Kickers Würzburg

Fußball Die Würzburger Kickers müssen beim starken Aufsteiger SV Waldhof Mannheim ran / Daniel Hägele rückt in die Innenverteidigung / Frank Ronstadt steht bereit

Saisonstart, Teil 2, bei den Kickers

Nachdem in diesen Tagen alle honorigen Worte zur Vertragsverlängerung von Daniel Hägele gesprochen waren (wir berichteten), wurde das Vokabular von lieb auf ernst umgestellt. Die Worte wurden ein wenig ernster, schließlich richteten die Würzburger Kickers den Blick auf die aktuelle Situation in der 3. Liga. Der Saisonstart ist misslungen, wieder einmal, und am Samstag, 14. September, um 14 Uhr treten die „Rothosen“ nun beim starken und noch ungeschlagenen Aufsteiger Waldhof Mannheim an.

„Die spielen einen erfrischenden Fußball, da müssen wir höllisch aufpassen“, sagt Trainer Michael Schiele. Das Wort „aufpassen“ gilt vor allem für die Defensiv-Spieler. Der FWK ist mit 21 kassierten Toren immer noch die Schießbude der Liga, und so wurde während der Länderspielpause weiter am Abwehrverhalten gefeilt. „Wir haben die Zeit genutzt“, verspricht Trainer Schiele Besserung. Die größte „Errungenschaft“ war bereits im jüngsten Spiel des bayerischen Verbandspokal-Wettbewerbs in Aubstadt (3:1, wir berichteten) zu sehen: Daniel Hägele spielt künftig nicht mehr „auf der Sechs“, sondern als Innenverteidiger neben Sebastian Schuppan in der Viererkette. „Mit ihm versteht er sich blind“, spricht Schiele vom Zusammenspiel des Co-Kapitäns Hägele mit dem Spielführer Schuppan. Hägele selbst antwortete vor Saisonbeginn bei der Frage nach seiner Lieblingsposition noch diplomatisch. Heute sagt er: „Wenn ich mir eine Position raussuchen dürfte, dann wäre es Innenverteidiger.“

Wider die individuellen Fehler

Der 30-Jährige will das Defensiv-Dilemma gar nicht an kollektiver Schwäche festmachen: „Wir müssen die individuellen Fehler abstellen – da kann man trainieren, so viel wie man will.“ Klar dürfte nach der zurückliegenden Trainingswoche sein, dass die Kickers ein stückweit davon abrücken werden, „alles“ spielerisch zu lösen. „Wenn es eng wird, müssen wir das Ding halt auch mal nach vorne kloppen“, erklärt Daniel Hägele recht eindeutig, dass es in der aktuellen Situation mit nur sechs Punkten auch mal „Langholz“ statt „Tikitaka“ gibt.

Die Länderspielpause haben, so bestätigte Michael Schiele, einige Spieler, die bisher in der zweiten Reihe standen, genutzt, um ihre Rückstände aufzuholen: Frank Ronstadt zum Beispiel. Der ehemalige U19-Nationalspieler Deutschlands erhielt bereits nach dem Pokalspielsieg in Aubstadt, in dem er als Rechtsverteidiger agierte, gute Kritiken. Weiter nennt der Trainer mit Dominik Meisel und Lion Schweers zwei Spieler, die einen Schritt nach vorne gemacht haben, „wenngleich Schweers noch nicht der Schweers ist, den wir kennen“, schränkt Schiele ein. Simon Rhein, der letzte Neuzugang der Kickers, sei auch eine Option für die ersten Elf, sagt Schiele.

Auf der anderen Seite sind die Einsätze von Albion Vrenezi, Fabio Kaufmann, Yassin Ibrahim und Vincent Müller gefährdet. Das wäre vor allem für den jungen Müller ärgerlich, weil sich Michael Schiele nach der Niederlage gegen Zwickau entschieden hatte, den glücklosen Eric Verstappen aus dem Tor zu nehmen und auf den Neuzugang vom 1. FC Köln zu setzen. In Aubstadt stand der 19-Jährige bereits zwischen den Pfosten des FWK-Tors.

Intern haben die Kickers, so wurde deutlich, den Resetknopf gedrückt. „Nach der Länderspielpause“, so Daniel Hägele, „geht die Saison von vorne los.“ Die vergangenen zwei Wochen sah man als verlängerte Vorbereitungszeit, so dass morgen in Mannheim der „Saisonstart, Teil 2“ ansteht.