Kommentar

Lust auf Wählen

Archivartikel

Dieter Schwab zur Wahlserie in den Fränkischen Nachrichten

Es ist alles so selbstverständlich geworden. Wir reisen in 28 EU-Staaten und bezahlen dort ganz selbstverständlich mit dem gleichen Geld, das auch in Deutschland Zahlungsmittel ist. Wir fahren über offene Grenzen und bei den wenigen Kontrollen, die dort noch stattfinden, reicht uns unser Personalausweis, wo früher häufig der Reisepass oder sogar ein Visum nötig waren. Wir kaufen uns französischen Wein, spanische Tomaten oder italienische Nudeln – alles zu einem Preis, der nicht durch Einfuhrzölle verteuert ist. Die Umwelt profitiert, weil die EU der Reinheit des Trinkwassers und dem Schadstoffausstoß Grenzen setzt. Und das Wichtigste: Wir leben seit über 70 Jahren in Frieden.

Nur: Für all das zur Wahlurne zu gehen, das tut mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten nicht. 2014 lag die Beteiligung bei erschreckend niedrigen 47,9 Prozent.

Das Europäische Parlament auf der einen, Kreistag und Gemeinderat auf der anderen Seite – das sind das eine und das andere Ende der Entscheidungskette. Was die EU vorgibt, wird in nationale Gesetze gegossen und in vielen Fällen von den Kommunen in die Praxis umgesetzt.

Damit Sie ein wenig mehr Lust auf Wählen bekommen, recherchiert die Redaktion interessante Geschichten für Sie. Start ist heute mit einer Analyse früherer Wahlergebnisse. Wir sehen uns die Hürden an, die Soldaten im Auslandseinsatz nehmen müssen. Von Migranten erfahren wir, wie sie Wahlen in ihrem Heimatland erlebt haben. Außerdem besuchen wir mit einer Schulklasse eine Sitzung des Gemeinderats, um zu erfahren, welchen Stellenwert die erste Wahl im Leben eines Jugendlichen hat.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen. Wenn Sie am Sonntag, 26. Mai, zur Wahl gehen, wäre das die schönste Belohnung für uns.

 
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