Kommentar

Corona-Kolumne: Theorie und Praxis

Archivartikel

Fabian Greulich zum Familienleben während der Corona-Krise.

Im Angesicht der Corona-Krise verabschieden sich in diesen Tagen viele Eltern in die Heimarbeit. Wer die technischen Hürden überwunden und sein „Home-Office“ eingerichtet hat, kann loslegen. Soweit die Theorie.

Kommen wir zur Praxis: Mama muss arbeiten, Papa muss arbeiten. E-Mails beantworten, Texte schreiben, Telefonate führen – was man halt so machen muss. Die lieben Kleinen sollen solange spielen, lesen, malen, brav und – selbstverständlich – mucksmäuschenstill sein. Klar. Genauso könnten Sie einem Paar Flöhe das Hüpfen verbieten.

Wir haben es trotzdem versucht und sind, wer hätte das gedacht, gnadenlos gescheitert. Das Ganze hatte sich schnell erledigt. Für einen von uns war das tolle „Home-Office“ nach nicht einmal einer Stunde schon wieder geschlossen, inklusive einer lautstarken Diskussion, wessen Arbeit nun „systemrelevanter“ ist und wer seinen Laptop nun zuklappt. Abbruch. Die Kinder fanden’s lustig. Die Erkenntnis: Heimarbeit ist gut und hilfreich. Aber zu zweit arbeiten mit zwei kleinen Kindern, die nun mal ihre Bedürfnisse haben, geht einfach nicht. Wir haben jetzt eine Art Schichtdienst eingerichtet, so dass einer von uns konzentriert arbeiten und der andere für die Kinder da sein kann. Auch wenn dadurch die eine oder andere Nachtschicht unvermeidlich wird – so haben alle was davon.

Liebe Eltern, bleiben Sie gesund und fröhlich, Glück auf!