Königheim

Gemeinderatssitzung Gremium vergab Auftrag zur Anschaffung eines Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeugs im Gesamtwert von rund 407 418 Euro brutto

Wehr wird zukunftsweisend ausgestattet

Für die Gemeinde Königheim sind 407 418 Euro für ein neues Feuerwehrfahrzeug ein dicker Brocken. Doch das Geld wird sinnvoll investiert. Denn die Wehr ist so für die nächsten 25 Jahre gut gerüstet.

Königheim. Die Vorbereitungen für die Anschaffung des Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeugs (HLF 10) für die Freiwillige Feuerwehr laufen schon lange. Das verdeutlichte Bürgermeister Ludger Krug, als er am Montag in der Sitzung des Gemeinderats im Gissigheimer Dorfgemeinschaftshaus auf den Beschluss des Feuerwehrbedarfsplans 2017 zurückblickte. Ein wesentlicher Punkt war damals die Beschaffung eines Ersatzes für das alte Löschgruppenfahrzeug LF 8 (Baujahr 1987). Gut eineinhalb Jahre lang habe sich dann eine Arbeitsgruppe detailliert damit beschäftigt, welche Ansprüche das neue Fahrzeug erfüllen und wie es dafür ausgerüstet werden soll.

Summe liegt über Kalkulation

Die Gesamtsumme des Ausschreibungsergebnisses liege „rund 7500 Euro über unserer Kalkulation“, bekannte Krug. Doch aus Erfahrungen anderer Wehren wisse man, dass die Preise deutlich höher ausfallen können. Ein großes Lob sprach der Bürgermeister der Arbeitsgruppe für ihr zeitintensives Engagement und ihre gute Arbeit aus.

Wie auch später Hauptkommandant Torsten Glock würdigte er das vertrauensvolle Zusammenwirken. „Die Feuerwehrkameraden haben behutsam darauf geachtet, dass an dem Fahrzeug keine goldenen Wasserhähne verbaut sind“, hob Krug das von Augenmaß geprägte Vorgehen bei der Auswahl der Fahrzeugkomponenten hervor. Mit dem HLF 10 sei die Wehr „zukunftsweisend ausgestattet, damit sie in den nächsten 25 Jahren ihren Dienst“ leisten könne.

Ausstattung

Nach der europaweiten Ausschreibung durch das Ingenieurbüro GSB Engineering sind für Fahrgestell und Aufbau (Los 1) zwei und für die Beladung (Los 2) drei Angebote fristgerecht eingegangen. Den Zuschlag erhielt für Los 1 die Firma Rosenbauer aus Luckenwalde für insgesamt 325 941 Euro.

Das Unternehmen aus Brandenburg liefert ein MAN-Allradfahrgestell der mittleren Klasse mit automatisiertem Schaltgetriebe und der Abgasnorm Euro 6 (Einzelpreis: 101 150 Euro). Der ebenfalls von der Firma Rosenbauer gefertigte Aufbau kostet brutto 224 791 Euro. Die Lieferfrist beträgt 14 Monate. Für die Beladung des Fahrzeugs sorgt die Firma Barth zum Bruttopreis von rund 81 477 Euro.

Verwundert darüber, dass trotz europaweiter Ausschreibung „nur so wenige Angebote“ eingegangen sind, zeigte sich Christof Fischer (CDU). „Die Auftragsbücher bei den Firmen sind voll“, stellte der Bürgermeister angesichts der angekündigten Lieferzeit fest. Zudem sei von vielen Unternehmen wegen Corona die Fahrgestellproduktion heruntergefahren worden, was zu einem „gewissen Rückstau“ geführt habe.

Volker Götzinger (CDU) hätte sich ebenso wie Christian Rapp (Bürgerliste) „trotz der Vorteile“ eines Allradantriebs zum Vergleich eine Ausschreibung für ein Fahrzeug mit herkömmlicher Antriebsart gewünscht. Ein solches wäre wohl mindestens 10 000 Euro günstiger, vermutete er.

Auch wenn diese Variante sicherlich billiger wäre, brach Krug eine Lanze für den Allradantrieb. Damit könne das Fahrzeug auf unbefestigtem Untergrund flexibler eingesetzt werden. Zudem seien die Fahreigenschaften im Winter besser. Auch Sicherheitsaspekte sprächen für diesen Antrieb. Denn nicht jeder Feuerwehr-Maschinist steuere täglich „solch einen Bock“.

Die von Heiko Schneider (Bürgerliste) angesprochene Förderquote durch das Land bezifferte Krug auf „pauschal 92 000 Euro“. Er kritisierte, dass in diesem Fall vom Regierungspräsidium Stuttgart anders als im Bereich Karlsruhe nur Kommunen mit maximal 2500 Einwohnern durch Mittel aus dem Ausgleichsstock gefördert würden.