Königheim

Jubiläum Katholischer Kirchenchor Pülfringen besteht seit 125 Jahren / Rückblick und Ehrungen engagierter Sänger

Gesang ist ein kleines Stück des Himmels

Archivartikel

Mit einem Festgottesdienst und zahlreichen Ehrungen beging der katholische Kirchenchor sein 125-jähriges Bestehen.

Von Otto Haberkorn

Pülfringen. Mit einem Festgottesdienst in der gut besuchten Pfarrkirche St. Kilian eröffnete der katholische Kirchenchor seine Festlichkeit zum 125-jährigen Bestehen. Der Vorsitzende Willi Müller, hieß neben den Besuchern und Mitwirkenden den Präses des Chores und Zelebranten des Festgottesdienstes, Pfarrer Franz Lang, und die vielen Gäste willkommen.

Pfarrer Franz Lang zeigte sich sehr erfreut über das Wirken des Chores, wünschte ihm viel Freude beim Singen zur Ehre Gottes, für weitere 125 Jahre, und er übermittelte die Glück- und Segenswünsche des Diözesan-Cäcilienverbandes und dessen Präses Wolfgang Gaber.

Nach dem Kyrie-Ruf ließ der Jubelchor aus der lateinischen Messe in C-Dur das „Gloria“ dreistimmig erklingen, an der Orgel von Organist und Chorleiter Robert Haberkorn begleitet, der auch die gesamte musikalische Leitung des Festgottesdienstes inne hatte. Zum Zwischengesang intonierte der Kirchenchor nun vierstimmig das Lied zur Ehren der heiligen Cäcillia, die die Schutzpatronin der Kirchenchöre ist.

In seiner Predigt ging Pfarrer Lang zunächst auf das Christkönigsfest ein. Er berichtete über einen bekannten Maler, der die Aufgabe hatte, das jüngste Gericht darzustellen. Für diesen war es eine leichte, aber auch genauso schwere Aufgabe, wobei Christus als König in der Mitte des Bildes und die Bösen zur linken Seite die leichtere Aufgaben waren. Doch wie stellt er den Himmel dar? Er malte eine große Mauer mit einem Tor, vor dem sehr viele Leute warten. Auf die Mauer setzte er drei Engel, die musizierten und sangen. Somit schloss Pfarrer Lang den Bogen mit den Worten, dass der Gesang zur Ehre Gottes – egal von wem dargebracht – für die Menschen schon ein kleines Stück vom Himmel sei, zu dem der Glaube hin führe.

Nach dem Sanctus mit Überstimme brachten die Sänger achtstimmig das „Vater unser“ von den Fischerchören zu Gehör, ehe sie zum Schluss des Festgottesdienstes zusammen den Kanon „Ave Maria“ erklingen ließen. Für die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes sparten dessen Besucher nicht mit Applaus.

An den Gottesdienst schloss sich das Festbankett im Kilianssaal an, das der Vorsitzende des Kirchenchores Willi Müller eröffnete, in dem er allen ein großes Lob zollte, die zum Gelingen des Festgottesdienstes und des Festabends beitrugen.

Gemeindereferent Martin Merkel ehrte eine Sängerin und drei Sänger für insgesamt 200 Sängerjahre namens des Diözesan-Cäcillienverbandes und der Pfarrgemeinde. Er verlas die Dankesurkunde des Cäcillienverbandes für 60 Jahre Singen im Kirchenchor Pülfringen und überreichte diese zusammen mit einem Bild der Heiligen Cäcillia an Albrecht Künkel und Hans Künzig. Jeweils 40 Jahre stellen Elvira Haberkorn und Anton Leimbach ihre Stimmen der Musica Sacra im Kirchenchor zur Verfügung. Sie wurden mit der Ehrenurkunde des Verbandes ausgezeichnet. Namens des Kirchenchores übermittelte Willi Müller die Glückwünsche und überreichte eine Ehrengabe.

Ehrendirigent Linus Hönninger ging in seinem Grußwort ausführlich auf seine 20-jährige Tätigkeit als Chorleiter und Organist beim Kirchenchor ein. Er berichtete über viele Begebenheiten, seine Sorge um den musikalischen Fortbestand des Chores sowie die Ausbildung von Robert Haberkorn, der bereits seit 43 Jahren im Kirchenchor den Ton angibt.

Sängerausbildung schon 1743

Willi Müller gab einen Rückblick auf die Geschichte des katholischen Kirchenchores Pülfringen, der unter dieser Bezeichnung erstmals 1894 unter der Leitung von Hauptlehrer Heilmann erwähnt wurde. Aus alten Kirchenbüchern geht hervor, dass bereits im Jahre 1743 elf Kreuzer für die Sängerausbildung aufgewendet wurden. Ein Dokument aus dem Jahre 1882 berichtet über Ausgaben an einen Organisten und Dirigenten. Über öffentliche Auftritte des Chores wird aus den Jahren 1924, 1927 und 1937 berichtet und dass der Chor, trotz des Verbotes auch nicht während des Zweiten Weltkrieges seine Tätigkeit einstellte. Chorleiter war zu dieser Zeit Paul Vath aus Brehmen, dem 1956 Linus Hönninger folgte. Seit 1976 führt Robert Haberkorn den Dirigentenstab.

Im Rahmen der 1200-Jahr-Feier von Pülfringen beteiligte sich der Chor an Rundfunkaufnahmen, die am Festwochenende ausgestrahlt wurden. 1994 konnte der Chor auf 100 Jahre zurückblicken und wurde mit der Zelterplakette und der Palästrina-Medaille ausgezeichnet.

Heute nimmt der Chor nicht nur die kirchlichen Anlässe wahr, sondern ist auch seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil bei den Liederabenden des Männergesangvereins.

Zu seinen Ausführungen zeigte er neue und ältere Bilder aus dem Vereinsleben, das seit 1960 lückenlos aufgezeichnet ist.

Mit dem Wunsch, dass möglichst viele Sängerinnen und Sänger den Weg zur Musica Sacra finden mögen, beendete Willi Müller den Festabend.