Kickers Würzburg

Fußball Am Rosenmontag spielen die Würzburger Kickers daheim gegen die Spvgg. Unterhaching / Lizenzunterlagen auch für die 2. Bundesliga eingereicht

Spätzünder stabilisieren das Mittelfeld

Archivartikel

Der SV Wehen Wiesbaden stellt mit aktuell 47 Treffern die derzeit beste Offensive der 3. Liga. „Macht nichts!“, hatten sich da wohl die Würzburger Kickers gesagt und am vergangenen Sonntag 2:0 beim Tabellendritten gewonnen. Die Spvgg. Unterhaching bis hier hin 44 Tore erzielt. Dies ist der zweitbeste Wert in Deutschlands dritter Profiliga. Die Oberbayern sind am Rosenmontag um 19 Uhr Gast beim FWK in der „Flyeralarm-Arena“. Machen sich die Kickers wieder nichts aus diesem Spitzenwert?

„Auch wenn es bei Haching derzeit nicht läuft, so ist die Qualität doch immer da. Effektivität wird in diesem Spiel gefragt sein“, sagt FWK-Trainer Michael Schiele vor dem Rosenmontags-Kick „am Dalle“. Alle vier Pflichtspiele in diesem Jahr hat der einstige Bundesligist verloren; die Kickers vier ihrer fünf Begegnungen gewonnen. Angesichts dieser gegenläufigen Tendenzen verhehlt Michael Schiele nicht, dass „die Gefahr immer da ist“, den Gegner ein wenig zu unterschätzen. Janik Bachmann meint: „Die sind nicht in ihrer besten Phase – das müssen wir ausnutzen.“

Zwei, die sich verstehen

Der defensive Mittelfeldspieler gehört im Verbund mit Dave Gnaase zu den Stabilisatoren im Zentrum des Kickers-Spiels und ist damit ein Hauptgrund, warum es bei den Würzburgern aktuell so gut läuft. „Ich spiele sehr gerne mit Dave zusammen. Er läuft sehr viel und ist ein feiner Typ. Wir verstehen uns auch außerhalb des Platzes gut“, sagt Bachmann über seinen „Partner“.

Freilich ist auch Trainer Michael Schiele angetan von seinen „Abfangjägern“ vor der Abwehr: „Sie machen das absolut top. Beide besitzen eine sehr hohe Spielintelligenz.“ Warum die beiden erst jetzt „zünden“, erklärt Fußballlehrer Schiele plausibel: Bachmann sei mit dem Chemnitzer FC abgestiegen und habe eine Weile benötigt, um wieder das 100-prozentige Selbstvertrauen zu fassen. Dave Gnaase hat beim Zweitligisten Heidenheimer SB nur trainiert. Nicht einmal wurde er von Trainer Frank Schmidt während der Spielzeit 2017/18 eingesetzt. Nun hat er seinen Spielrhythmus gefunden.

Mit den zwölf Punkten nach der Winterpause haben sich die Würzburger Kickers aus dem Tabellenkeller katapultiert und mit nun nur noch sechs Zählern Rückstand auf Relegationsplatz drei sogar den Kontakt zur Spitzengruppe der 3. Liga hergestellt hat. Michael Schiele hält zunächst den Ball flach, indem er sagt: „Für uns gilt es, den Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz weiter auszubauen.“ Drei Punkte waren es zu Jahresbeginn, nun sind es schon zehn. Aber der ehrgeizige Schwabe gibt auch unumwunden zu: „Ein Blick geht immer mal nach oben.“

Zum Vergleich: Im Aufstiegsjahr 2015 hatte Würzburg nach 25 Spielen sieben Zähler Rückstand auf den dritten Platz. Auch aus dieser Erfahrung heraus haben die Kickers nicht nur für die 3. Liga, sondern auch für die 2. Bundesliga die Lizenzunterlagen eingereicht. Dies bestätigte FWK-Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer gestern. In zwei bis drei Wochen soll zudem das Gutachten für einen Stadionneubau am jetzigen Standort fertig sein; dann gehe „das Projekt“ in die nächste Phase.

Auch die Personalplanungen treibt Sauer in seiner Funktion als Sportdirektor voran. Elf Mann stehen für die neue Saison, die mit einem ähnlichen Etat wie aktuell bestritten werden soll, schon im Kader. „Damit sind wir weiter als in den Vorjahren“, so Sauer. Derzeit würde nicht nur mit Spielern der jetzigen Mannschaft gesprochen, sondern viel „gescoutet“. Mit einem Sieg gegen Unterhaching würde man zudem weitere Argumente für potenzielle Neuzugänge liefern. . .