Kommentar

Corona-Kolumne: „Corona ist doof“

Fabian Greulich zum Familienleben während der Corona-Krise

Gespräch unter Geschwistern: „Corona ist doof“, sagt meine Tochter (3) am Küchentisch, während sie eine Meerjungfrau malt. „Corona ist nicht nur doof, Corona ist ganz schlimm“, entgegnet darauf mein Sohn (6), der gerade ein riesiges Piratenschiff zu Papier bringt.

Beide Aussagen berühren mich sehr, denn erstens stimmen sie, zweitens zeigen sie, wie stark sich Kinder schon mit diesem alles bestimmenden Thema befassen.

Umso wichtiger ist es, mit ihnen darüber zu sprechen und ihnen zu erklären, warum sie nicht raus dürfen und man Abstand zu anderen Menschen halten muss.

Um sich selbst, aber vor allem auch andere – etwa Oma und Opa – zu schützen. „Weil das ansteckend ist“, weiß mein Sohn. Und selbst er versteht, dass, wenn jeder Kranke nur zwei andere ansteckt und die wieder zwei andere und immer so weiter, „es ganz schnell ganz viele werden“.

Umso erschütternder ist für mich, dass offensichtlich längst nicht jeder Erwachsene verstanden hat, dass die Fallzahlen exponentiell steigen. Immer noch sieht man Menschen in größeren Gruppen.

Oder spürt den Atem seines Hintermannes in der Apotheke im Genick, obwohl alles dreifach beschildert ist und deutliche Markierungen auf dem Boden angebracht sind.

Diese Ignoranz macht mich fassungslos.

Offenbar lesen viele keine Zeitung und informieren sich auch sonst nicht über seriöse Medien. Dafür werden munter „witzige“ Bilder und Filmchen über die sozialen Medien gepostet. Trotzig-cool tun gerade viele junge Leute so, als ginge sie das alles nichts an.

Keine 50 Kilometer entfernt sind in einem Würzburger Pflegeheim schon etliche Menschen wegen Corona gestorben, Alles Eltern und Großeltern, wie es sie in jeder Familie gibt.

Liebe Eltern, reden Sie mit Ihren Kindern und bleiben Sie, wenn es geht, zu Hause.

Bleiben Sie außerdem gesund, und auch fröhlich. Für unsere Kinder. Glück auf!