Kommentar

Die Hände gebunden

Archivartikel

Olaf Borges zur Zukunft der Neckar-Odenwald-Kliniken

Die Mitglieder des Kreistags waren sich in der Hauptsache einig. Sie stellten sich hinter die Standorte Buchen und Mosbach. Aber mehr noch. Sie bescheinigten den Mitarbeitern der Neckar-Odenwald-Kliniken eine gute Leistung.

Die Fallzahlen sind im letzten Jahr gestiegen – und mit ihnen das Minus. Zumindest steht der Neckar-Odenwald-Kreis mit diesem Problem nicht alleine da. Eindrucksvoll hat Kliniken-Geschäftsführer Frank Hehn gezeigt, dass – gerade in Baden-Württemberg – viele Krankenhäuser mit Defiziten zu kämpfen haben, während die Krankenkassen immer reicher werden. Die Forderung an die Bundesregierung und die Landesregierungen, ihrer politischen Verantwortung gerecht zu werden, wird lauter. Gerade im ländlichen Raum soll eine wohnungsnahe Krankenhausversorgung dauerhaft sichergestellt werden, die die Patienten und nicht die Wirtschaftlichkeit im Auge hat.

Doch bisher ist keine Änderung der Krankenhausfinanzierung in Sicht. Und das wird sich wohl auch nicht so schnell ändern, solange der Gemeinsame Bundesausschuss, in dem die Krankenkassen ein starkes Gewicht haben, die Strippen zieht. Dem Kreis sind in dieser Situation die Hände gebunden, Spielraum gibt es nur wenig. Während das Defizit der Neckar-Odenwald-Kliniken Jahr um Jahr wächst, bleibt eigentlich nur die Hoffnung, dass die Politik das Heft wieder in die Hand nimmt und sich für die Menschen auf dem Land einsetzt.