Kommentar

Corona-Kolumne: „Als Lehrer nicht so gut“

Fabian Greulich zum Familienleben während der Corona-Krise.

Die ersten Tage der Corona-Quarantäne sind vorbei. Liebe Eltern, sind Sie schon gestresst? Ich hoffe nicht, denn es liegen noch mindestens fünf Wochen ohne Schule und Kindergarten, ohne Vereinssport und Musikunterricht, ohne Treffen mit Freunden oder Verwandten vor uns. Kino, Freizeitpark, Schwimmbad und Co. sind gestrichen. Auweia.

Seit Dienstag wurde ich von meiner Tochter (3) schon mindestens dreimal gefragt: „Papa, wann ist wieder Kindergarten?“ Selbst mein Sohn (6) hat mir bereits erklärt, dass er sich schon wieder auf die Schule freut. Toll. Außerdem hat er uns klar gemacht, dass wir als Lehrer nicht so gut sind, wie die nette Frau H. in der 1a – da müssten wir noch dran arbeiten. Dabei geben wir uns doch so viel Mühe mit dem täglichen „Unterricht“.

Parallel haben wir zuhause die Organisation des heimischen Entertainments stark vorangetrieben. Oberstes Ziel: den Fernseher so lange wie möglich aus lassen. Bisher ist das gut gelungen. Auch, weil das Wetter mitspielt und man raus kann. Nicht auf den Spielplatz, der ist wegen Corona gesperrt, aber in den Garten. Wohl dem, der einen hat. Frische Luft, Frühling – können wir alle gut gebrauchen.

Trotzdem. Realistisch betrachtet haben wir gerade mal einen Bruchteil dieses Ausnahmezustands hinter uns. Während sich der Bewegungsradius stetig verkleinert, ein Freizeitangebot quasi nicht existiert und sich das Virus immer weiter ausbreitet, ist das eine echte Mammutaufgabe.

Aber es ist kein Weltuntergang. Ich habe mir das selbst erst klar machen müssen: Vor uns liegt die vielleicht intensivste Zeit, die wir mit unseren Kindern jemals zusammen verbringen werden.

Zwischen Hausarbeit und Homeoffice sind wir in den nächsten Wochen nicht nur Mama und Papa, sondern auch Freund und Freundin, Lehrer (wenn auch nicht so gut wie das Original), Erzieher, Trainer, Motivator, Kumpel, Seelentröster und alles, was unsere Kinder von uns brauchen. Der Arbeit, dem Stress und der Sorge zum Trotz: Wir schaffen das.

Liebe Eltern, bleiben Sie gesund und fröhlich, Glück auf!

Fabian Greulich ist Redaktionsleiter bei den Fränkischen Nachrichten. Mit seiner ebenfalls berufstätigen Frau hat er zwei Kinder (drei und sechs Jahre alt). In dieser Kolumne wird er – mit Zustimmung seiner Familie – in den kommenden Wochen der „Corona-Quarantäne“ immer wieder mal aus dem Nähkästchen plaudern und seine ganz persönlichen Erfahrungen und Gedanken mit den Lesern teilen.