Königheim

SV Königheim Mitglieder stimmten der vom Amtsgericht Mannheim geforderten Satzungsänderung einmütig zu

Juristisch ist nun alles wieder im Lot

In einer trotz Corona-Pandemie einberufenen Jahreshauptversammlung korrigierte der SV Königheim die Hauptsatzung und verhinderte so ein Amtslöschungsverfahren.

Königheim. Zunächst hat der Amtsschimmel gelahmt, um dann umso heftiger zu wiehern: „Das Amtsgericht Mannheim hat ein paar Tage gebraucht, um den Fehler zu entdecken und dann gehörig Druck gemacht“, informierte SV-Vorsitzender Michael Berthold die Mitglieder in der Jahreshauptversammlung ein wenig süffisant. Was war geschehen?

Angabe des Sitzes fehlt

Der SV Königheim hatte im letzten Jahr seine Satzung geändert und dabei die Datenschutzrichtlinien aufgenommen. „Die Satzung haben wir vor der Verabschiedung durch unsere Mitglieder dem Amtsgericht Tauberbischofsheim zur Überprüfung gegeben“, führte Michael Berthold aus. Als von dort das Okay gekommen sei, ging der Beschluss ohne großes Federlesen durch. „Es ist gut gelaufen“, so der Vorsitzende. Ein Trugschluss.

Am 26. Mai flatterte ihm ein Brief vom Amtsgericht Mannheim ins Haus, das „einen schwerwiegenden Fehler“ in der Satzung festgestellt hatte. Es wurde moniert, dass die Angabe des Vereinssitzes fehlte. Deshalb sei die Satzung unzulässig und müsse zwingend geändert werden. Eine dementsprechende Satzungsänderung sei innerhalb von vier Wochen durchzuführen, ansonsten müsse ein Amtslöschungsverfahren eingeleitet werden. Der Vorsitzende blätterte daraufhin in den Annalen und stellte fest, dass die Angabe des Sitzes nicht nur in der Satzungsänderung 2013 ebenfalls fehlte, sondern auch schon 2007 nicht angegeben war. Aber das half nichts, der Vorstand musste noch im Juni und trotz Corona eine Jahreshauptversammlung einberufen, in der die Mitglieder die Satzungsänderung beschließen sollen.

Diese Vorgabe wurde nun mit der Sitzung im Sportheim umgesetzt. Gleichzeitig nutzte der SV Königheim die Möglichkeit, eine weitere weitere Änderung einzufügen. Künftig können nun außerordentliche Mitgliederversammlungen einberufen werden, wenn 25 Prozent der Mitglieder dies schriftlich beantragen.

Sportplätze wieder benutzbar

Aufgrund der außergewöhnlichen Umstände gingen die restlichen Tagesordnungspunkte zügig über die Bühne. Nach dem Totengedenken freute sich Michael Berthold bei er Begrüßung, dass man wieder zusammen Sport machen dürfe. Wegen der Nutzung der Brehmbachtalhalle habe er eine Anfrage an die Gemeinde gestellt, aber noch keine Antwort bekommen. Die Sportplätze hingegen dürften wieder benutzt werden. Wann die einzelnen Gruppen wieder starten, entscheiden aber die Übungsleiter oder Trainer.

Die in diesem Jahr von Julian Berger bekleidete Stelle eines FSJlers ist für das nächste Jahr noch vakant. „Wir sind noch auf der Suche“, so Berthold. Abschließend dankte der Vorsitzende, wie auch später alle Abteilungsleiter und Vorstandskollegen, allen Helfern und Helferinnen, die den Verein tatkräftig unterstützt haben.

Berichte aus den Abteilungen

Den Reigen der Berichte eröffnete Bernhard Uihlein mit einem kurzen Rückblick auf die Veranstaltungen, wobei natürlich das Weinblütenfest 2019 im Mittelpunkt stand. Anton Haag, Vorsitzender Sportheim/Bau, informierte die Mitglieder, dass das alte Sportheim derzeit abgerissen wird und am alten Sportplatz ein kleiner Unterstand gebaut werden soll, damit sich die Fußballer dort umziehen können.

Karl-Heinz Riehle, Abteilungsleiter Turnen, ließ die sportlichen Aktivitäten kurz Revue passieren. Er freute sich, dass sich die Vereinsmeisterschaften im Turnen bei den Bürgern immer größerer Beliebtheit erfreuen. Höhepunkt sei wieder einmal die Turnschau Ende November in der Brehmbachtalhalle gewesen.

Die Berichte von der Abteilung Fußball sowie der Fußballjugend trug Michael Berthold in Vertretung von Klaus Häfner beziehungsweise Martin Müller vor. Die erste Seniorenmannschaft habe die abgebrochene Saison als Zehnter der Tabelle, die „Zweite“ als Sechster beendet. Während Michael Karle als Trainer der „Ersten“ weiter macht, werde für die „Zweite“ ein neuer Coach gesucht. Als besonders erfreulich bezeichnete Michael Berthold, dass weiterhin vier Schiedsrichter, davon drei aus Königheim, zur Verfügung stehen werden.

Der Fußballnachwuchs ist zumeist in Spielgemeinschaften mit Nachbarvereinen aktiv. Hier sei besonders hervorzuheben, dass die B-Junioren, die als JSG Brehmbachtal am Spielbetrieb teilnehmen, zum Zeitpunkt der Einstellung des Spielbetriebs auf Platz eins lagen und damit Meister der Kreisliga wurden.

Den Bericht der Abteilung Aikido/Taekwando trug Peter Faulhaber vor. Die Abteilung besteht aus elf Kindern und 15 Erwachsenen. Es wurden 85 Trainingseinheiten absolviert. Höhepunkt sei wieder ein zweitägiger Lehrgang gewesen, an dem Kämpfer aus ganz Deutschland teilgenommen haben. Abteilungsleiter und Trainer Helmut Theobald hat zudem den 4. Dan geschafft.

Solide finanzielle Basis

Kassierer Thomas Berthold wartete mit erfreulichen Zahlen auf, die ein solides Wirtschaften der Sportlerfamilie dokumentierten.

Die Kassenprüfer Johannes Eckl und Doris Uihlein, deren Bericht Sportkreisvorsitzender Matthias Götzelmann vortrug, attestierten dem Kassierer eine korrekte Kassenführung.

Die von Matthias Götzelmann beantragte Entlastung des Vorstands erfolgte einstimmig.

Die Sportabzeichen an die erfolgreichen Teilnehmer (siehe Info-Box oben) übergab der SV-Verantwortliche Peter Faulhaber zusammen mit dem Sportkreisbeauftragten Michael Geidl.

Als „schöne Aufgabe“ bezeichnete Vorsitzender Michael Berthold die Übergabe der Urkunden und Präsente für 50- beziehungsweise 25-jährige Mitgliedschaft beim SV Königheim. svk