Kickers Würzburg

Fußball Die Würzburger Kickers treffen am Montag in der ersten Runde des DFB-Pokalwettbewerbs daheim auf den Zweitliga-Konkurrenten Hannover 96

Schiele ist nur verhalten optimistisch

Erste Runde im DFB-Pokalwettbewerb. Heimspiel. Flutlicht. Das sind Fakten, die lassen das Herz eines jeden Fußballers höher schlagen – vor allem von solchen, die nicht jedes Jahr in den Genuss solcher Spiele kommen. Da gehören die Profis des FC Würzburger Kickers sicher dazu. Sie treten am Montag, 14. September, um 18.30 Uhr in der „Flyeralarm-Arena“ gegen den Zweitliga-Konkurrenten Hannover 96 an. Alle „am Dalle“ sind heiß auf dieses Match. Sind sie das wirklich?

„Die Euphorie könnte noch größer sein“, antwortete Michael Schiele gestern überraschend auf die Frage, wie groß denn die Vorfreude im Team und bei ihm auf dieses Spiel sei. Später begründete er diese Aussage damit, dass die vergangenen Tage durch äußerst anstrengende Trainingseinheiten geprägt gewesen seien und die Mannschaft etwas müde sei. Deshalb habe er auch am Donnerstag frei gegeben. Zudem fehle durch die ausbleibende Kulisse die Stimmung, auf die man sich als Fußballer freue. Im vorigen Jahr beispielsweise wurden 10 000 Zuschauer Zeuge eines packenden Pokalkampfes des FWK gegen Bundesligist Hoffenheim, den die Kickers erst im Elfmeterschießen verloren.

Im Mittelfeld klafft ein Loch

Michael Schiele schaute bei der gestrigen Videokonferenz recht ernst drein und wirkte bei seinen Antworten sehr konzentriert. Man durfte vor dem Bildschirm den Eindruck gewinnen, als sei er recht angespannt. Wenn dies so gewesen sein sollte, liegt das sicher mit daran, dass der 42-Jährige immer noch nicht den gewünschten Kader zusammen hat. Vor allem im zentralen Mittelfeld klafft ein Loch. „Ich weiß aber, was der aktuelle Kader leisten kann“, sagte er fast schon ein wenig trotzig und fügte an: „Wir wissen, dass wir ein unangenehmer Gegner sein können. „Vielleicht hätte sich Hannover auch einen anderen Gegner gewünscht.“ Da war er dann doch wieder, der kämpferische, der entschlossene, der überzeugende und überzeugte Michael Schiele, der sich darüber freut, dass sich seine Zweitliga-Mannschaft während der nun fünfwöchigen Vorbereitungszeit vor allem physisch und taktisch weiterentwickelt habe. Um allerdings einer verfrühten Zufriedenheit vorzubeugen, fügte er rasch an: „Für alle ist noch Luft nach oben.“

„Sechs, sieben, acht“ Positionen der Startelf für den Montag seien fix vergeben, teilte der Fußballlehrer auf Nachfrage mit. Dazu zählt auch Fabian Giefer. Der bundesliga-erfahrene Torhüter wird am Montag zwischen den Pfosten stehen. „Er hat seine Sache gut gemacht.“ Damit ist auch klar, dass Aufstiegskeeper Vincent Müller auch im DFB-Pokal-Wettbewerb nicht zum Einsatz kommen wird. Manche Bundesliga-Trainer praktizieren für „den Pokal“ den Wechsel der Nummer eins hin zur Nummer zwei. Michael Schiele tut das nicht. Das mag auch an der Stärke des Gegners liegen. Hannover 96 hat sich unter Trainer Kenan Kocak deutlich stabilisiert, eine super Restrückrunde nach der Corona-Pause gespielt und sich jetzt nochmals super verstärkt. Zum Kader gehört auch der Ex-Hoffenheimer und aus Wertheim stammende Philipp Ochs. Für den Würzburger Trainer gehören die „Sechsundneunziger“ zum engeren Kreis der Aufstiegsanwärter. Nur einmal zum Vergleich: Hannover darf mit knapp 22 Millionen Euro TV-Geld arbeiten, den Würzburgern stehen nur etwa 7,5 Millionen Euro zur Verfügung . . .