Kommentar

Seine letzte Chance

Archivartikel

Michael Fürst zur Situation des FC Würzburger Kickers

Eines vorweg: Es geht um die Würzburger Kickers und nicht um Felix Magath. Der hat seine Schäfchen im Trockenen – der FWK dagegen längst nicht. Der Weg und das erklärte Ziel des Vereins, sich im Profifußball zu etablieren, ist ein sehr schwerer und steiniger. Um diesen Weg erfolgreich zu beschreiten, benötigt man bei solch einem kleinen Verein vor allem eines: Zusammenhalt. Und den haben die Kickers in den letzten Wochen und Monaten verloren. Felix Magath und nun auch das kurze Wirken von Trainer Marco Antwerpen haben mit ihrem Tun dazu beigetragen, dass die einst so gepriesene Kickers-Familie entzweit ist. Es gibt mehrere Lager – sowohl bei den Mitwirkenden im Verein als auch in der Mannschaft. Das Ansinnen Magaths, des erfolgreichen Mannes der Fußball-Bundesliga, den FWK hart wie einen etablierten Erstligisten zu führen, hat sich als Missverständnis erwiesen. Die Personalie Bernhard Trares ist die letzte Chance für Felix Magath, sich in Würzburg noch glaubhaft und erfolgreich einbringen zu können. Sollte auch dieses „Trainer-Experiment“ misslingen, hat er jeglichen Kredit verspielt. Sein offenes Fehlereingeständnis bei der Verpflichtung von Marco Antwerpen ist ein erster guter Schritt dahin, den Verein wieder zu einen und den Zusammenhalt, der die Kickers so stark gemacht hat, wieder herzustellen. Es repariert eine verloren gegangene Glaubhaftigkeit, die durch die Personalentscheidungen auf dem Trainerposten und bei der Kaderzusammenstellung Schaden genommen hatte. Denn man muss auch mal eines sehen: Felix Magath macht sich seit Jahren dafür stark, die Position des Trainer in den Vereinen zu stärken – und handelt dann reziprok. Den Weg zum Klassenerhalt bezeichnet Bernhard Trares zurecht als „Mörderaufgabe“. Die Mannschaft ist noch keine Mannschaft, der Rückstand ans rettende Ufer schon groß. Aber Trares hat bereits an seinem ersten Arbeitstag durch seine besonnene, aber nicht minder bestimmte Art wieder ein wenig Hoffnung geweckt, die Kickers noch retten zu können – und nur um die geht es!