Kommentar

Corona-Kolumne: Das Virus ist ganz nah

Das Coronavirus ist jetzt ganz nah. Mein Sohn steht schon seit einigen Tagen unter amtlich angeordneter Quarantäne, weil er mit einer nachweislich infizierten Person in Kontakt war. Selbstverständlich ohne es zu wissen. Wir erfuhren erst per Telefon von einer netten Dame des Gesundheitsamts davon. Dann kam Post.

Natürlich muss man da erstmal schlucken. Denn mit einem Mal ist dieses Virus, das bis dato zwar ständig ein Thema, aber gefühlt noch immer ein gutes Stück weit weg war, mitten in der Familie – dem Allerheiligsten – angekommen.

Mein Sohn darf keinerlei Kontakte mehr zu Personen außerhalb der Familie haben. Das Haus darf er nur noch zum Spielen im Garten (zum Glück haben wir einen) oder zu einem Waldspaziergang mit uns verlassen.

Wir beobachten ihn genau und führen, wie angeordnet, ein Fiebertagebuch. Meine Frau, meine Tochter und ich haben unterdessen als „Kontaktpersonen zweiten Grades“ unsere sozialen Kontakte freiwillig auf ein Minimum reduziert.

Da mein Sohn und meine Frau nun leichte Erkältungssymptome zeigen, haben wir uns nach einem Gespräch mit dem Gesundheitsamt dazu entschlossen, uns noch stärker zu isolieren, um kein Risiko einzugehen und niemanden zu gefährden. Ein Abstrich soll jetzt Klarheit bringen. Die Behörde hat empfohlen, unseren Sohn auf eine Covid-19-Infektion zu testen. Dann wissen wir, woran wir sind. Und alle anderen in unserem Umfeld auch.

Wir sind gespannt, wie der Test ablaufen wird und wie lange es dauert, bis das Ergebnis vorliegt. Unseren Sohnemann haben wir auf das Prozedere in der „Drive-in-Abstrichstelle“ schonmal mental vorbereitet. Menschen in Schutzkleidung. Stäbchen in Mund und Nase. Da kann es einem kleinen Jungen schon mal mulmig werden.

Er hat aber bereits angekündigt, dass er tapfer sein und sich der Herausforderung stellen wird. Guter Junge.

Liebe Eltern, bleiben Sie gesund und fröhlich. Glück auf!