Kommentar

Löw hat alles richtig gemacht

Michael Fürst zum 0:6 der Deutschen in Spanien

Nach der schallenden 0:6-Schelle gegen die Hombres aus Spanien jetzt auf Bundestrainer Joachim Löw herumzutrampeln, finde ich arg billig. Er hat vielleicht im Vorfeld des Spiels „die Mannschaft“ falsch eingestellt, während der Begegnung aber alles richtig gemacht. Er handelte mit Über- und Weitsicht. Er bewies einmal mehr, dass er ein Vollprofi-Trainer ist. Der Bundes-Jogi hat die richtigen Schlüsse aus dem Spielverlauf gezogen und total korrekt aus- und eingewechselt.

Tah für Süle. Das lag auf der Hand! Der Nicki kennt doch solch ein Gefühl gar nicht, von einem Gegner zerlegt zu werden. Er spielt beim FC Bayern und ist nur gewinnen gewöhnt. Drei Gegentore in 38 Minuten – die kassiert der Abwehrrecke sonst in einem Monat. Dass solch ein Profi mit der Situation überfordert ist – von Löw erkannt! Tah spielt bei Leverkusen kaum. Jogi war sich also sicher, dass der sich zeigen will.

Waldschmidt für Sané. Logisch! Dass der flinke Leroy gar keine Bälle bekommt, kennt er weder von Bayern noch von Manchester City. Unter Pep Guardiola wurde „verlieren“ aus dem Wortschatz der Spieler gestrichen. Sané ist nur Führen gewöhnt. Löw hat das gleich erkannt.

Neuhaus für Goretzka. Alternativlos! Dem Muskelberg aus München ging es wie seinen Kumpels Niklas und Leroy. Hinten liegen, kämpfen, Rückstand aufholen – woher soll der Champions-League-Sieger wissen, wie das geht, wenn man 43 der jüngsten 47 Spiele gewonnen hat? Zudem war ersichtlich, dass Goretzka seinen Spezi Joshua Kimmich an seiner Seite vermisste. Löw merkte das und handelte sportlich wie menschlich vollkommen korrekt.

Henrichs für Werner. Klaro! Henrichs, zuletzt mit dem AC Monaco nur Neunter in Frankreich, hat genug auf die Mütze bekommen. Der Charakter des Spiels war ihm quasi auf den Leib geschneidert. Was soll an diesem Wechsel bitte falsch sein?

Was soll also diese ganze überzogene Kritik am Bundestrainer?