstammholz gibt, denn besonders Buchen und Eichen wachsen zunehmend. Verstärkte Eingriffe zur Verjüngung verbessern die Ertragslage. Die Bestände sind in einem guten Pflegezustand. Weite Flächen sind aber zu verjüngen.

Deswegen seien mehr Investitionen für Anbau und Kultursicherung als im Vorjahrzehnt nötig. Der Holzmarkt ist derzeit sehr schwierig. Es werde einige Jahre dauern, bis wieder ein attraktives Preisniveau erreicht ist. Unter dem Strich werde es voraussichtlich eine Herausforderung sein, das derzeitige Ertragsniveau zu halten.

Der Gemeinderat stimmte der Forsteinrichtungserneuerung für den Zeitraum 2020 bis 2029 zu. F