Königheim

Auf dem Gissigheimer Friedhof Bürger sprachen sich für Renovierung des Mahnmals aus

Kriegerdenkmal wird saniert

Archivartikel

Gissigheim.Es ist auch nach vielen Jahren, in denen die Deutschen in Frieden und Freiheit leben durften, wichtig, sich an all die vielen, meist jungen Menschen zu erinnern, die in den irrsinnigen Kriegen ihr Leben verloren haben. Dazu tragen vor allem die Kriegerdenkmale bei, die als Mahnung erhalten werden müssen. Aus diesem Grund lässt zurzeit die Gemeinde Königheim das Denkmal in Gissigheim restaurieren.

Vielen Besuchern des Gissigheimer Friedhofs ist aufgefallen, wie sehr das Kriegerdenkmal für die Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkriegs restaurierungsbedürftig war. Vor allem konnte man die Namen der Soldaten aus dem letzten Krieg kaum noch entziffern. Nach der Neugestaltung des Friedhofs vor mehreren Jahren und der Generalüberholung der Weigand-Gruft, die an zentraler Stelle im Friedhof steht und nun in vollem Glanz erstrahlt, war es an der Zeit, das Kriegerdenkmal zu sanieren. Der Anstoß hierzu kam aus der Gissigheimer Bevölkerung. Er wurde von Bürgermeister Ludger Krug gerne aufgegriffen, zumal man gleichzeitig eine große Spendenbereitschaft signalisierte.

Durch den Spendenaufruf der Gemeindeverwaltung kam eine hohe Summe zusammen. Dennoch wird auch die Kommune ihren finanziellen Beitrag zu den Restaurierungskosten leisten müssen. Seit einigen Tagen ist die Firma Fleck Natursteine aus Tauberbischofsheim dabei, das aus Grünem Sandstein errichtete Denkmal, das auf einem zirka 3,70 Meter breiten mächtigen Naturstein-Sockel sitzt, in einen würdigen Zustand zu bringen.

Das eindrucksvolle Werk hat mit dem Steinkreuz auf der Spitze eine Höhe von fast vier Metern. In der Mitte des Denkmals befindet sich eine in erhabener Schrift aufgesetzte schwarze Tafel mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen 59 Soldaten aus Gissigheim. Links und rechts davon sind in zwei großen Steinblöcken die Namen der 21 Vermissten und der 50 im Zweiten Weltkrieg Gefallenen zu lesen.

Vermutlich war das Denkmal nach dem Ersten Weltkrieg schon in dieser Größe konzipiert, doch standen eventuell links und rechts von der mittleren Tafel zwei Figuren, die nach dem letzten Krieg durch die zwei Namen-Steine ersetzt wurden. Im oberen Bereich ist ebenfalls aus Grünem Sandstein als Relief ein sterbender Soldat zu sehen, dem der auferstandene Christus die Hand reicht. Insgesamt wirkt das Monument allein durch die Verwendung des gefälligen Grünen Sandsteins als kunstvolle, geschlossene Einheit.

Schon nach der Entfernung des Staubbelags und einer Algenschicht gab das Denkmal wieder ein einigermaßen ordentliches Bild ab. Zum Erstaunen des Restaurators wurden Reste einer ursprünglich in Gold auf dunklen Hintergrund gefassten Schrift sichtbar. Man wird diese jetzt in dunkler Farbe, die sich vom hellen Sandstein abhebt, nachziehen.

Am Monument gibt es einige Abschieferungen und Risse, die mit Harzkleber behandelt werden müssen. Das zeigt, es war höchste Zeit für die Sanierung, um größere Schäden zu verhindern. emü