Kommentar

Kritik trifft ins Mark

Archivartikel

Heike v. Brandenstein zum Thema Wahlanfechtung

Von einem Riss im großen Land der unbegrenzten Möglichkeiten war in den vergangenen Tagen immer wieder die Rede. Jetzt ist er auch im Kleinen vor Ort in Deutschland zu spüren. Spätestens seit der Sitzung des CDU-Stadtverbands Tauberbischofsheim am 25. Oktober ist er da. An diesem Abend in der Emil-Beck-Halle ist der Lagerkampf offen zutage getreten.

Nina Warken und Joachim Döffinger haben als Direktkandidaten für den Wahlkreis 276 ihren Hut in den Ring geworfen, Delegierte haben sie zu wählen. Der CDU-Stadtverband Tauberbischofsheim stellt mit seinen 35 Delegierten rund elf Prozent der Wahlberechtigten bei der Wahlkreisvertreterversammlung. Eine stattliche Zahl, um die Bewerberin oder den Bewerber zu unterstützen.

Beim Stadtverband Tauberbischofsheim wurde – laut Argumentation der Wahlanfechtung – an jenem Sonntag im Oktober an dieser Entscheidung mächtig gedreht. Die Vorwürfe sind vielschichtig und treffen ins demokratische Mark. Es geht um Glaubwürdigkeit und Haltung, um Fairness und letztlich auch um das Vertrauen in die Politik. Da ist es schade, wenn nicht gar schädlich, dass ein Parteigericht nicht öffentlich tagt und die unterschiedlichen Parteien zur Verschwiegenheit verdonnert. Viele nämlich hätten nicht nur ein Interesse wie, sondern auch mit welcher Begründung diese Wahlanfechtung ausgeht.