Kickers Würzburg

Fußball Beim Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena möchten die Würzburger Kickers erstmals in dieser Saison keinen Gegentreffer kassieren / Frank Ronstadt ist zuversichtlich

Trainer Schiele freut sich über mehr Alternativen

Archivartikel

„Die Worte werden nicht so sein, wie jede Woche.“ Michael Schiele ist sich der schwierigen Aufgabe bewusst, die am Sonntag, 20. Oktober, ab 14 Uhr auf seine Mannschaft wartet. Nein, ein Spitzen-Gegner steht den Würzburger Kickers nicht gegenüber – eher das Gegenteil: Der FWK spielt beim bislang sieglosen FC Carl Zeiss Jena. Nur einen Punkt haben die Thüringer bisher geholt.

„Wir tun gut daran, dass wir uns auf uns konzentrieren“, sagt Frank Ronstadt. Der Sommerneuzugang hat nach einigen Anlaufschwierigkeiten seit einigen Wochen Fuß gefasst in der Startformation der Kickers. „Ich war am Anfang verletzt, und außerdem ist es nicht so einfach für Spieler, die aus der Regionalliga kommen, sich in der dritten Liga durchzusetzen“, erklärt der 22-Jährige seine Anlaufschwierigkeiten.

Dass der 22-Jährige überhaupt über die Regionalliga in die 3. Liga kam, verwundert ein wenig, denn der gebürtige Hamburger durchlief die Jugend des Hamburger SV, hat insgesamt fünf U-Länderspiele für Deutschland vorzuweisen und stand beim HSV auf dem Sprung ins Profiteam. Auch mit dem Wechsel zum Nordrivalen Werder Bremen schaffte er den Durchbruch bis zum Bundesliga-Spieler nicht. Nun nimmt der Rechtsverteidiger also den Anlauf über die 3. Liga, sich für höhere Fußball-Weihen zu empfehlen.

„Ich habe mich sehr gut eingelebt, und wir sind von der Mannschaft in Würzburg auch oft gemeinsam unterwegs.“ Diese Worte Ronstadts zeigen, dass er nicht nur sportlich, sondern auch privat angekommen ist in der Mainfranken-Metropole. Auf dem Feld interpretiert er den Rechtsverteidiger deutlich defensiver als Luke Hemmerich, der die Saison auf dieser Position begann. Zu einem „Zu-null-Spiel“ hat es in dieser Runde aber immer noch nicht gereicht. „Das wollen wir in Jena schaffen; wenn nicht, schießen wir eben ein Tor mehr als der Gegner“, so Ronstadt.

Trainer Schiele stellt seine Mannschaft darauf ein, dass nicht nur fußballerische Fähigkeiten gefordert sein werden: „In Jena werden auch die Basics gefragt sein.“ Da fällt es umso schwerer ins Gewicht, dass mit Dave Gnaase ein aggressiver Mittelfeldspieler gesperrt fehlen wird (fünfte Gelbe Karte). Auch Luca Pfeiffer (gelb-rot-gesperrt) muss zusehen. Da ist Michael Schiele heilfroh, dass sich in den Testspielen während der Länderspielpause (0:2 gegen Darmstadt, 3:2 gegen Aalen) Spieler „aus dem zweiten Glied“ aufgedrängt haben. „Nicht gerade zehn, aber der eine oder andere hat einen Schritt nach vorne gemacht“, hat der Trainer beobachtet. Und wer ist das? „Ich nenne keine Namen, sonst vergesse ich noch einen“, sagte der Coach mit einem Augenzwinkern.