Kommentar

Corona-Kolumne: Ausflug zu Hause

Fabian Greulich zum Familienleben während der Corona-Krise

Der Sonntag war ein sonniger Tag. Also haben wir vier die Gelegenheit genutzt und einen richtig schönen „Familienausflug“ unternommen: Nach dem Wecken, das – wie immer am Wochenende – die Kinder übernehmen, setzt sich die „Reisegruppe“ in Richtung Badezimmer in Bewegung, wo ausgiebig geplanscht wird. Danach wagen wir den Abstieg ins Erdgeschoss. In der Küche wartet ein opulentes Frühstück. Anschließend gilt es keine Zeit zu verlieren, denn die Erkundung aller verfügbaren Räume des Hauses steht auf dem Programm. Inklusive eines kleinen Zwischenfalls, bei dem eine Barbie-Puppe meiner Tochter „aus Versehen“ ihren Kopf verliert. Drama. Nach diesem nicht eingeplanten Stimmungstief findet dann – sehr wohl geplant – eine Art Workshop mit dem Titel „Facility-Management im Kinderzimmer“ statt, was die Laune jetzt nicht unbedingt besser macht. Aber dann: Mittagessen in der Küche – es gibt Fisch und Gemüse. Klasse. Die Stimmung erreicht ihren Siedepunkt. Aber der Ausflug ist noch lange nicht vorbei. Es geht hinaus in die freie Natur und an den Strand – also in den Garten und zum Sandkasten. Auspowern ist angesagt. Gut so. Ich mache als erstes schlapp. Dann meine Frau. Die lieben Kleinen sind nicht kaputt zu kriegen. Mit einem Eis vertuschen wir unser Fitness-Defizit. Danach geht es wieder nach oben in die Kinderzimmer, wobei es meine Tochter vorzieht, immer dort zu sein, wo mein Sohn ist – und umgekehrt. Deshalb bin ich gleichzeitig Teil einer wilden Schlacht bei den Playmobil-Rittern und Gast einer gepflegten Teestunde mit zwei namenlosen Puppen. Herrlich. Zum Abendessen geht’s wieder in die Küche und dann aufs Sofa im Wohnzimmer. Mit dem Sandmann endet der Ausflugstag. Der Rest ist Formsache, denn unsere beiden Strategen sind fix und fertig. Zähne putzen, eine Runde Vorlesen. Gute Nacht. Schön war’s.

Liebe Eltern, bleiben Sie gesund und fröhlich. Glück auf!