Kommentar

Raus aus der Opferrolle!

Archivartikel

Michael Fürst zur Situation bei den Würzburger Kickers

Wenn es nicht läuft, dann ist auch noch alles gegen dich. Diese Haltung haben die Würzburger Kickers in diesen Tagen eingenommen. Zehn Spieler in Quarantäne; trotzdem blieb die Begegnung in Darmstadt angesetzt. Der Antrag auf Verlegung wurde von der DFL abgewiesen. Der FWK reiste mit einem 14-Mann-Kader an und verlor – natürlich. Hat sich die Welt wirklich gegen die Kickers verschworen? Nein! Die Ansetzung der DFL war regelkonform. Auch die Kickers hatten vor der Saison dem Passus in den Statuten zugestimmt, in der die Besonderheiten einer „Corona-Ansetzung“ geregelt sind. Und hier muss die spielleitende Behörde unbeugsam bleiben, sonst drohen ein Wust von Verlegungen und Ausnahmegenehmigungen. Dass das hart für die ohnehin schon gebeutelten Würzburger war, ist absolut nachvollziehbar. Man darf aber nicht beleidigt durch die Lande ziehen und so tun, als werde man ungerecht behandelt. Die Kickers haben den Fehler gemacht, dass sie am Mittwoch allzu forsch nach vorne geprescht waren, in dem sie formulierten, dass die Spiele gegen St. Pauli und Darmstadt nicht ausgetragen werden könnten. Nimmt man jetzt noch das ständige Lamentieren über die Schiedsrichter-Fehlentscheidungen dazu, so haben sich die Kickers regelrecht in eine Opferrolle hineinargumentiert. Doch aus der müssen sie schleunigst raus. Es gilt, den Kader sauber zu analysieren, den Spielermarkt genau zu sondieren und die eigenen Fehler bei der Mannschaftszusammenstellung möglichst zu korrigieren. Hier muss man aber ganz offen sein: Lohnt es sich, mit nur vier Punkten und einer offensichtlichen Chancenlosigkeit in der 2. Bundesliga, einen finanziellen Kraftakt für eine schier unmögliche Rettung zu wagen oder sollte man jetzt lieber die finanziellen Ressourcen schonen und besser für einen guten Neuaufbau in der 3. Liga einsetzen?