Königheim

Katholische Seelsorgeeinheit Auftakt der Veranstaltungsreihe „Blickwechsel“

Existenzielle Fragen zum Glauben und zum Leben

Archivartikel

Königheim.Die Seelsorgeeinheit Königheim hat ihr neues Projekt „Blickwechsel“ gestartet. Die Reihe verbindet jeweils eine Filmvorführung mit Gesprächen über Glauben und Fragen des Lebens.

Den Menschen einen Raum zu bieten, in dem sie über ihren Glauben und ihre Erfahrungen sprechen können. Diese Idee stand am Anfang des Projekts „Blickwechsel“, das nun in der katholischen Seelsorgeeinheit Königheim begonnen hat. „Wir wollten bewusst etwas Neues und Ungewöhnliches ausprobieren“, erzählt Pfarrer Franz Lang. Daher schied eine klassische Vortragsreihe gleich einmal aus. „Wir wollten etwas, bei dem die Leute nicht gesagt bekommen ‘so und so ist es’, sondern sie ihre eigenen Glaubens- und Lebenseinstellungen einbringen können“, ergänzt Gemeindereferent Martin Merkel.

Diese Möglichkeit soll „Blickwechsel“ bieten. Nach einer Kennenlernrunde schauen die Teilnehmer gemeinsam einen Kurzfilm zu einem bestimmten Thema. Anschließend können sie ihre Eindrücke zum Gesehenen teilen.

In Kleingruppen werden dann verschiedene Fragen und Themen besprochen, die sich jeweils aus dem Film ergeben. Das Ganze soll dabei nicht abstrakt bleiben, vielmehr sollen die Teilnehmer ihre eigenen Erfahrungen einbringen und teilen können, wie auch Franz Lang betont.

„Die Menschen können im geschützten Rahmen über ihr Innerstes sprechen“, fügt Merkel an. Insgesamt fünf Abend mit fünf Kurzfilme umfasst die Reihe. „Alle Themen haben gemein, dass sie existenziellen Charakter haben und zeigen, wie Glaube und Leben verwoben sind“, unterstreicht Franz Lang.

Die Auftaktveranstaltung der Reihe hat Mitte Oktober stattgefunden. Rund 45 Teilnehmer schauten dabei den irischen Kurzfilm „Rubai“. In diesem geht es um ein junges Mädchen, das zur Kommunion gehen soll, dies aber nicht will und damit ihr ganzes Umfeld schockt.

Gegen Ende stellt sich dann der Grund für ihr Verhalten raus: Das Mädchen hat nach dem Tod ihres Vaters ihren Glauben verloren. Denn obwohl sie so viel für ihn gebetet hat, ist der Vater trotzdem von ihr gegangen.

Pfarrer Franz Lang zeigt sich mit der Resonanz auf den ersten Abend der fünfteiligen Reihe zufrieden. „Es waren viele Gesichter dabei, die man in der Gemeinde sonst nicht so häufig sieht“, freut sich der Geistliche.

Vor allem bei der Altersgruppe zwischen 25 und 50 hat das Projekt offenbar einen Nerv getroffen. „Es waren auch Leute dabei, die man auf einem klassischen Vortragsabend sicher nicht gesehen hätte“, bemerkt Gemeindereferent Merkel. Intensive, tiefe Gespräche habe es bei der Veranstaltung gegeben, so Pfarrer Lang. „Die Menschen haben etwas gemacht, mit dem sie sich sonst schwer tun, nämlich über sich selbst geredet“, so derPfarrer.

Auf die Idee zu „Blickwechsel“ sind Lang, Merkel sowie Diakon Alois Ganz und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Patricia Merkel bei einer Fortbildung in Speyer gekommen. Dort haben sie das Konzept kennengelernt, das vom erzbischöflichen Seelsorgeamt der Erzdiözese Freiburg erdacht wurde.

Weiter geht es mit „Blickwechsel“ am Montag, 18. November. Ab 19.30 Uhr soll es dann im Königheimer Pfarrsaal anhand des Kurzfilms „Rising Hope“ unter anderem um die Frage gehen, wie es sich auf das Selbstwertgefühl auswirkt, wenn man vor dem Hintergrund der allgegenwärtigen Leistungsgesellschaft immer mehr spürt, wie das eigene Leistungsvermögen nachlässt.