Königheim

Runder Geburtstag Rosa Gertrud Körner aus Pülfringen wird an diesem Freitag 90 Jahre alt

Jubilarin ein echtes lokales „Urgestein“

Archivartikel

Pülfringen.Ihren 90. Geburtstag kann an diesem Freitag Rosa Gertrud Körner aus Pülfringen feiern. Die Jubilarin ist vielen Bürgern unter anderem als ehemalige langjährige Zeitungs- und Prospektausträgerin der FN bekannt. Am 15. Mai 1930 in Pülfringen geboren, gilt sie zudem ohnehin als lokales „Urgestein“.

Dort hatten ihre Eltern – Alois Müller aus Pülfringen und seine Ehefrau Mathilde (geborene Walzenbach) aus Brehmen – einen landwirtschaftlichen Betrieb. Rosa Gertrud Müller wuchs als fünftes von zehn Kindern mit sieben Geschwistern auf, nachdem zwei weitere bald nach der Geburt gestorben waren. Zwei ihrer Brüder fielen als junge Soldaten im Krieg, ein anderer Bruder ertrank als junger Mann.

Mit acht Jahren wurde Rosa aus wirtschaftlicher Not für drei Jahre bei Verwandten in Gissigheim untergebracht. Dabei habe sie starkes Heimweh verspürt, wie sie noch heute lebhaft im Gedächtnis behalten hat. Zudem mussten die Kinder, wie früher allerorts üblich, daheim in Landwirtschaft und Haushalt mithelfen.

1954 heirateten Rosa Müller und der Pülfringer Landwirt Franz Körner. Dieser setzte sich im Bankwesen als Vorstand sowie als erfolgreicher Kommunalpolitiker ein und war dadurch auch weit über die Ortsgrenzen hinaus weitläufig bekannt. Da er sich sehr für seine Heimatgemeinde engagierte und immer zum Wohl der Pülfringer Bürgerschaft tätig war, lag oftmals die Arbeit zu Hause in den Händen von Ehefrau Rosa und dessen ebenfalls im Haushalt lebender ledigen Schwester Emma.

Aus der Ehe zwischen Rosa und Franz Körner entstammten drei Töchter und ein Sohn, der den elterlichen Betrieb im Nebenerwerb übernahm, während seine drei Schwestern auswärts verheiratet sind. Als Rosa Körner 50 Jahre alt war, starb ihr Ehemann und knapp zwei Jahre später ebenfalls ihre Schwägerin Emma Müller. Als großes Glück empfand Rosa Körner bereits früher, dass der Sohn mit seiner Frau im Haus nebenan wohnte, wohin sie vor einigen Jahren umsiedelte. Von Sohn und Schwiegertochter wird sie heute auch betreut.

Zeitlebens war Rosa Körner rührig und emsig aktiv. Zum Beispiel erzählt sie noch heute vom ersten Platz, den sie bei einem Melkwettbewerb erreichte. Außerdem übte sie immer mit vollem Elan Arbeiten allerlei Art und Engagements aus wie etwa Erdbeerhacken auf dem Hof Hoffeld sowie jahrelange Pflege des Kriegerdenkmals und weiterer Gräber auf dem Friedhof in Pülfringen. Eine besondere Passion war für sie Gartenarbeit sowohl rund ums Haus als auch in verschiedenen anderen Krautgärten. Das dabei verwendete Saatgut war zumeist selbst gezogen oder stammte aus dem Tausch mit anderen Frauen aus dem Ort, um es wieder anzubauen.

An Abenden ging es dann häufig weiter mit dem Stricken von Socken, Häkeln von Deckchen und zahlreichen weiteren Handarbeiten. Ebenso eine große Leidenschaft war für Rosa Körner schon immer das Backen von Ploatz und die Zubereitung von Semmede, einem traditionellen regionalen Mehlgericht. Darüber hinaus wirkte sie lange im örtlichen Kirchenchor mit.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil ihres Lebens war es, Zeitungen und Prospekte im Ort für die FN auszutragen, was Rosa Körner über 20 Jahre lang unabhängig von Wind und Wetter stets pflichtbewusst und zuverlässig erledigte. Sogar bis ins hohe Alter von 84 Jahren, also noch bis 2014, brachte sie zweimal wöchentlich die Prospekte in die lokalen Haushalte, bevor sie diese Tätigkeit krankheitsbedingt aufgeben musste.

In Pülfringen ist „es Rösle“ – so wird sie von zahlreichen Mitmenschen liebevoll genannt – sehr vielen Einwohnern durchweg positiv bekannt, da sie obgleich der schweren Arbeitsbelastungen beständig hilfsbereit, lebenslustig und zufrieden war. Voller Stolz blickt sie heute auf sieben Enkel und acht Urenkel, die ebenso wir ihr Sohn und ihre Töchter entweder vor Ort und in der Region oder zumindest nicht allzu weit entfernt wohnen.

Angesichts von Corona wird ihr Ehrentag anders als vorgesehen ausfallen, jedoch hofft sie ebenso wie ihre Familie, ein entsprechend größeres Jubelfest etwas später nachholen zu können. Die FN schließen sich den Glückwünschen an. pdw